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Slingshot – A Period Of Reflection

slingshotcover_front_72(co) Aus Wien kommen offenbar nicht nur Kaffeegourmets, Liebhaber von Schokoladentorten und Touristen mit einer Unmenge an Fotos, sondern auch sehr spielfreudige Musiker. Zumindest vier. Denn aus so vielen Leuten besteht die Wiener Band Slingshot. Auf „A Period Of Reflection“ zeigt sich die Band spielfreudig und charaktervoll und bietet einen großartigen Sound!

Die Stimme von Sänger Funkhead erinnert sehr an „Green Machine“ von Kyuss. Milder zwar und ruhiger, aber mindestens genauso frei heraus. Gitarre und Bass verstehen sich durchweg ausgezeichnet: Tiefe, verzerrungsreiche Rythmen ergänzen feine Melodien; gemeinsam brummende Riffings schaukeln sich groovig auf. Und so bewegt sich die Band aus Östereich in einem Soundbereich, der viel Spielfreude durchscheinen lässt und beinahe den Eindruck einer Session erweckt, ohne sich je in Dudeleien zu verlaufen. Mal mehr bluesig, mal fast jazzig und das Schlagzeug immer straight. Im Kern aber immer heavy. Die Platte steigt stark ein und zeigt unmittelbar den Charakter von Slingshots Musik. „Silverdragon Queen“ startet bluesig, türmt sich auf und soliert dann eine Weile, bevor noch einmal härtere Saiten aufgezogen werden. Weniger hart, aber vom gleichen Schlag sind da „Desperate Zombies“ und „Psychobabble“, wie auch spätere Songs der Platte.

Ein echter Höhepunkt der Platte ist mit dem Song „Insane (Of Mary Jane)“ gesetzt. Weiche, verträumte Melodien in den Strophen und ein herausragender, rumpelnder Chorus werden über sahnige Sounds und Spannungsaufbauten zu einem großen Ganzen untrennbar zusammengeschweißt. Ein großes Danke geht von meiner persönlichen Seite aus an die Band: Die Hommage an den wohl größten Douglas-Adams-Klassiker „42“ ist ein sehr feines Stück! Mit viel Entfaltungszeit als längster Albumtrack baut sich hier erst spielverliebt die Atmosphäre auf (bluesig und frei) und kriegt später richtig Feuer unter’m Hintern, ohne an Detailfreude missen zu lassen – besonders was den Bass angeht. Gegen Ende wird „A Period Of Reflection“ etwas gediegener. Zwar dominiert nach wie vor das Wechselspiel aus Härte und sanfteren Parts gepaart mit vielseitigen Einflüssen, doch nehmen Slingshot etwas Raubeinigkeit raus. Und mit „Morning Sun“ winken sie dann nochmal akustisch und gekonnt zum Abschied.

„A Period Of Reflection“ ist ein umfangreiches Werk. Zwar gibt es die Band schon seit 2006 und dies ist ihr erstes Album, aber eine Spielzeit von über einer Stunde mit 12 Songs ist allemal eine Ansage. Die Wiener klingen weniger nach sonniger Autobahn und schneller Fahrt, weniger nach Rumrüpeln und Balzen als man vom „klassischen“ Stoner gewohnt ist. Auch modern übliche Einschläge aus den Siebzigern oder dem Doom sind hier nicht zu finden. Slingshot greifen den Geist des Stoner Rock auf und verpassen ihm einen weniger trockenen und – hart gesprochen – monotonen Anstrich. Vielleicht die europäischste Variante des Wüstenrocks?….(Colin)

Slingshot

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