(vo) Nach einer Anfahrt von etwa 3 Stunden und 20 Minuten galt es noch vor Beginn des Festes ein paar Getränkehändler anzufahren um Gerstensäfte, die u.a. aus dieser unterfränkischen Gegend stammen, einzukaufen, da gab es doch einiges im Angebot, gut so. Dann nach dem Empfang des Akkreditierungsbändchens am Eingang der Stadthalle innen umgeschaut: eine wunderbare Halle mit großem Foyer und etlichen Sitzgelegenheiten, Getränkestand, Garderobe und draußen neben dem Eingang ein Foodwagen dessen Angebot aus diversen Burgern und frischen Pommes bestand, alles gut so!
Einige bekannte Gesichter entdeckt und darüber erfreut: u.a. aus Markt Einersheim und Ascheberch und Würzburg, gut so. Ab kurz nach 16 Uhr wurden wir von der NoiseHardcorePunk Kapelle Kuder geweckt, deren Geballer alle wachrüttelte die sich schon einfanden: die Bassattacken und schrillen Gesangseinlagen mit Schlagwerkgemetzel kamen soundtechnisch gut rüber.
Markus und Torsten, Sound Brüder seit 1979, brachialten sich durch ein ca. halbstündiges Set wobei Drumsänger Torstens Stimmbänder bestimmt öfter an der äußersten Reißleine anlangten. Was für ein Krach, der aber so ein ganz eigenes Süppchen kredenzte, gut so.
Weiter im Programm: Däächt aus Regensburg rockten uns durch sämtliche Garagerockgegenden dieses Planeten, gewürzt mit allerlei Zutaten anderer Rock Genres. Das ergab eine sehr explosive Mischung auf der Bühne, die vier Jungs gaben alles, das lief rund und das Publikum, das sich im Laufe der Veranstaltung mehr und mehr vermehrte (gut so für die Veranstalter) ging mit und alles zusammen machte doch mächtig Spaß denn auch optisch gab es erstaunliches: Bassspiel in Adiletten und eine Combo die ständig in Bewegung blieb, klasse!
10,9,8,7,6,5,4,3,2,1 in Vocodersprache und Start: EinsEinsEins, die ich in letzter Zeit zweimal erleben durfte, bewegten von der ersten Sekunde an nach dem Start die Tanzbeine im Saal. Ihre elektronische Vorgehensweise, ich sag dazu Kraftwerk auf Speed; Kraut in den Fingern, Saiten, Tasten, Fellen, Becken, ´ne Menge Motorik, Tempo, Druck. Gitarrist Alex lässt mit wehendem Haupthaar die Krautsau raus, Johannes prügelt stoisches Gut des motorischen Schlagwerks voran und Niels an wechselweise Tasten, Bass und Gesang krönt die ganze Sause das wir uns fühlen wie auf einer endlichen Reise durch Zeit und Raum, was für ein Trip! Das macht nicht nur für mich alten Zausel, der erstmalig 1973/74 mit Neu!, Kraftwerk, Klaus Schulze etc. Bekanntschaft machte, höllischen Spaß daß da in der heutigen Zeit neue Musiker solche Klanglandschaften erschaffen!

Runterkommen und deshalb Zeit für Pommes Schranke und ein Radler und noch ein bissel die Oktobersonne vor der Halle geniessen, gleich gehts weiter…..
37 Jahre dabei in der Szene: das gilt für die Desert Rock Legende Yawning Man, die mit als die Urväter des Genres bezeichnet werden. Ihre sehr melancholisch angehauchte Instrumentalmusik, in psychedelische Farben getaucht, auch hier und heute abend, ließ die Leute in der nun sehr gut befüllten Stadthalle innerlich ruhiger und ruhiger werden, keinerlei Hektik kam bei den Gitarrenreisen von Gary Arce auf und der Groove seiner beiden Mitstreiter an Bass und Schlagzeug trug seine Melodien auf sanfte Art und Weise mit ins Volk. 

Siena Root, auch gefühlt schon ewig in der Psychedelic Szene der neueren Zeit dabei, das heißt knapp 25 Jahre, sind live immer ein Lottoschein mit den richtigen Zahlen, das habe ich mindestens schon zigmal erlebt, ob solo oder auf Festivals, immer eine Bank. Das Quartett spielte heute abend auch einiges aus ihrem neuen Album „Revelation“ aber auch einige „olle Kamellen“, natürlich in sehr gutem Sinne gemeint.
Sam am Bass und Love hinterm Schagzeug, Johan an den sechs Saiten und Sängerin und Organistin Zubaida verzauberten uns mit ihrem Vortrag und trugen beste Laune ins gespannt und gebannt lauschende Volk. Und der „Rausschmeißer“ Waiting For The Sun aus 2011 hört sich auch ohne Sitar klasse an. Psychedelischer Roots Rock der „kann man sich nie dran satthören“ Klasse, Danke!

Und nun Nebula, die mich nach einem sehr interessantem Pausengespräch wieder in die Halle lockten: auch schon knapp 26 Jahre im Geschäft schafften es Eddie Glass und seine Jungs Rob und Tom als Groovemaster einen wunderbaren Soundteppich zu legen. Aus ihrem reichhaltigen Repertoire, immerhin acht Alben, präsentierten sie uns in knapp 50 Minuten einige Schmankerl und die nun ziemlich mit Fans gefüllte Halle fühlte sich mit dem dargebotenen gut abgefüllt. 
Truckfighters: die sind musikalisch nicht so meins aber die Show von Bassmann Ozo und vor allen Dingen von Flummigitarrist Dango ist schon was. hat was, macht was her, Schlagzeuger Johan hält im Hintergrund den Druck und den Punch für die Eskapaden vor ihm aufrecht. Energetisch voll aufgeladener Rock mit Entertainment, den Leuten hat´s gefallen, gut so, Außerdem hatten sie den prallgefülltesten Merchstand aller heute Abend anwesender Bands.

Ich bedanke mich für interessante Pausengespräche und überhaupt bei Frau K. H., bei einigen anderen Bekannten wie Steffen/Banane – Tourbegleiter Yawning Man, bei Sound Of Liberation (Lara, Julian, Matte) für die Akkreditierung, bei Mitveranstalter Tommy vom „Immerhin“ in Würzburg, der Stadthalle Lohr und dem dortigen Kulturamt, der vor Ort alles managte, und eben beim Kulturamt, daß das Ganze finanziell unterstützte, recht so, gut so! Und: das Ganze brüllt und schreit nach Wiederholung in 2024, hoffentlich….(volker)
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