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The Golden Grass und Hypnos am 31.03.2015 im Backstage-Club München

Titel-TGG-HYP(ch + to) Wenn an einem verdammt stürmischen Dienstagabend die halbe Stadt im totalen Chaos versinkt. Wenn durch umgestürzte Bäume, geborstene Fensterfassaden inklusive Ausfall vieler öffentlicher Verkehrsmittel fast gar nichts mehr geht. Dann kann es doch eigentlich, genau an so einem Tag, nichts besseres geben, als zu Gerstensaft und Gitarrensound es selber auch mal wieder richtig krachen zu lassen. Mit einer der wenigen S-Bahnen, die überhaupt gefahren sind, hatten wir beide dann auch das nötige Glück dazu noch rechtzeitig im Backstage-Club aufzuschlagen.

Den gleichen Gedanken und dasselbe Glück hatten bestimmt auch die anderen, ca 60 anwesenden Gäste. Wir beide waren deshalb angenehm überrascht, das überhaupt so viele bei diesen ziemlich üblen Wetterbedingungen den abendlichen Konzertweg in den schönen Club im Backstagegelände gefunden hatten. Eigentlich sollte der Auftritt von ‘Hypnos‘ gegen 20 Uhr beginnen, aber die Band aus Schweden hatte dann doch ein Einsehen, da immer noch Besucher, mit dem Sturm kämpfend, an der Abendkasse eintrudelten. Es gab also noch eine halbe Stunde Wartezeit obendrauf, die wir beide schon mal dazu nutzen konnten, um uns mit einem ersten Getränk in gepflegte Rock n Roll- Laune zu bringen. Punkt 20.30 Uhr ging es dann aber ohne Umschweife los. Die hypnotischen Schweden enterten die Bühne, um der willigen Dienstagabend-Sturmrockgemeinde ordentlich die Lauscher durchzublasen.

Mit Ihrem 80er Outfit erinnerten mich die Jungs von Hypnos dabei zusätzlich an mein eigenes Antlitz vor über 30 Jahren. Gleich beim gepflegten Opener warfen sie Ihren Boogie und Hardrock orientierten Heavy-Sound, in aller bester Thin Lizzy, Priest und Maiden Manier, in die anwesende Meute. Noch während der ersten Akkorde wurde mir ganz anheimelnd zu Mute. Da ich in meiner Jugendzeit gerade Bands wie ‘Judas Priest‘ aus der ‘Sad Wings of Destiny‘ und ‘British Steel‘ Zeit geliebt habe, war ich bei dieser Gitarrenherumwirbelei auch gleich voll und ganz mit dabei. So was muss natürlich gleich gebührend mit einem neuen Bierchen begossen werden. Wie frisch, frei und unbeschwert diese Band mit Ihrer ‘Unleashed in the East‘ Attitüde durch die Ohren des Publikums fegte, war eine wahre Freude. Alles klang genau so herrlich unverbraucht wie bei besagten Helden, die mich in meiner Jugendzeit in Begeisterung und Verzückung versetzt hatten. Darauf erst mal wieder ein neues Getränk! Schnell mit Charly sowie dem dritten Bier darauf angestoßen und weiter ging es im Rock n Roll Kontext.

Songs wie „Hypnose“, “Hands of Evil“, “Nightmares“ und „The Mountain“ machten die genüsslich aufspielende Runde und schoben Ihre angenehme Gitarren-Sturmfront ins begeisterte Publikum. Alles wurde mit Unbekümmertheit und Leidenschaft vorgetragen. Die Kollegen von Hypnos hatten sichtlich Spass an Ihrem eigenen Material und breiteten diese Energie direkt über dem Zuhörern aus. Dabei konnte der sehr agile Sänger mit seinen Vokals zusätzlich punkten. Er hat mir das ein und andere Mal, in geschmeidiger jugendlicher Halford-Dickinson Art, einen wohligen Schauer durch die Gehörgänge gejagt. Zum ein und anderen Stück wurde dann auch noch zusätzlich die Querflöte ausgepackt. Mir war bis dato gar nicht bewusst, das diese Maiden-Priest Adaptionen mit solchen Tönen auch verdammt gut funktionieren können. Das hat echt Spass gemacht. Und diese Band hat sich somit den Abschiedsapplaus für Ihre Vorstellung redlich verdient! Ein wahrhaftig erfrischender Auftritt, der dem gemütlichen Backstage-Club bestens zur Ehre gereichte. Mit einem leckeren „Jawohl – das war Super“, musste bei uns beiden natürlich gleich das vierte frische Pausenbier gezapft werden.

Nun standen die drei Herren aus New York auf dem musikalischen Sturmplan. Das Trio aus Brooklyn ist vor allem für den Heavy Rock der frühen 70s mit diesen feinen psychedelischen Einflüssen bekannt. Deswegen waren wir ja auch ursprünglich da, um uns eben genau diese gepflegte und energiegeladene Mütze Boogie-Retro-Power mit satten gute Laune Vibes reinzuziehen.

Schon die erste Nummer, „Stuck On A Mountain“, ist ein genialer Gassenhauer, der uns als Eröffnungsstück gleich unglaublich druckvoll in die Ohren gepustet wurde. Das schreit gleich wieder nach einem neuen Hopfentee! Ohh jaa – und mit „Please Man“ ging es gleich weiter. Eine genussvoller Soundteppich baute sich bei dieser begnadeten Instrumentierung in unseren Live-Ohren auf. Die Band war gut drauf und schmetterte Ihren psychedelischen Boogie Bluesrock ins groovende Publikum. Sie verbreiteten dazu ein grandioses 70er Feeling, wie man es sich fluffiger nicht vorstellen könnte. Einfach geil! Von den drei musizierenden Gräsern wurde hier eine goldene Wolke vom Allerfeinsten entfacht, die mitreissend voluminös in das hypnotisierte Publikum hinein getrieben wurde.

Zum Glück standen wir nicht weit von der Theke entfernt und somit war dazu ein weiteres Erlebnisbierchen schnell besorgt. Mit dem sechsten ‘Edelstoff‘ in der Hand wurde “The Pilgrim“ angestimmt. Damit hatten die New Yorker die begeisterte Boogierockmeute endgültig ins Auge Ihres Sound-Orkans hineingesaugt. Nun ging es Schlag auf Schlag bzw Boogie auf Rock. Auf eine begeisternde Nummer folgte das nächste Glanzstück. In diesem Sinne genau so wie bei uns beiden jeder Schluck Bier einem erneuten Schlückchen folgte. Selbstverständlich musste zu tollen Songs wie “One More Time“, “Sugar N Spice“ und dem grandiosen psychedelisch inszenierten “Wheels“ einfach weiterhin sowie ordentlich die Kehle geölt werden. Irgendwie haben wir beide dann in diesem allgemeinen Bier- und Soundrausch den Überblick über die Reihenfolge besagter Songs verloren. Das macht aber nichts, denn die Hauptsache ist doch, das man es an so einem prickelnden Abend mal wieder so richtig krachen lässt – oder?

Nach ca 70 Minuten, und neun erstklassigen Stücken, war dann Feierabend. Die Golden Grass Jungs konnten, für eine lautstark geforderte Zugabe, auch leider keinen Song mehr anbieten, da Sie schon Ihr gesamtes Repertoire zu Besten gegeben hatten. Nichtsdestotrotz wurde dieser klasse Auftritt vom zufriedenen Zuhörervolk mit satten Applaus quittiert. Mit insgesamt acht leckeren Umdrehungen aus dem Bierglas bzw aus der Flasche und dadurch auch im eigenen Hirn haben wir hier zwei verdammt gut aufgelegte und bestens aufspielende Bands mit jeder Menge Rock n Roll im Blut erlebt. Deshalb möchten wir diese feine Konzerttour denjenigen, die sich das ebenfalls gern noch live reinziehen möchten, wärmstens an das eigene Abendgestaltungsherz legen! … (Tom & Charly)

Line Up The Golden Grass:
Adam Kriney – Drums and Percussion, Lead & Backing Vocals, Hammond
Morgan McDaniel – Electric Bass Guitar
Michael Rafalowich – Electric Guitar, Lead & Backing Vocals, Acoustic Guitar, Hammond

Line Up Hypnos:
 Philip Lindgren – vocals, 
Oskar Karlsson – guitar, 
Fredrik Bäckström – guitar, 
Anton Frick Kallmin – bass
, Lasse Ekelöf – drums

The Golden Grass & Hypnos – Die restlichen Tourdaten:
TourdatenAPR 04 – IT, Castel D´ Ario, Mantova, L´Hostaria
APR 05 – CH, Olten, Coq d’Or
APR 07 – DE, Cologne, Yard Club
APR 09 – DE, Hamburg, Kleiner Donner
APR 10 – DE, Lichtnenfels, Paucnhy Cats
APR 11 – NL, Den Haag, De Besturing
APR 12 – NL, Tilburg, Roadburn Festival

Bilder Hypnos mit der Tomhandycam:

Hypnos1 Hypnos2 Hypnos3 Hypnos4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder The Golden Grass mit der Tomhandycam:

Golden Grass1 Golden Grass2 Golden Grass3 Golden Grass4

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