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The Sheepdogs – Same

sheepdogs-sheepdogs-4028Wie der Name schon sagt: Sheepdogs sind Hütehunde (meist Border Collies). Spezialisierte Wächter von vagabundierenden Schafherden.

Auch The Sheepdogs aus Saskatoon, Kanada, entpuppen sich als Hüter bzw. Bestandsbewahrer einer scheinbar verloren geglaubten Zeit. Ihren Soundzitaten darf man fast ein halbes Jahrhundert zugute halten.

Da kommt einiges zusammen: Der Opener „I Laid Back“ zitiert The Grateful Dead und The Band und klingt im Refrain bzw. Chorus plötzlich nach Badfinger.

Die Eingangssequenz zu „Feeling Good“ ist Norman Greenbaums „Spirit In The Sky“ geschuldet, wobei der Song im weiteren Verlauf bei The Sweet und teilweise auch bei T. Rex andockt (eine geile Schepperorgel gibt es obendrauf!)

Bei „Alright Ok“ kommen einem bei den rückwärts laufenden Gitarrenlicks spontan die Beatles oder Kenny Rogers & The First Edition in den Sinn. Der alles überragende Harmoniegesang der Sheepdogs ist eine Referenz an The Boomers (ebenfalls Kanadier mit einem Klasse-Album zu Beginn der 90er Jahre). Die müssen Sheepdogs-Songschreiber Ewan Currie von Kindesbeinen an begeistert haben, darauf gehe ich jede Wette ein! Aber auch The Band, die später noch einmal in „It Ain’t Easy To Go“, ebenso wie The Grateful Dead, nachhaltig durchscheinen.

In „Never Gonna Get My Love“ wird insbesondere George Harrison (bzw. den Traveling Wilburys) ein Denkmal gesetzt.

Das einzige Instrumental, „Javelina!“, beginnt wie Santana und mündet – einschließlich fulminanter Fuzzgitarren – im vorwiegend britischen Bluesrock bzw. dessen Canterbury-Scene der wilden 1970er Jahre.

Darüber hinaus gibt es auf dem Album unzählige weitere Soundzitate. Status Quo, ELO, The Killers in „Is Your Dream Worth Dying For?” zum Beispiel.

Die grandiosen Vocals von Ewan Currie und der perfekte Harmoniegesang der Sheepdogs verblüffen ein ums andere Mal.

Retrosound-Ohrwürmer, die sich im Gehörgang festkrallen und zum Mitsummen bzw. Mitsingen einladen.

Zum Dahinschmelzen: „Ewan’s Blues“ (Track 5), „Sharp Sounds“ (Track 11) und „In My Mind” (Track 12).

Das ultrageile, psychedelische Cover nicht zu vergessen!

Und dennoch: Produzent Patrick Carney (Drummer der Black Keys) wollte vermutlich zu viel auf einmal und einen unbedingten Gegenentwurf zu The Black Keys etablieren.

Mit „Guckt mal, was The Sheepdogs alles so draufhaben“, mag er ja Recht haben.

Aber selbst das Netz tut sich mit der Einordnung schwer. Mal wird die Band als Psychedelic-, mal als Blues- Folk- oder schlicht  „nur“ Rockband annonciert.

Das Beste wird sein, sich die Band mal live reinzuziehen. Zumal ihnen der Ruf einer grandiosen Liveperformance vorauseilt.

The Sheepdogs sind:

Ewan Currie (Vocals, Guitars, Organ, Piano)

Ryan Gullen (Bass, Backing Vocals)

Sam Corbett (Drums, Percussion, Backing Vocals)

Leot Hanson (Guitars, Backing Vocals)

Lauflänge 44:12

Warner /Atlantic 7567-87667-4

The Sheepdogs am 11. April 2013 live im Luxor, Köln, 12.04. im Roadrunners, Berlin, 13.04. Hafenklang Hamburg und am 14.04. im Backstage, München.

(Heinz W. Arndt)

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