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HIDAS – A Sense Of Impending Doom

(jm) Mit A Sense Of Impending Doom legen HIDAS ihr zweites Studioalbum vor – und machen unmissverständlich klar, dass sie nicht gekommen sind, um innerhalb genretypischer Komfortzonen zu verweilen. Das instrumentale Trio aus München operiert zwar im Spannungsfeld von Doom, Stoner und Metal, zerlegt diese Kategorien aber konsequent in ihre Einzelteile und setzt sie neu zusammen: schwerer, düsterer und noch kompromissloser als auf dem Debüt.

Der Albumtitel ist programmatisch. A Sense Of Impending Doom beschreibt das Gefühl, dass sich etwas Unabwendbares, etwas Fatales anbahnt – ein persönliches Empfinden, das sich zugleich wie ein Spiegel des globalen Zustands unserer Welt liest. Dieses Gefühl einer latenten Bedrohung zieht sich wie ein roter Soundtrack-Faden durch alle sechs Tracks und verleiht der Platte eine wirklich beklemmende Geschlossenheit.

„Dynger“ eröffnet dabei das Album mit der Langsamkeit fließender Lava und dem bisher stärksten Stoner-Faktor der Band. Der Track walzt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt, und setzt die Messlatte für die folgenden 35 Minuten.

„Splint“ bricht diese trügerische Schwere sofort auf. Hier dominieren unverkennbar 90er-Schweden-Death-Metal-Referenzen – roh, aggressiv, vorwärtspeitschend. Knapp vier Minuten Purgatorium, die jede Form von Retro-Romantik pulverisieren.

Mit „ASOID“, dem Titeltrack, taucht die Band in Funeral-Doom-Gefilde ab: zäh, hoffnungslos, schwarz wie dicke Melasse – nur nicht so süß. Es ist der emotionale Kern der Platte – langsam, schwer und zutiefst beklemmend.

Die B-Seite beginnt mit „Vakuum“, einem wahren Monolithen. Black-Metal-Riffs, prügelnde Drums, massiven Grooves und erneute Rückfälle in Funeral-Doom-Ästhetik machen den längsten und vielseitigsten Song der Bandgeschichte zu einem Höhepunkt des Albums. Hier zeigt sich das ganze Potential von HIDAS – und wie wenig sie sich in eine Schublade stecken lassen.

„Cisza“ wirkt danach wie ein kurzes Innehalten: schwebend, atmosphärisch, getragen von starker Percussion. Eine Verschnaufpause, die die Spannung nicht löst, sondern nur neu auflädt.

Den Abschluss bildet „The Riddle“ – eine Ode an den True Metal. Nach all der Schwere endet das Album mit erhobener Faust und einem Moment kathartischer Erleichterung.

Man kann es zwischen den Zeilen lesen: A Sense Of Impending Doom ist kein leicht konsumierbares oder leicht verdauliches Album. Es fordert Geduld, Aufmerksamkeit und emotionale Offenheit. HIDAS beweisen hier eindrucksvoll, dass instrumentale Musik keine Lücke im Storytelling hinterlassen muss – im Gegenteil: Die Abwesenheit von Gesang verstärkt die Wucht, lässt Raum für Projektion und macht die Songs universell lesbar. Dieses Album ist ein Statement: düster, kompromisslos und erschreckend relevant.

Kurzbiografie

HIDAS ist ein instrumentales Doom-Metal-Trio aus München, gegründet im Frühjahr 2023. Die Mitglieder Flo Bätz(Gitarre), Christoph Mühlbauer (Drums) und Richard Noyn (Bass) haben bereits in verschiedenen Bands zusammengespielt und blicken auf jahrelange gemeinsame Musikerfahrung zurück. Diese enge Verbindung macht sich in ihrem tighten Zusammenspiel und der intensiven Live-Energie bemerkbar. HIDAS verstehen es, die vermeintliche Leerstelle einer Instrumentalband in ihre größte Stärke zu verwandeln: durch intelligentes Songwriting und emotionale Klanglandschaften.

Davon konnte ich mich schon am 31. Januar im Münchner Feierwerk überzeugen: HIDAS waren dort die verdienten Headliner eines kleinen, aber liebevoll ausgerichteten Heavy-Doom-Stoner-Festivals. Was hier für eine brachiale Gitarren-Soundwand aufgefahren wurde… ohne Worte! (Jens M.)

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