rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Joe Bonamassa – Muddy Wolf At Red Rocks

Bonamassa Red Rocks DVD(hwa) Bonamassa ist ein verdammt ausgefuchstes Bürschchen und kann einen ziemlich kirre machen. Er mietet eines der landschaftlich schönsten Amphitheather der Welt (das Red Rocks in Colorado), verbeugt sich vor seinen Vorbildern Muddy Waters und Howlin’ Wolf und sammelt ganz nebenbei noch Spenden für seine Blues Alive Stiftung ein.
Den Medien zufolge sollen dafür 40.000 Dollar zusammengekommen sein…

Nun gut: jene Summe könnte er theoretisch auch aus der Portokasse bezahlen. Ich vermute, dass die Tantiemen, die Bonamassa aus diesem Red Rocks Coup langfristig erwachsen, die Spende um das Hundertfache übertreffen werden – mindestens.
Aber hier wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein.

„Muddy Wolf At Red Rocks“ ist ein bemerkenswertes Spektakel.

9.000 Zuschauer sind schier aus dem Häuschen.

Und das, obwohl Bonamassa über keine adäquate Bluesstimme verfügt.

Er gleicht es aus, indem er den Rest perfektioniert.

Da ist zum einen das Outfit (Weiße Blazer innerhalb der Band, ER im dunklen Blazer mit weißem Hemd und Sonnenbrille), da ist eine tolle Bläserfraktion innerhalb einer grandiosen Band und last but not least Bonamassas beeindruckendes Gitarrenhandling – egal ob Flinkefinger oder Slide.

Und trotzdem: Sein Blues-„Gesang“ hat eher das Timbre eines Chorknaben, der Blues als Schöngesang missversteht. Patina bzw. Street- oder Cottonfields-Credibility (nennt es, wie ihr’s wollt!) gehen Bonamassa stimmmäßig in hohem Maße ab.

Apropos: Chester Burnetts (= Howlin’ Wolf) gutturales Krächzen macht es besonders deutlich. Da hätte man sich gewünscht, dass sich Bonamassa eines Gastsängers wie beispielsweise Omar Dykes (Omar & The Howlers) hätte bedienen mögen.

Das ändert nichts daran, dass der Mehrheit aller Bonamassa-Maniacs das explizit am Arsch vorbei geht. Die wollen einfach nur ihren Spaaaaß haben …

Dürfen sie – und Bonamassa hat’s erkannt!

Er packt in den Auftritt neben den Muddy Wolf Parts selbstredend auch noch eine eigene Bonamassa-Einheit (von Jimi Hendrix’ „Hey Baby – New Rising Sun“abgesehen) rein.

Das plötzlich existente Niveaugefälle, was Blues tatsächlich für die Altmeister bedeutete, ist im Hinblick auf Bonamassas eigene Songs zwar durchaus evident, tut aber der Euphorie des Publikums keinen Abbruch.

Titelfolge der DVD-Red Rocks-Version siehe Scan.

Bonamassa DVD Backside

 

 

 

 

 

 

Band Line-up:
Joe Bonamassa (Gitarren, Gesang), Anton Fig (Schlagzeug), Michael Rhodes (Bass), Reese Wynans (Klavier, Hammondorgel), Lee Thornburg (Trompete, Bläser-Arrangements), Ron Dziubla (Saxofon), Nick Lane (Posaune), Mike Henderson (Mundharmonika) und Kirk Fletcher (Gitarre)

(Heinz W. Arndt)

Joe Bonamassa „Muddy Wolf at Red Rocks“

J & R Adventures, 2015

Im Vertrieb von Provogue / Mascot Label Group

2 CDs

2 DVD sowie Blue ray Version mit Bonus Material

Einsortiert unter:Album Reviews, Blues, DVD / Film - Reviews, , , , , , , , , ,

März 2015
M D M D F S S
« Feb   Apr »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

SOL präsentiert: The Atomic Bitchwax / Greenleaf / Steak Tour November/Dezember 2017

St.Hell Festival am 27.+28.12. 2017 im Gruenspan/Hamburg

Tonzonen Labelnight in der KuFa Krefeld am 13.04.18

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: