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Kozmic Karpet Ride II in Helmond/NL am 16.03.13

1 Kozmic Carrpet Ride IIElectric Orange, Dean Allen Foyd, Space Debris, Hidria Spacefolk

Um 16 Uhr 45 drehte ich den Zündschlüssel meines Renault Twingo, der Motor blubberte mit dumpfem Grollen los (Stonermotor) und ab ging die Post. Denn um 19 Uhr sollte im Poppodium Lakei in Helmond, ca. 130 km von meinem Wohnort Hilden entfernt, das Kozmic Karpet Ride II starten. Ich legte den Abfahrtzeitpunkt extra etwas früher, denn auf der Autobahn 3, die ich bis Duisburg benutzte, rockt es immer auf drei Fahrspuren. Links gab es Speedmetal und in der Mitte Mainstream. Auf der rechten Spur ging es eher psychedelich zu, also bewegte ich mich dort, zur Einstimmung genau richtig.

Gegen 18 Uhr 15 erreichte ich ungestreßt den Veranstaltungsort, der gegen 18 Uhr 30 geöffnet wurde. In der innerhalb der Halle gelegenen Kneipe legte „Freek“, der Chef des Yellowstockfestivals in Geel/Belgien, feinste Musik auf. Natürlich in Form von Vinyl, zu Beginn des Festes und in den Umbaupausen.

In einem Vorraum tummelten sich Verkaufsstände mit Vinyl, Tee, Schmuck und Merchandising. Dort, wie auch in der Kneipe, gab es Ruhezonen mit gemütlichen Sitzgelegnheiten.

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In der Halle stand das Instrumentarium der ersten Band des Abends, „Electric Orange“ aus Aachen, bereit. Dirk Jan Müller, keys, Georg Monheim, dr, Tom Rückwald, bs und Dirk Bittner, git servierten das erste Abendmahl in Form von abgespactem Psychedelic Rock mit leichten Proganteilen.  Schwebende, sphärische Keyboardklänge, der Gitarrensound mal brachial, mal vertrackt, mal äußerst feinfühlig. Bass und Schlagzeug schufen den Groove einer Musik, die sich für die Beobachtung von Sternenhimmel und Nordlichtern eignet. Wir schwebten und flogen durch eine psychedelische Welt, Schwebe Rock der besonderen Art, ein Genuß.

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Nach diesem ersten Musikmahl traf ich einige Bekannte aus der Szene, die man/Volker bei solchen Festen immer sieht. Eine kleine, feine Gemeinde, alles Liebhaber möglichst bunter Musik.

„Dean Allen Foyd“ aus Schweden servierten uns ab 20 Uhr 15 ein Mahl aus Psychedelia, Blues, Acid Folk und deftigem Rock. Ihre Musik kannst du dir so vorstellen: Sie brettern mit vielen, eigenen Anteilen und Schnipseln von den Pretty Things, MC 5,  Kinks, frühen Pink Floyd und Jimi Hendrix, in fettestem und hartem Garagensound hochoktanig durch den Dschungel einer Großstadt. Die Betonung liegt auf brettern, nicht cruisen. Motor City Acid Blues der Extraklasse. Die vier Jungs, Francis Rencoret, git, Fredrik Consten, bs, Willie Alin, dr und Erik Petersson, keys, waren auch optisch so wie ihre Musik. Im Geiste trug ich eine Schlaghose und auf den Schultern die Felljacke. Knapp eine Stunde gab das Quartett Vollgas bis auf den Boden der Ölwanne und erfreute uns mit ihren großartigen, eigenen Kompositionen. Sie hinterließen einen bleibenden Eindruck und eine glückliche Menge in einer völlig verqualmte Garage.

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In der Pause nahm ich mir Zeit für Coffein und Zucker und führte Gespräche über groovenden Mate Tee, V 8 Motoren, Räucherstäbchen und das Halswirbelsäulen Syndrom.

„Space Debris“ experimentieren gerne und ausführlich, das bewiesen sie uns ab 21 Uhr 45. Christian am Schlagzeug, Mitja am Bass, Thommy an der Gitarre und Winnie an den Tasten sind eine Band nach dem Motto: Wir fangen jetzt mal an und sehen, was im Laufe des Stückes so alles passiert. Und es passiert einiges. Experimentelle Improvisation in einem Gewand aus Jam-, Kraut- und Psychedelic Rock, bloß keine vorgegebenen Spielmuster nachspielen. Kreativität und Spielkunst fusionierten. Ihre ausgelassene Spielfreude war in jeder Sekunde zu spüren, erinnerte mich ein bißchen an die Spontanität bei den Konzerten von „Can“ in den 70ern, die ich einige Male miterlebte. Der zeitweise, parallele Auftritt einer Hula Hoop Tänzerin auf einem Podest neben der Bühne gab dem Geschehen noch einen visuellen Kick.

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Vor dem Auftritt der finnischen Spacerocker „Hidria Spacefolk“ überfielen mich schwere Bedenken. Wie halte ich ihren 90 minütigen Auftritt körperlich durch. Diese spacigen Tempoattacken, diese fulminanten Tastenorgien und Xylophonklänge, diesen wahnsinnigen Groove. Trotz vorheriger, manueller Therapie für die Halswirbelsäule und andere Wirbel durch die Physiotherapeutin meines Vertrauens kam ich gegen Ende des Spacerocks an meine körperlichen Grenzen. Was für ein geiler und gnadenloser Auftritt. Die spinnen, die Finnen. Mikko und Sami an den Gitarren, Kimmo und Teemu mit Bass und Drums, Tastateur Veikko und der Xylophone Olli schraubten uns die Halswirbelsäulen aus der Verankerungen, die Halle swingte und tobte in Space.

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Nach dem Einrenken meiner Knochen machte ich mich auf den Rückweg ins Rheinland. Vorher gab ich aber noch reichlich in die Kollekte des Merchandising, so feine und gute Musik der 17 beteiligten Musiker musste belohnt werden. Das dachten sich feiner Weise auch etliche andere Musikteilnehmer. Die zweite Ausgabe des Kozmic Carpet Ride war rundherum gelungen, ein großes Lob an die Macher und Mitarbeiter in Helmond, wir hatten viel Spaß und Freude an Ambiente, Musik und Service.

Bis zum hoffentlich nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Kozmic Karpet Ride……( Volker )

Electric Orange

Dean Allen Foyd

Space Debris

Hidria Spacefolk

Poppodium Lakei

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