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The Offspring – Supercharged

(jul) Die Akkus frisch aufgeladen sind The Offspring zurück, und ihr neues Album „SUPERCHARGED“ hält genau das, was der Name verspricht: pure, unverfälschte Energie und das Gefühl von Fahrtwind im Gesicht.


The Offspring habe ich zuletzt als Vorband von NOFX live gesehen. Wann? Das war irgendwann im letzten Jahrhundert. Eins ist klar: sie sind wahre Veteranen des kalifornischen Punkrocks, und seit den späten 80ern gehören sie zu den absoluten Schwergewichten der Szene. Dexter Holland, die markante Stimme der Band, begleitet uns gemeinsam mit dem ikonischen Gitarristen Noodles seit über 30 Jahren. Aktuell komplettieren Bassist Todd Morse und die beiden Drummer Brandon Pertzborn und Jonah Nimoy die Truppe. Und wenn man von wirklich uncoolen Kapiteln mit Bassist Greg Kriesel vor einigen Jahren mal absieht, sind The Offspring immer noch Symbole der Auflehnung und Provokation. Über 45 Millionen verkaufte Alben, das ist Musikgeschichte! Mehr als verdient, denn die Mischung aus Punk-Attitude, energiegeladenen Melodien und hymnischen Refrains hat sie weltweit zum Soundtrack unzähliger Jugendkulturen gemacht. Bereits mit Alben wie „Smash“ (1994) oder „Americana“ (1998) haben The Offspring nicht nur den Skate-Punk-Sound geprägt, sondern auch Meilensteine des Genres gesetzt. The Offspring sind damit nicht nur für eingefleischte Skateboarder ein Begriff, sondern auch für all jene, die sich jemals zu schnellen Riffs und mitreißenden Beats den Frust von der Seele gepogt haben.
Show me the way, never obey!
Der Opener des Albums „Look Out For #1“ startet ziemlich pop-punkig raus und schwingt sich in ein grooviges Warm-up für die Halfpipe Session ein. Darauf  folgen gleich zwei Raketentempo Songs: „Light It Up“  (with a rocket on my back!) und „Fall Guy“. Tracks, die einen unweigerlich an den guten alten Duracell Hasen erinnern.
Ein Highlight des Albums ist zweifellos der Song „Make It All Right“, der sich mit seiner eingängigen Hookline wie eine perfekte Mischung aus Rebellion und Aufbruchsstimmung anfühlt. Die Lyrics sprechen dabei direkt aus der Seele – sie handeln von den Menschen, die uns auffangen, wenn wir mal straucheln.
Der Track „OK, But This Is The Last Time“ ist ein nettes kleines Interlude, bevor die wilde Fahrt mit „Truth In Fiction“ weitergeht.
Mein Favorit ist das thrashige „Come To Brazil“ – es fühlt sich an, als würde man in eine atemberaubende Jam-Session eintauchen, bei der jeder Akkord, jeder Beat und jeder Text direkt ins Mark trifft. Die Gitarrenarbeit ist knackig wie eh und je, und Noodles legt mit seinen Riffs eine ordentliche Schippe drauf. Direkt gefolgt von „Get Some“, das den Druck noch ein bisschen erhöht und ebenfalls mit hübsch verzerrtem Riffing aufwartet. Insgesamt nimmt das Album in der zweiten Hälfte qualitativ zu, klingt deutlich reifer, aber ohne den Ursprung von The Offspring aus den Augen zu verlieren. „Hanging By A Thread“ und „You Can’t Get There From Here“ sind Belege dafür, dass The Offspring den Vibe noch immer spüren und dich mitnehmen wollen.
Die Rhythmus-Sektion Morse/Pertzborn/Nimoy liefert ein solides Fundament, das dem neuen Album „Supercharged“ eine gewaltige Power verleiht. Besonders die Basslines sind satt und präsent, sie treiben die Songs mit einer solchen Intensität voran, dass man förmlich die Vibration im Brustkorb spürt. Diese Dynamik erinnert an das Kribbeln, wenn du mit deinem Skateboard die ersten Meter rollst und genau weißt: Jetzt geht’s los.
Die Produktion ist druckvoll und gleichzeitig so klar, dass jede Nuance der Songs zur Geltung kommt. Man merkt sofort, dass die Band viel Zeit und Herzblut in die Arbeit mit Produzent Bob Rock gesteckt hat. Die Aufnahmen aus Maui, Vancouver und dem heimischen Studio in Huntington Beach verschmelzen zu einem Sound, der nichts mehr mit der Asphaltsägearbeit der anfänglichen Jahre zu tun hat. „SUPERCHARGED“ bringt all das auf den Punkt, wofür The Offspring stehen: kompromisslose, kraftvolle Punkrock-Hymnen, die direkt ins Blut gehen. Es ist Dein Go-to-Album wenn Du die Erinnerung an aufgeschürfte Ellbogen wiedererwecken willst, als Du Dich im Skatepark das zwanzigste Mal auf die Fresse gelegt hast und die Musik Dir den nötigen Push gegeben hat, um nochmal aufzustehen.

VÖ: Freitag, 11. Oktober 2024
Label: Concord Records
Spieldauer: 32:22
Trackliste:

  1. Look Out For #1
  2. Light It Up
  3. The Fall Guy
  4. Make It All Right
  5. OK, But This Is The Last Time
  6. Truth In Fiction
  7. Come To Brazil
  8. Get Some
  9. Hanging By A Thread
  10. You Can`t Get There From Here

https://www.offspring.com/supercharged

The Offspring

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