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Sauzipf Rocks Festival 2026 in Döbriach/Kärnten/Österreich am 07.08. + 08.08.2026

(vo) Nach dem Rock im Wald Festival (siehe hier) fuhr ich ein paar Tage in eine alte Heimat, den Chiemgau, um ein bissel auszuspannen: Die Fahrt von Wolfsdorf/Lichtenfels nach Kolbermoor zu einem guten Freund, wo ich die nächsten Tage verbrachte, führte mich extra, ohne Autobahn über Land. Eine wunderbare Tour durch Franken und Bayern. Nach einem Besuch in meinem damaligen Heimatort Prien am Chiemsee, einer Sessellift- und Seilbahntour auf den Hochries und einem Cruising durch Tirol machte ich mich, wieder über Landstraßen, am Donnerstag auf den Weg von Kolbermoor nach Bad Kleinkirchheim in Kärnten, wo ich an der vorher gebuchten Pension Grasser am späten Nachmittag eintraf, nach einer grandiosen Landschaftsfahrt und kurz vor dem Ziel mit einem Gewitter, das mich zum Anhalten zwang, Sicht null. Das tat der Vegetation so gut und mein roter Gokart war ein bisschen sauberer…

Im Chiemgau

Chiemseeblick

Hochries Seilbahn

Die Fahrt nach Bad Kleinkirchheim

Dienten am Hochkönig

Leberkas Semmel Jause in Richtung Turracher Höhe nach dem ersten Guss

Freitag, Gegend erkunden 

Pension Grasser

Millstätter See

Parkplatz Sauzipf

Freitagmorgen und -vormittag, nach einem guten Frühstück in der Pension, die ich sehr empfehlen kann, erkundete ich die Gegend (herrliche Landschaften), ging im Billa (Supermarkt) einkaufen – Österreich ist teuer, schrieb Postkarten (jawohl, das mach ich noch) und guckte mal beim Festivalgelände vorbei, wo noch Vorbereitungen liefen.

Festival Tag 1, der Freitag

Das ganze Ambiente des Festivalgeländes begeisterte mich, das konnte nur gut werden, trotz des Wetterberichts, der sehnlichst ersehnten Regen vorhersagte, der dann auch am Abend das Gelände für einige Stunden tränkte, aber egal, Wetter ist Wetter, kannste eh nicht ändern und wenn du nass wirst wirste eben nass!

Jedenfalls war ich kurz nach dem Einlassbeginn um 15:00 Uhr vor Ort und traf Anni, eine gute Bekannte, die zum Festorganisationsteam gehört und mir auch die Akkreditierung besorgte. Dann lief mir auch noch Lebi über den Weg, der Lautsprecher und Gitarrist der Grazer (auch Leningraz genannt) Band Opium Masala, der hier beim Sauzipf zur Stagecrew gehörte: wir kennen uns u.a. vom Stick&Stone Festival 2023 in Osttirol, wo es bei ihrem Auftritt zu Beginn einen Wolkenbruch gab, ein Omen für heute abend? Im Laufe der beiden Festivaltage traf ich noch einige Bekannte aus der Szene, dazu hervorheben möchte ich Hannes, der für mich wieder ein Fläschchen selbst hergestellten Zirbenlikör dabei hatte, herzlichen Dank auch nochmal von dieser Stelle. Auch einige mir bis dato noch unbekannte Leute, die vor einigen Wochen bei unserem Freak Valley Fest zu Besuch waren und Facebook Bekanntschaften. Die Zeit bis zur ersten Band verging wie nix und schon standen Krampot auf der Bühne, ein Quartett aus Wien. Die beiden Mädels und die beiden Jungs eröffneten mit ihrem frischen Gemisch aus Alternative, für mich auch ein bissel Folk und Funk, Grunge und Stoner das Fest auf beste und unterhaltsamste Art und Weise. Zwischendrin gabs für mich alkoholfreies und eine Bratwurst mit Semmel, saß auf einer der zahlreichen Sitzgelegenheiten und genoss die Musik und die Sonne, die aber immer mehr zustach. Nervig waren die unzähligen, gelb-schwarzen Flugobjekte, die was vom gebratenen Mahl abhaben wollten, und auch das Getränk verachteten sie nicht.

Wespenbier

Später versammelten sich einige in einem Becher und wir wussten nun wie Wespenbier hergestellt wird!

Thrash Metal stand als nächstes auf dem Teller, äh Bühne: die steirische Abrißbirne Darkfall ballerte und bretterte furios über das Gelände und die zahlreich vorhandenen Haare des Quintetts flogen im Takt mit heftigen Riffs und Licks und neben und hinter mir wurden zahlreiche Nacken geschüttelt, nicht gerührt.

Kanada schickte uns anschließend die Sons Of Arrakis auf die Bühne und die vier Söhne lieferten uns eine grandiose Show. Ich durfte ihnen eine Woche zuvor beim Rock im Wald schon in die Karten gucken und sie spielten uns auch heute am frühen Abend in eine großartige Landschaft aus Doom-, Sci-Fi-, Stoner- und Desertgenerator Material wobei ich besonders die Stimme von Frédéric anmerken möchte, denn es gibt für mich nur wenige Stimmbänder die so gut klingen wie seine!

Beim Auftritt von Rosalie Cunningham und Band fing es dann an zu regnen aber dem Volk vor der Bühne war das völlig wumpe: der Sound der Band wurde abgefeiert obwohl, oder auch gerade deshalb, der manchesmal ziemlich sperrig wirkte: Prog trifft Artrock, Psychedelic flirtet mit Rock aber die Mischung machte es dann doch. Für mich als Photograph wurde es zunehmend schwierig: kein Photograben, natürlich beengte Verhältnisse vor der Bühne und der Regen setzte schon ein bissel meine Kamera unter Wasser. Aber die ist ein alter Haudegen, ein Panzer, die hat schon einiges in den 12 Jahren, die ich sie beanspruche, mitgemacht: treue Canon 5d Mark III.

Und nun, verehrte Leser, zu den heiligen vier Königen des Grooves aus der Berliner Gegend: Rotor ist Rotor ist Rotor! Vollstes „Drehmoment“ unter „Volllast“, egal was es „Costa Verde“, „Rabensol“! Enrico-Bass, Martin + Tim-Gitarren und Milan-Schlagzeug sind immer wieder, im allerwahrsten Sinne des Wortes, eine Wucht. Ein Rhythmus, wo du mitmusst, eine Ganzkörpermassage, ein Nackenmassaker, ein Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Beine, wie er gefährlich in den Knien wedeln kann! Der Regen kam nun leider immer mehr zur Geltung, langsam aber sicher stand immer mehr Wasser in meinen Schuhen. Hoodie und Jeans waren eh schon durch und die Canon kam sich sicherlich langsam vor wie in einer Waschmaschine…..was für ein Auftritt von der Band, dem Publikum und Wetter, das vergesse ich nicht so schnell!

Ich war aber jetzt so durch dass ich das restliche Festivalgeschehen nicht mehr schaffte, sorry. Der Rückweg zur Pension war dann auch noch eine Herausforderung da sich doch einiges an Schlamm und Geröll auf der Pass-ähnlichen Straße nach Bad Kleinkirchheim tummelte, aber der rote Gokart packte das.

Der Samstag: erst nochmal Touristenprogramm

Morgens in den Spar Markt (erinnert mich stark an Ingolf Lück/Rentner Herbert Görgens bei der SAT1 Wochenshow: Grüße an Ilse vom Sparmarkt!) und anschließend mit dem Twingo ins Gebirge zum Falkertsee, mit ab und zu 20% Steigung, und oben am See eine Rast und ein bissel wandern in dieser wunderschönen Gegend!

Der morgendliche Blick aus meinem Pensionszimmer

Falkertsee

Wieder beim Festival

Das begann quasi mit einem Vorprogramm schon um 11 Uhr aber ich war erst gegen 15 Uhr wieder auf dem Gelände um mir Saukids Rock anzuschauen. Eine Veranstaltung in der Veranstaltung in dem junge Nachwuchskünstler aus der Gegend an Instrumenten und Mikrophonen ihr Können hören und sehen ließen, sehr interessant.

Um 17 Uhr begann dann der zweite Tag des Sauzipf wo die Mitarbeiter T-Shirts tragen mit den Aufschriften Saucurity Ground oder einfach Saucurity. Das Line-up enthielt heute etwas härtere Gangarten mit Metal, Hardcore Punk, aber auch Doom und Spaßpunk. Durch die Absage von Dead Meadow, die ja leider durch Krankheit ihre Tour abbrechen mussten, wurde das Programm geändert und mit einem heftigen Dead Meadow Ersatz aus Griechenland vervollständigt.

Zwei metallische Grüße

Die Wiener Metaller Krawaller Bonegrinder sludgten ihren Stoff trotz angenehmer Nachmittags Sonne derbe und rau raus und trafen schon einige Fans in Nacken und Herz!

Verrat, die Metal Band aus Wien, die Crust mit Black- und Deathmetal vermengt, sorgte anschließend für einen Sound, der nicht nur mir persönlich die Ohren ausblies: was für ein stimmliches und instrumentales Massaker für Seele und Geist. Endzeit goes Sauzipf!

Ois Punk!

Wer ist denn Franz Fuexe? So heißt die nächste Band und ich wurde darüber unterrichtet, dass der Bandname eine Anspielung auf den österreichischen Bombenattentäter Franz Fuchs ist und ich mich, trotz des gefährlichen Namens, auf eine große Party auf und vor der Bühne einstelle. So kam es dann auch: Was für ein Fest das die vier Jungs aus dem Mostviertel mit dem vor der Bühne versammelten Volk veranstaltete: Front- und Rampensau Luca, auch Entertainer, Krawallero, Einpeitscher, Crowdsurfer, Kletterer und Flachköpperkönner ließ zusammen mit der Instrumentenfraktion Chris, Jürgen und Matthias sozuschreiben die Sau beim Sauzipf raus. Die rauschende Party dauerte 45 Minuten und war für mich die Gaudi des bisherigen Jahres. Die Bilder sprechen hoffentlich für sich…..

Böser Stoff – Black Metal

Nach dieser Party wurde es furios: ein beeindruckendes Ritual mit derbstem Black Metal aus Griechenland. Lucifer´s Child traten an um diesen doch heiter sonnigen Abend in eine düstere und dunkle Welt zu führen: atmosphärisch dicht, brachial, berstend, spirituell. Beeindruckend was die vier Männer aus Athen zelebrierten.

Schon wieder Punk? Oder Garage-Rock? Oder beides?

Jawohl, Baits fetzten ab 21:30 Ihr in fröhlichster Manier über die Bühne und punkteten in jede Ecke des Garage-Rock mit manchmal poppiger Attitüde, grungigen Sprengseln und einfach geradeaus in jede Fresse und die Meute vor der Bühne tobte mit Schmackes mit……

Besuch aus Argentinien

Mephistofeles, ein Powertrio doomigster Art, mit vielen Wassern der 70ies gewaschen und geprägt von den düsteren Meistern des Genres u.a. aus Birmingham, Chicago, Los Angeles und Schweden. Die ich zum ersten Mal bei ihrer ersten Tour durch Europa in 2025 in Dresden sah, hauten mich heute abend zum zweiten Mal aus den Puma-Sneakern (Achtung Produktwerbung!)! Gabriel, Ismael und Luca hauen dir mit Wonne in heavyester Weise den Fuzz vor die Stirn. Ihr Proto-Doom knallt dir Lo-Fi in den Kragen. Okkulte Themen, schwarze Magie und Drogen werden in ihren Texten beschrieben und musikalisch sind sie eh eine Wucht, ein Meisterwerk!

Abfahrt

Danach war ich wahrhaftig fertig und nicht mehr aufnahmefähig und auch durch vorhergehende, diverse Festivalbesuche schon ziemlich hinüber: die Naßzelle und das Bett in der Pension Grasser in Bad Kleinkirchhheim schrieen laut und deutlich und ich machte mich auf den Weg, zumal mir ja auch noch eine 911 km Reise am Sonntag nach Hause bevorstand. Ich bedanke mich bei Anni und der Sauzipf Crew und bei allen Bekannten: hab mich sauwohl gefühlt beim Sauzipf, danke!

Sauzipf Webseite

Filed under: Festivals, Konzertphotos, Live Reviews,

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