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Mexicoma – Obsidian Monolith

Mexikoma--cover1Schon die ersten Releases von Mexicoma aus dem wunderschönen Norden Schwedens gaben sich keinesfalls zurückhaltend oder schwachbrüstig – heftig, schwer und rumpelnd waren sie schon immer. Aber mit „Obsidian Monolith“ gehen sie neue Wege der Wucht. Dabei werden sie nicht etwa einfach nur härter und lauter; ganz im Gegenteil setzen sie verstärkt auf ein breiteres Spektrum an musikalischen Einflüssen und punkten durch gigantische, harmonische Riffings und Melodien.

Laut Label sind fünf der neun Tracks schon auf der „Supervoid“ EP aus dem Jahre 2012 erschienen und sind auf der neuesten Platte in remasterter Form untergekommen. Welche der Songs? „Mortified“, „Island Of Ghosts“ und „Room 101“ waren tatsächlich schon auf der „Supervoid“ zu finden, mehr taucht aber nicht auf alten Releases auf (laut Bandcamp hat die „Supervoid“ EP nur 4 Titel…). Gemein ist diesen drei Songs, dass sie härter und kompromissloser daher kommen als beispielsweise der Opener „Keep Me Alive“ oder gerade die späteren Songs der Scheibe.
Mit mehr Härte und mehr Geradlinigkeit steigt auch der Stoner-Faktor der Songs. Während sich andere Songs weiter über den Tellerrand hinaus bewegen – wie der Start des bluesig hauchenden „Bored Beyond Belief“ oder das herrlich gesungene „West Of Memphis“ mit dem wunderbaren Wechselspiel aus Gitarrenmelodie und rauer Stimme – bleiben andere in bester Stoner-Manier trocken, derb, rau und eben gnadenswerter Weise auch ungeschliffen.
Was die Gitarrenriffs, -melodien, -einwürfe und -spielereien angeht, bedienen Mexicoma wirklich alle Wünsche. Mit der Macht von drei Gitarren (plus Bass!) im Rücken schieben die Schweden mächtig vorwärts und greifen in Bereiche über, die den Sound bis tief in den Sludge katapultieren. (Auch den Drums sei Dank!)
Mexicoma-KopieDabei wirkt der Sound nicht ungewohnt viel fetter als auf Platten anderer Bands. Der wahre Schnörkel in der Schönschrift, die es hier zu bestaunen gibt, liegt im Songwriting, das alle Instrumente voneinander differenziert, im Songkontext aber zu ungeahnter lehmiger und erdiger Dichte vereint. Das lohnt sich interessanter Weise besonders in Songs mit gedrosseltem Tempo wie „Supersonic Speed“ oder „West Of Memphis“. Aber auch in den späten Songs der Platte, die betont hymnisch daher kommen, entsteht durch die massiven Einlagen ein ganz eigener, starker Touch, der sich besonders in „Abyssus Abyssum Invocat“ oder im letzten Aufbäumen der Platte am Ende von „Bored Beyond Belief“ niederschlägt.

„Obsidian Monolith“ ist ein sehr abwechslungsreiches Abenteuer. Der klare Ursprung aus fuzzigen Sounds und Stoner Rock schimmert stets durch, aber die Schweden zeigen mehr als das und machen sich selbst alle Ehre, wenn Songs wie „Abyssus Abyssum Invocat“ oder „Alien Radio“ kurzerhand alles verwischen, was musikalisch auch nur in die Nähe von Stoner, Grunge oder Doom kommt. Das wird jeden umhauen, der auf Sludge und die neuen Entwicklungen aus dem doomigen, stonigen Bereich steht. Und die älteren, remasterten Songs? Was damals gut war, schillert auch jetzt noch und hilft nicht nur im Kleinen aus hintereinander gespielten geilen Songs ein einfach geniales Album zu machen. Danke dafür!….(Colin)

Mexicoma

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