rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Black Rainbows – Hawkdope

Black rainbows cover(co) Wenn Bands einen Slogan bräuchten, könnten es die Black Rainbows mit „geradlinig, klassisch, gut“ versuchen. Denn genau das strahlen sie aus: Geraudeaus-Rock, klassischer Vibe – fuzzig, spaceig, satt dreckig – und das haben die Italiener einfach drauf.
Der Sound bewegt sich irgendwo zwischen Monster Magnet und Fu Manchu, wobei insbesondere die Vocals an letztere Band erinnern. Dabei steht dem stonigem Gerumpel mit markanter Stimme das psychodelische sehr gut und sorgt dafür, dass dieser Vogel abhebt!

Aber alles der Reihe nach – „Hawkdope“ hebt eine Spur fetter und dreckiger ab, als die Platte insgesamt ist. „The Prophet“ und „Wolf Eyes“ gehen gut runter. Staubtrocken und wild legen die Italiener vor, behalten sich aber alles punkige vor und drosseln dann mit dem Titeldreck die Schubdüsen, um in die schon angedrohten psychelic Einflüsse einzutauchen.
Ab jetzt ist der Durchsatz auch größer: Die Stimme bleibt beim auffäligen und halligen Fast-Quäken, aber bei „No Fuel No Fun“ schwenken die Römer mit dem Solo-Part ein und ufern dann immer weiter aus; was an psychodelischer Reinheit nur noch vom letzten Track übertroffen wird.
Erstmal bleibt der Flug aber rau, obwohl „Hypnotize My Soul With Rock’n’Roll“ für das gesamte Album etwas streckend wirkt, liefert er doch einen hohen Kultfaktor mit den groovigeren Parts und den klassischeren Rockthemen, was ihm dabei hilft, sich tiefer ins Ohr zu graben als andere Songs auf „Hawkdope“.
Der Trip wird dann ruhiger. „Waiting For The Sun“ und „Jesusjudge“ sind zwar mehr als laue Lüftchen, aber gerade das Intermezzo „Waiting For The Sun“ lässt kurz aufatmen und auch wenn „Jesusjudge“ wieder deutlich gröber wird, macht das gedrosselte Tempo doch Platz für Abwechslung.
Aber auch insgesamt kehrt jetzt Ruhe ein. Zwar wirbelt „Killer Killer Fuzz“ noch einmal gigantische Mengen Staub auf und die Menge an Fuzz verdient wirklich, im Titel genannt zu werden, aber trotzdem kommt der Flug nach den heftigen Turbulenzen in wohlwollende Winde. „The Cosmic Picker“ ist zum Schluss ein ganz abgefahrenes Stück: Unerwartet bauen die Black Rainbows noch einmal eine ganz fremde Wand aus Sound auf. Hier am Ende dann ganz viel psychedelic mit langen schnörkeligen Passagen, sphärischen Klängen und gesundem Aufbau… so entschwebt man dann in die untergehende Sonne.

„Hawkdope“ ist gefällig, gerade, wenn einem nach rotzigem Stoner mit offener Wendung ist, aber kein Song kann sich alleinstehend so richtig festbeißen.
Was an Hit fehlt, machen die Jungs aus Rom durch das Album als ganzes wett: Die 43 Minuten sind dicht gefüllt, machen wunderbare Wandlungen und Übergänge mit – nie fällt die Band einfach zurück und gibt sich der Versuchung hin, einfach nochmal einen rotzigen Song nachzuschieben. So – und nur so – ist es eine wirklich nette Reise. Die Platte gehört eben am Stück gehört! Das gilt ja sowieso… aber hier besonders!…..(Colin)

Black Rainbows

Einsortiert unter:Album Reviews, Rock, ,

April 2015
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

Fuzzfest Wien am 24. + 25.11.17

Heavy On Sunday – Leeuwarden, 26.11.17

Ten Years After im Metropool/Hengelo 08.12.17

Freak Valley X-Mas Fest im Vortex/Siegen am 09.12.17

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: