rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Guy Forsyth – High Temperature/Red Dress/The Pleaser

Forsyth(vo) Einen flotten Dreier mit alten und ganz neuen Tönen aus dem Hause Forsyth beschert uns „inakustik“ in diesen Tagen.
Guy, ein 1968 in Denver/Colorado geborener Harmonikaner, Sänger, Gitarrist und Songschreiber, startete zum ersten Mal 1994 unter dem Banner „The Guy Forsyth Band“ mit der am 18. Juni 1993 im Metropool in Hengelo, Niederlande, mitgeschnittenen CD „High Temperature“ durch.
Er und seine damalige Band kamen wie aus dem Nichts und musizierten sich mit der 12 Tracks umfassenden CD in die Herzen etlicher Fans mit ihrem Blues/Bluesrock bester texikanischer Machart.

Guys Harpspiel ist flüssigheiß, kräftig und über jeden Zweifel erhaben, seine Slide-Gitarreneinlagen sind schmutzig, ruppig und evil, und seine Stimme trägt……sprich, sie besitzt, in der richtigen Zusammensetzung diese gewissen Extrakte aus Schmutz, Schweiß, Soul und Kraft.
Meiner bescheidenen Meinung nach liegt sie auf dem gleichen Qualitäts- und Dezibel Level wie bei Ray Charles und Kim Wilson.

Die Band, bestehend aus Keith Bradley-Gitarre, Rich Chillen-Drums und Rob Douglas-Bass, rotzt, schleppt, drückt, groovt und shuffelt dazu in großartiger Manier, ein Blues/Rock Vierer unseres größten Vertrauens, der aus Austin/Texas kam, sah und wie die Sau blueste und rockte.

Draußen kämpfte sich schon die Sonne an`s Firmament und drinnen standen die Jungs zu dem Zeitpunkt immer noch vor einer begeisterten und auch nicht müde werdenden Meute, knapp fünf! Stunden dauerte ihr High Voltage Blues bei High Temperature, Respekt und tiefe Verbeugung von mir!

Einzelne Stücke hervorheben möchte ich nicht.
Die CD ist ein vor Energie dampfendes Gesamtkunstwerk, das sich lange Zeit in nicht mehr lieferbarem Zustand befand.

Deshalb diese Neuauflage vor einigen Wochen.

„Red Dress-Live“ ist quasi eine Fortsetzung und Ergänzung dazu.

Wie schon geschrieben erstreckte sich die Sause vor 21 Jahren bis hin zum frühen Morgen,

Die sehr gute Idee des Labels dazu: 14 weitere texanische Dampfmacher und -erzeuger des damaligen Auftritts der geneigten und interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren: Das Qualitätslevel ist weiterhin in und auf High Temperature.

Unterschiede bestehen lediglich darin, das sich auf der „ersten“ CD vier Coverversionen befinden, Red Dress enthält deren sechs (von Willie Dixon, Little Walter Jacobs-2 Titel, Esther Navarro, Jimmy Rogers und Joe Louis Walker) und der etwas erweiterte Tex-Mex Einschlag bei einigen Kompositionen.
Wieder möchte ich keinen Titel hervorheben, das ist Kost, wie ich sie liebe und verehre.

Beide CDs sind knapp 140 Minuten feinste Texas-Blues Kost, feurig und schmackhaft, ohne Soße, knochentrockener Partystoff.

Zum neuesten Streich mit einer neuen, aber nicht minder guten Band: „The Pleaser“ ist bis auf die beiden Co-Produktion-Kompositionen mit Basser Naj Conklin und zweien mit Gitarrist George Rarey, und einem Alleingang von Rarey, auf Forsyths eigener Scholle gepflanzt, gewachsen und Erntefrisch unter dem Laser gelandet.

Seine Musik hat er in den Zwischenjahren auch mal zeitweise anders orientiert, mehr Rock, mehr Americana, mehr Indie.
In dieser Phase hab ich ihn beim Rhythm And Blues Festival im belgischen Peer anno 2006 erlebt, dort garnierte er zwei Songs mit Geigenbogen auf Säge….klang interessant.

Guy Forsyth - Peer 2006

Nun betritt er mit seiner elften Scheibe wieder die alten, Texas-bluesigeren Pfade und lässt es mit seiner Band ordentlich bluesen, swingen, shuffeln und rocken.
Fette Riffs mit Harp und Saiten von Forsyth und Rarey, eine Stimme Marke „der singt dich durch eine geschlossene Tür“, Groove satt unter die Fußsohlen, bis in die Haarspitzen und in die Gelenke von Conklin und Drummer Mark Hays. Bluesherz, was willst du mehr.

Die Produktion klingt warm und „Old School“, trotzdem modern und zeitlos.
Ein paar Beipiele: Der erste Titel ist programmatisch und trifft wie das Bottleneck die Saite: „Good Stuff“, treibend, tanzbar, wie geschaffen für eine Tex-Mex Bar.
„Play To Lose“ ist ein Bluesschleicher vor dem Herrn, eine Stimme wie aus der dunkelsten Gruft, röhrende Harp und dezenter Groove von Saiten und Fellen.
„Carried By Six (Pop`s Blues) ist ein Fetzer für die Tanzfläche, da verknoten sich die Knie und die alten Nackenknochen wollen nicht aufhören mitzuwippen.
„Put A Little Sex In It“ ist ein Bar Room Blues mit sehr lässigen Saxophoneinlagen (leider lässt sich im Booklet nicht erlesen, wer diese erlesenen Töne erzeugt).
„The Pleaser“ und „Jitterbug Adios“ swingen und bewegen.
Und „Time To Move“ kriecht förmlich aus den Swamps und lässt dieses feine Album auf beste Art und Weise ausklingen……(Volker)

Guy Forsyth

Einsortiert unter:Album Reviews, Blues, , , , , , , , , ,

November 2014
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

Fuzzfest Wien am 24. + 25.11.17

Heavy On Sunday – Leeuwarden, 26.11.17

Ten Years After im Metropool/Hengelo 08.12.17

Freak Valley X-Mas Fest im Vortex/Siegen am 09.12.17

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: