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The Delta Saints – Live At Exit/In

Delta-Saints-1Die Band startet gerade neu durch.
Vom Bluesrock-Geheimtipp zum Garanten für noch mehr Drive.
Wir alle wissen: wer sich AC/DC reinzieht, wird niemals enttäuscht.
The Delta Saints machen es den Altvorderen einfach nach.
Die Band ist auf dem besten Weg, ihr Nischendasein für alle Zeiten abzustreifen.
Mit überschwänglicher Livemucke.

Die Promobeschreibung des Albums hat mich schwer ins Sinnieren gebracht:
Wie Steve Marriotts Humble Pie aktuell klingen könnten, wären sie noch aktiv. Oder warum Delta Saints Bassist David Supica nach der Frage zu Einflüssen und Status quo ausgerechnet folgenden Satz raushaut: „The best I can come up with is this: Joe Cocker and Derek Trucks had a love child that hired the Black Keys.“

Wörtlich zitiert aus dem Teenage Head Music Waschzettel zum kommenden Live-Album.
Sooo ist das also! Zumindest aus Supicas Sicht.

Ich halte den Jungen für durchaus clever. Vielleicht fiel ihm ja gerade nix Besseres ein, und er rotzte den Satz einfach mal so raus. Es aber als „bare Münze“ zu nehmen, ist dann doch grob fahrlässig.

Selbstredend fließt bei den Delta Saints ein Quäntchen Derek Trucks und von mir aus auch Black Keys ein. Als Tupfer sozusagen, aber nicht als Quintessenz.
Die transzendiert The Black Crowes und insbesondere Humble Pie!

Der Vergleich mit Joe Cocker hinkt am meisten. Dafür ist Cockers Gekrächze viel zu eindimensional – Ben Ringels Timbre ist da wesentlich wandlungsfähiger.
Was ihn am ehesten noch mit Cocker eint, ist das unbestreitbare Blues-FEELING.

Und dieses FEELING atmet auf geradezu wundersame Weise den Geist von Humble Pie – respektive den von Steve Marriott.

Egal, ob man nun Ringels Marriott-affine Stimme, Call & Response zwischen Band und Publikum, das traumhaft sichere Interagieren der Rhythmusfraktion mit dem Sänger oder das treibende, bandinterne Pushen bis zum Gehtnichtmehr in den Focus rückt – selten zuvor wurde der in die Jetztzeit transzendierte Sound von Marriott & Co vergleichsweise auch nur annähernd so gänsehauttreibend erreicht.

Beide sind/waren dem Bluesrock (und seiner zahlreichen Facetten) verpflichtet und beide strahlen das aus, was heutzutage immer mehr ins Hintertreffen gerät: GLAUBWÜRDIGKEIT und AUTHENTIZITÄT.

Delta Saints 2Wer verstehen möchte, was ich meine, sollte sich unbedingt die Humble Pie Performance „Rockin’ The Fillmore“ – besser noch – „Live At Winterland“ anhören. Und sich zum Vergleich im Netz, mit Hilfe dieser Scheibe oder demnächst live in Germany „Steppin’“, „Death Letter Jubilee“, „Pray On“ oder „Chicago Boogie“ der Delta Saints reinziehen. Gerne auch den „Crossroads“/“Rockpalast“-Auftritt in Bonn aus 2011 (dort allerdings noch mit einer ganz feinen Harp!) .

Verblüffenderweise agierten The Delta Saints – direkt vom Start in 2007 – wie alte, gestandene Hasen. Soo versiert und soo gesettled habe ich Vergleichbares aus anderen jungen Bandjahren selten erlebt.

Mit „Live At The Eit/In“ switchen die Delta Saints insofern um, als sie die Harp gegen Organ und Keyboards eintauschen.
Das überrascht nun doch ein wenig, weil Greg Hommert eine superbe Mundharmonika zu spielen pflegte.

Aber: mit Organist Nate Kremer wird der Spirit der Delta Saints auf eine noch dynamischere Ebene transportiert.

Kremers nicht selten jazzaffine Hexerei rundet eine Bandphilosophie ab, die Veränderungen auf dem „Weg“ zum sprichwörtlichen „Ziel“ authentisch mit Leben füllt.

Im Verbund mit Kremer holen Dylan Fitch (guitar), Ben Ringel (vocals, guitar), Ben Azzi (drums) und David Supica (bass) schlichtweg schier Unglaubliches aus sich heraus und reiten das Exit/In buchstäblich in Ekstase.

Auch wenn die Reihenfolge der Tracks auf der CD willkürlich erscheint. Siehe Track 3 „The Devil’s Creek“: An dessen Ende verabschiedet sich Ben Ringel mit „Good Night“.

Unverkennbar, dass das sogenannte „Beste“ von zwei aufeinander folgenden Abenden  ineinander gemixt wurde.

Anyway: Ich hoffe, dass Steve Marriott auf Wolke sieben ’ne stramme Party organisiert.

Die Livedynamik der Delta Saints wird ihn vermutlich genauso flashen wie alle, die demnächst „Live At Exit/In“ zur Rotation auf dem Player liegen haben.

„Live At Exit/In“ zählt für mich ab sofort und bis auf weiteres zum erweiterten Kanon der besten Live-Alben aller Zeiten!

(Heinz W. Arndt)

The Delta Saints „Live At Exit/In“
12 Tracks, TT 70:26 min

Release date: May 27, 2014

The Delta Saints live in Germany during the next weeks:

June 05 at Wunderbar Weite Welt, Eppstein
June 06 at Blues Garage, Isernhagen
June 07 at Grolsch Blues Festival, Schöppingen

The Delta Saints

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