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Canned Heat – Songs From The Road

Canned Heat Songs From The Road 1(hwa) Zum 50. Bandjubiläum von Canned Heat liefert Ruf ein ganz besonderes Schmankerl. Aus der Harmonie in Bonn wird auf einem bemerkenswerten CD/DVD Set ein unvergesslicher Abend offeriert. Frage: Waren Canned Heat jemals besser – von der Phase mit Vestine, Taylor und de la Parra zusammen mit Bob „The Bear“ Hite und Alan „The Owl“ Wilson (bis 1970) und der darauf folgenden Dekade mit The Bear als alleinigem Leadsänger (bis 1981) abgesehen? Ich kann mich nicht erinnern…

Jedenfalls sind in Bonn vier mit allen Wassern gewaschenene Könner am Werk, die zu Beifallsstürmen zwingen. Und die Reaktion vor Ort war genau so: Begeistertes Klatschen und fröhliche Gesichter.

Ich hatte ja einiges erwartet – aber eine solch coole, in sich ruhende und stimmige Band dann doch eher nicht mehr.

Das mag mit den vielen Umbesetzungen von Canned Heat innerhalb der letzten 30 Jahre zu tun haben. Das passte mal mehr, mal weniger zusammen. Häufig scheiterte es – trotzt genialer Gastmusiker wie Walter Trout u.a. – am Gesang. Siehe beispielsweise den Livemitschnitt aus Kassel vom Oktober 1987 mit James T. (Gesang, Harp und Gitarre) oder auch andere Events.

Der Gesang war häufig der Hasenfuß im ansonsten gut geölten Blues ‚n’ Boogie-Getriebe von Canned Heat. Wie dem auch sei: Der Abend des 16. März 2015 in Bonn gehört zu den Highlights ever.

„Yeah, das ist ja mal ein Publikum“, ruft Dale Spalding nach dem Vortrag von „Time Was“ ins euphorisierte Auditorium. Die Vierercrew strotzt nur so vor breiter Brust und dreht auf. (Exakte Titelfolge siehe Scan)

Canned Heat Songs From The Road Titelfolge

 

 

 

 

 

Die Band wechselt sich an den Instrumenten ab. Urgestein Larry Taylor (zusammen mit Fito de la Parra schon in Woodstock Teil der Band) spielt den Bass so cool wie die Slide Guitar. John Paulus („JP“) ist mehr als nur ein Ersatz für Harvey Mandel. Zudem spielt er auch noch Bass – wenn „The Mole“ Slide Guitar und Spalding Gitarre spielt. Nur Bandchef de la Parra verweilt notgedrungen bei „seinen“ Drums only und gibt sich darüber hinaus mit zwei gelungenen Blind Owl Wilson-Stimmimitationen zufrieden.

Am meisten hat mich Dale Spalding beeindruckt. Der vereint Gesang, Mundharmonika und Gitarren (Ansagen nicht zu vergessen!) gleichermaßen souverän. Er ist in Bonn der Tausendsassa des Abends, lacht und freut sich über das gänsehauttreibende Geben und Nehmen zwischen Band und Publikum. Besser wie er kann man nicht konferieren (und spielen!)

Canned Heat spielten in den begehrtesten Venues, vom Atlanta Blues Festival bis Woodstock, dem Madison Square Garden bis zur Royal Albert Hall, hoben aber nie ab und haben deshalb auch den guten Draht zu ihren Fans niemals verloren. Sie halten immer noch den Rekord, bei den meisten Biker Ralleys gespielt zu haben.

Das erdet. Ihre Strahlkraft zog auch in Bonn alle in den Bann.
Tolle Band, grandiose Zeitreise.
Glückwunsch zum 50. Geburtstag!

(Heinz W. Arndt)

Canned Heat „Songs From The Road“
Live at Harmonie, Bonn
CD/DVD Set for the price of 1
TT CD: 78 min
TT DVD: 92 min
Ruf / in-akustik 2015

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