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musikalisches schreibkollektiv

Neuerscheinungen, die uns im November 2015 aufgefallen sind.

Nov-2015( ch:11, vo:1) Ein bunte Mischung aus Psychedelic, Doom, Stoner, Postrock oder einfach Rock. Aus Schweden, Deutschland, Argentinien, England, Spanien und Polen bis hin zu den USA. Alle diese Bands finden Musikalisch zusammen, mit leichten Eigenheiten ihrer Herkunft. Sie sind leider selten oder auch gar nicht in Zeitschriften zu finden, aber dafür gibt es ja unseren Blog. Keine Spur von Mainstream und Plattheit, einfach nur gute, selten gehörte Musik.
All ThemAll Them Witches – Dying Surfer Meets His Maker

„All Them Witches“, die viel Lob für ihre ersten beiden Alben einsammelten, zogen für ihr drittes Werk fünf Tage in eine Hütte am Stadtrand ihrer Heimatstadt Pigeon Forge-Tennessee ein. Der Opener „Call Me Star“ mit seinem akustischen Arpeggio-Riff signalisiert, dieses Album ist ein wenig anders als die beiden Vorläufer. Sänger Charles Michael Parks Jr.`s zerbrechliche Stimme passt zum lakonischen Riff. Die Band spricht von der Dualität des Lebens, der Ruhe in den Bergen und der Touristenfalle Pigeon Forge. Der Opener verblasst aber gegen „El Centro“ mit seinen wiederholenden Riffs. Er beschreibt einen Ort in der kalifornischen Wüste zu Halloween und einen Barbesitzer, der ihnen sagte: spielt was ihr wollt. 20 oder 30 Leute in der Bar, Trommeln  und jammernde, hypnotische Soli. Es klingt so, wie die Nacht im El Centro tatsächlich war. Nachdem das Feedback verklingt, kommt ein weiterer,lärmender Blues-Rock, „Dirt Preachers“. Und eine klagende Mundharmonika in  „This Is Where It Falls Apart“. Nahtlos geht es aus dem vorherigen Song über in einen siebenminütiger Blues Jam. „Mellowing“, abgesehen von den anfänglichen „eins, zwei, drei, vier“, besteht ausschließlich aus zwei akustischen Gitarren. Ein roter Faden geht durch das Album, das am besten von Anfang bis Ende durchgehört wird. „Instrumental 2“ ist kurz, aber dank der Riffs und Drums saugen sie den Hörer hinein zum „Talisman“. Wehmütig und spärlich von Parks, begleitet mit einer einzigen E-Gitarre in den ersten Minuten, dann startet der Song leicht verzerrt in eine andere Welt. Das Finale, „Blood And Sand/Milk And Endless Waters“ beginnt mit eindrucksvoller Gitarrenarbeit zu den Klanglandschaften ihrer Reisen durch die USA. Ein pochend verzerrter Bass übernimmt. Drums treten wieder in den Vordergrund mit Echo, um uns zu sagen, dies ist das Ende der Reise. Nahtlos und perfekt in der Reihenfolge der Songs.

Erschien am 30. Oktober 2015 via New West Records als White-Vinyl und CD.

Line-up:

Robby Staebler – Drums
Ben McLeod – Guitar
Charles Michael Parks, Jr – Bass/Vocals
Alan Van Cleave – Keys

Tracklist:

01 – Call Me Star (3:54)
02 – El Centro (8:25)
03 – Dirt Preachers (3:44)
04 – This Is Where It Falls Apart (7:01)
05 – Mellowing (3:11)
06 – Open Passagewys (3:14)
07 – Instrumental 2 (2:32)
08 – Talisman (6:07)
09 – Blood And Sand/Milk And Endless Waters (7:20)

https://allthemwitches.bandcamp.com/

AmpacityAmpacity – Superluminal

„Superluminal“ ist das zweite Album von „Ampacity“ aus Gdynia-Polen. Es besteht aus fünf Instrumentalstücken, die sich irgendwo im Umkreis von Hawkwind und Voivod befinden. „Superluminal“ resümiert eine ziemlich lange und intensive Zeit. Sie haben es geschafft, das Album auf Grundlage verschiedener Themen zu interpretieren. Dieses Mal haben sie beschlossen den Gesang zu ignorieren. „Superluminal“ stimuliert die Phantasie.
Das Album basiert auf Improvisationen. Diese Methode beeinflusst die Art und Weise, wie die Songs später aufgenommen wurden. Sie sind weit davon entfernt, Perfektionisten zu sein, die Musik soll lebendig und überzeugend, nicht automatisiert und Pitch-perfekt sein. Die wichtigste Sache ist, wie kommt der Live-Sound rüber. Die Verwendung von Science-Fiction-Bildern gilt für „Superluminal“, vor allem, wenn durch Keyboards und andere Sound-Effekte die Atmosphäre des alten Science-Fiction-Film-Soundtracks belebt wird. Aber dieses Genre dient nur als ästhetischer Wegweiser im Fall von „Ampacity“. Sie haben nicht die Absicht, ein Genre-basierte Musik zu komponieren. Es ist nur eine Inspiration.
Die letzten drei Jahre waren sehr intensiv für die Band. Sie veränderten sie. Es ist eine Evolution, keine Revolution.

Erschien am 23. Oktober 2015 via Instant Classic Record Label auf Vinyl und CD.

Line-up:

Jan Galbas – Guitar
Marek Kostecki – Keyboards
Wojciech Lacki – Bass
Piotr Paciorkowski – Guitar, Theremin
Sebastian Sawicz – Drums

Tracklist:

01 – 42 (10:26)
02 – Propellerbrain (10:08)
03 – Molten Boron (6:14)
04 – Planeta Eden (10:49)
05 – Superluminal (7:34)

https://ampacity.bandcamp.com/album/superluminal

 

Big Red PandaBig Red Panda – Grand Orbiter (EP)

In der kleinen Stadt Ponte de Lima, im Norden Portugals, versammelten sich sechs Freunde Ende 2013 mit der Idee, eine Band zu gründen, mit Anleihen von Pink Floyd, Kyuss, Causa Sui, Tame Impala und Red Fang. Nach fast einem Jahr war ein Monster Namens „Big Red Panda“ geboren. Nun, hier ist die neue Scheibe. Sie ist voll von stampfenden Riffs und spacigen Fahrten durch „Grand Orbiter“, der explodiert. Es ist ein Juwel, mit schönen Harmonien und Fuzzy-Gitarrenriffs, mit einem Stil der sich unverkennbar Panda nennt.

Erschien am 5. November 2015 via Bad Bad Mary Records auf Vinyl und CD.

Line-up:

Fancisco Dantas – Drums
Gonçalo Palmas – Synth
Hugo Quintela – Guitar
Kevin Pires – Guitar
Nuno Silva – Bass
Pedro Ferreira – Vocals/Guitar

Tracklist:

01 – Departure (1:42)
02 – Milestone (6:33)
03 – High Ride (4:56)
04 – Sunrise Station (2:04)
05 – Barefoot (7:41)
06 – Grand Orbiter (5:27)
07 – Arrival Pt. 1 (1:56)

http://bigredpanda.bandcamp.com/album/grand-orbiter

BonsaiBonsai – Dusty Demon

(vo)Es gibt ja den musikalischen Gassenhauer „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“…. Und wenn die drei Jungs der Band Bonsai aus eben dieser Stadt so weiter machen, wird so mancher Rockmusikfreund in etwas abgewandelter Form singen: „Ich hab mein Herz an eine Heidelberger Band verloren“….. Man nehme eine Stimme mit diesem ganz gewissen Schmutzanteil, eine bratende Gitarre und ein Grooveduo wie aus einem Guß. Und fertig ist ein Trio, das mit seiner Musik eine Nische im deutschen Rock besetzen kann: knalliger, bratender Heavyrock mit sehr bluesigem Background, der aber auch etliche Anteile an Southernrock ausschwitzt und auch mitunter dem Grungegewerbe die Sporen gibt. Der Opener „Paralyzed“ ist das beste Beispiel: Mit dem Song spielste jede Bikerkneipe in Grund und Boden und Luftgitarrenspieler finden einen reichlich gedeckten Tisch vor. „Let My Head Go“ ist Gift für die Halswirbelsäule und im Outro werden Southernrockfreaks ihre Kutten durchschwitzen. Im „Execution Blues“ frohlockt die Bluesrockseele mit dem Trio in höchsten Tönen, was für ein Brett…..knapp neun Minuten Vollbedienung mit Blues und Seele. Auch akustisch gibt es ein Schmankerl, der „False Man“ lässt jedes Lagerfeuer aufprasseln und bietet der stromlosen Fraktion ein großartiges Forum. David, Denis und Janis: Ich ziehe alle meine Kappen…..(volker)

Erschien am 2. November 2015 als CD und Download auf Bandcamp.

Line-up:

David Lössl – Guitar, Vocals
Janis Jülch – Drums
Denis Isik – Bass

Tracklist:

01 – Paralyzed (8:42)
02 – Let my Head Go (6:34)
03 – The Monster In My Net (6:42)
04 – Execution Blues (8:52)
05 – False Man (accoustic) (4:21)

http://bonsai-band.bandcamp.com/releases

BlizzardEvil Blizzard – Everbody Come To Church

Als würden Hawkwind, Sunn O))) und die Butthole Surfers gemeinsam improvisieren. Eine Band, die einen Mark E. Smith als Fan hat, muss eigentlich alles richtig gemacht haben. Auch wenn es sich dabei um eine furchteinflößende Mischung aus psychedelischem Krautrock, kakophonischem Bombast, Hawkwind auf noch mehr Acid und geschmolzenen Drones handelt. Genau diese Mixtur gibt nämlich besagtem Herrn Smith die Hoffnung, dass Musik nach wie vor lebendig sei und den nötigen Kick habe. Und den hat sie! Doch das Beste dabei: Dieser heftige Ausbruch infernalischen Lärms, der den Hörer auf „Everybody Come To Church“ erwartet, ist von spontaner Natur. Tatsächlich wurde das Album an nur einem Tag live mit minimalen Overdubs in den Magnetic North Studios aufgenommen. Lediglich die Hälfte der insgesamt acht Stücke war am Tag der Aufnahme bereits „geschrieben“. Evil Blizzard fanden sich einfach mal im Studio ein, alles Weitere hat sich dann so ergeben … Unterm Strich waren das dann also noch vier weitere Tracks, die man mal so eben einspielte und auf Festplatte speicherte. Kompliment!

Erschien am 16. Oktober 2015 via Louder than War als Vinyl und CD.

Line-up:

Filthy Dirty – Vocals/Bass
Side – Vocals/Drums
Mop Man
Blizz Pig
Prowler – Bass
Stomper – Bass
Kav – Bass

Tracklist:

01 – Are You Evil? (6:32)
02 – Stupid People (3:17)
03 – Bow Down And Pray (5:13)
04 – Spread The Fear (4:01)
05 – Sacrifice (7:45)
06 – Balloon (4:57)
07 – Laughing Gas (4:18)
08 – Watching (9:23)

https://www.youtube.com/watch?v=7hong-6luQU

IdusIdus de Marzo – Idus de Marzo

Idus de Marzo aus Buenos Aires wurde Anfang 2015 gegründet.
Mit Einflüssen von Pink Floyd, Wolfmother, Tame Impala und Babasonicos. Stoner-Rock dominiert die erste Hälfte dieser EP. Psychedelica kommt auch nicht zu kurz, fließt immer mit ein. Der Hidden Track am Ende ist der Höhepunkt der EP. Der Einsatz von Synthesizer auf der Suche nach neuen Klängen ist ein wichtiger Faktor dieser Band. Die Produktion wurde im Studio Daktari aufgenommen, durch Norman Mac Loughlin gemischt und von den Isa Bisio en Taciturno Studios gemastert. Schöne Klänge aus Argentinien, nicht Alltäglich, einfach gut.

Erschien am 15. März 2015 als Download auf Bandcamp.

Line-up:

Claudio Tamulinenene – Bass
Juan Martin Navas Rial – Guitar/Vocals
Juanse Aguirre – Drums

Tracklist:

01 – Mostro (3:58)
02 – Big Vox (3:58)
03 – La posesion de mina (6:07)
04 – Con Air (3:36)
05 – Ella mueve galaxias (8:25)

https://idusdemarzo.bandcamp.com/releases

Gatefold_315x312x6mm_temp.epsIntronaut – The Direction Of Last Things

Für Fans von Mastodon/Neurosis/Isis über The Ocean bis zu Baroness/Tool. Das fünfte Album der kalifornischen, zwischen Post-Metal und Prog anzusiedelnden INTRONAUT ist ein Leckerbissen im Spannungsfeld von Neurosis / Isis und Pink Floyd / Porcupine Tree. „INTRONAUT“ gelingt das Meisterstück, eingängiges Songwriting und musikalischen Anspruch mühelos zu verbinden. Größtenteils wurde das Album live aufgenommen mit Josh Newell im Clear Lake Studio und gemixt von Szeneikone Devin Townsend. Vom harten, treibenden Opener Fast Worms“ über die packenden Gesangsmelodien von „Digital Gerrymandering“, dem kompakten Prog-Metal-Groove-Monster „The Plasant Surprise“ über die unglaubliche, fast ausschließlich instrumentale Klangreise „Sul Ponticello“ zum zwischen Schwere und psychedelischer Verträumtheit wechselnden Titelsong. Die stilistischen Mittel, derer sich INTRONAUT mal wieder bei „The Direction Of Last Things“ sind äußerst breit gefächert, dennoch erkennt man immer den ganzheitlichen Ansatz der Kalifornier. Anspruchsvolle Musik mit viel Tiefgang und Langlebigkeit, dabei dennoch schnell reinhörbar und mitreißend.

Erschien am 13. November 2015 via Century Media Records als Doppel -Vinyl und CD.

Line-up:

Sacha Dunable – Guitar(Vocals
Dave Timnick – Guitar/Vocals
Joe Lester – Bass
Danny Walker – Drums/Sampling

Tracklist:

01 – Fast Worms (6:59)
02 – Digital Gerrymandering (8:09)
03 – The Plesant Surprise (4:03)
04 – The Unlikely Event of a Water Landing (8:08)
05 – Sul Ponticello (7:34)
06 – The Direction of Last Things (5:19)
07 – City Hymnal (5:55)

https://www.youtube.com/watch?v=Ujb4E7oEZq0

 

KungensKungens Män – Förnekaren

Die Doppel-LP, mit meist instrumentalen und langen Psych Stücken, improvisiert in sieben Tracks / 85 Minuten Neo-Krautrock. Reich an Textur und fast universell hypnotisch. Der Opener „Järnvägsdröm“, Übergänge zwischen der wachen Welt und Kungens Reich, der Gesang von Gitarrist Mikael Tuominen im Flair der Doors, der Rest überwiegend instrumental.
Petterssons Drumming ist das grundlegende Element in „Sista Ordets Krigsdans Genom Snickeriet“ die stetige Schlaglinie zeigt es. Der Song ist eine Verflechtung von Gitarren, Synthie und Bass, aber tiefer in der Mischung. Es sind die Drums, die den Rest durch die verträumten Klänge bringen, wie sie gehen und schieben. Ein tuckernder Unterton zieht, der das Bett für die Fuzzy-Spitzen freimacht. „Krautespark“ fühlt sich wie ein Zwischenspiel an. Öhrns Bass ist eindringlich und jazzig, wie man vielleicht erwarten konnte an dem Titel. Die Gitarren in ihrem geräumigen, jazzigen Dissonanzen ergreifen im Mittelteil das Zepter. Der Track hat eine ähnliche Funktion wie der Opener, dem Start der zweiten LP mit den relativ geerdeten Songs, führt zu einer erweiterten kosmischen Fahrt. Der Bass schafft den Übergang zu „Kringströdda silverbestick“ es ist die Lead-Gitarre, die nach und nach mit dem funky Rhythmus treibt. Ein erstes Halb Crescendo mit Vibe Pausen – die Drums dabei stabil halten – die Dinge ruhig und geräumig verlaufen lassen. Der Aufbau in obskurer Sprache, Echos und Geräuscheffekte bringen das Stück zu Ende.
Seite D beendet „Förnekaren“ mit Stücken von mehr als zehn Minuten „Förensligandet i det egentliga Aspudden“ und „Hur Ska Vi Stå“ die erstere beginnt langsam, nachdenklich mit einem aktiveren Rhythmus, ätherisch und natürlich. Sowohl das Schlagzeug als auch die Gitarre klingt merklich größer, offener, aber es ist die Gitarre, die alles zu verschlingen versucht.
„Hur Ska Vi Stå“ kommt mit einem schlanken Gitarrenlinie, proggy Rhythmen verweben die Synth, der Bass dazu als Webstuhl. Eine ruhiges Gitarrensolo setzt ein, nachdem die Drums schlagen (vielleicht elektronisch oder programmiert?). Bis sich letztlich der Stau entfaltet. Der Kick-Drum-Lauf durch Echo-Effekte unterstützt, das letzte Stück auslaufen lässt.
Was „Kungens Män“ hier in 83 Minuten aufführt ist wunderbar. Ein gedämpfter, launischer Unterton geht durch das ganze Album. Aber es ist der vorherrschende Geist um zu versinken. „Förnekaren“ hat einen breiten Spielraum. „Kungens Män“ könnte sich leicht auf ihren Lorbeeren für eine Weile ausruhen, aber machen sie nicht, einfach zu gut.

Erschien am 13. November 2015 via Adansonia Records als Doppel-Vinyl und CD.

Line-up:

Magnus Öhrn – Bass
Mattias Indy Pettersson – Drums
Hans Hjelm – Guitar
Mikael Tuominen – Guitar
Björn Eriksson – Guitar
Peter Erikson – Synthesizer

Tracklist:

01 – Järnvägsdröm (9:47)
02 – Förnekaren (12:14)
03 – Sista Ordets krigsdans genom snickeriet (22:05)
04 – Krautespark (6:37)
05 – Kringströdda silverbestick (13:45)
06 – Förensligandet i det egentliga Aspudden (10:10)
07 – Hur Ska Vi Stå (10:34)

https://kungensman.bandcamp.com/

KylesaKylesa – Exhausting Fire

Die Sludge-Doomer Kylesa veröffentlichen mit „Exhausting fire“ ihr neues Album. Produziert wurde der Output vom Gitarristen/Sänger Phillip Cope und aufgenommen in der Jam Romm in Columbia, South Carolina. Diese limitierte Edition enthält zu den grandiosen 10 Tracks des mittlerweile siebten Albums der Band noch den Bonustrack „Paranoid“ (Black Sabbath), der mit dem Kylesa-Anstrich in neuem Licht erstrahlt. Laura Pleasants, Philipp Cope und Carl McGinley – das ist das Herz von KYLESA. Aufgrund mehrerer Besetzungswechsel, teils innerhalb kürzester Zeit, schrumpfte man sich gesund, verzichtet aber dennoch nicht auf Mitmusiker, vor allem live. Ein Aushängeschild war immer schon die Doppelbesetzung am Schlagzeug, was auch in meinen Augen jedes Mal sehr spektakulär rüberkam. So tritt die Band aus Savannah auch live wie gewohnt fünfköpfig auf. Chef der Band ist aber ganz klar Laura, die nicht nur mittlerweile fast die gesamten Gesangsparts übernimmt, sondern die auch songschreiberisch in den Fokus gerückt ist, während Phillip die Produktion überwiegend übernahm und Carl die Theorie in die Praxis umsetzt. „Exhausting Fire“ ist im Endeffekt sicher das vielseitigste, vielleicht auch spannendste Werk der bisherigen Bandkarriere. Neben den zahlreichen musikalischen Experimenten sei auch noch einmal der textliche Unterbau gelobt, denn nachdem KYLESA auf „Spiral Shadow“ das Thema Distanz und auf „Ultraviolet“ das Thema Verlust in Angriff nahm, dreht sich hier alles um den Wiederaufbau. Am Ende wird eben alles gut. Spannend und eigen bleiben KYLESA allemal und das ist ein bekanntermaßen seltenes Gut. Nach der ausufernden Herbsttournee in den USA bleibt jetzt also die Hoffnung für ein paar Europa-Gigs 2016. Alleine schon wegen der zwei Live-Schlagzeuger immer wieder sehenswert.

Erschien am 2. Oktober 2015 via Season of Mist als Colour und Black Vinyl und CD.

Line-up:

Phillip Cope – Guitar/Vocals
Laura Pleasants – Guitar7Vocals
Corey Barhorst – Bass7Vocals
Carl McGinley – Drums
Tyler Newberry – Live-Drums

Tracklist:

01 – Crusher (4:55)
02 – Inward Debate (2:35)
03 – Moving Day (2:46)
04 – Lost and Confused (3:18)
05 – Shaping the Southern Sky (5:48)
06 – Falling (4:17)
07 – Night Drive (4:35)
08 – Blood Moon (4:37)
09 – Growing Roots (4:05)
10 – Out of My Mind (3:26)
11 – Paranoid (4:40)

http://kylesasom.bandcamp.com/album/exhausting-fire

SoldiersSoldiers Of Fortune – Early Risers

Die selbst ernannte Anti-Band Soldiers Of Fortune bricht zum zweiten Mal ihre Grundregel und veröffentlicht nach dem Debüt »Ball Strenth« einen unerwarteten Nachfolger – mit illustren Gästen. Dabei müssen sich die Musiker, die sich hinter „Soldiers Of Fortune“ verbergen, eigentlich vor niemandem verstecken. Denn die Anti-Band ist in Wahrheit eine kleine Superband, auch wenn keiner von den Beteiligten jemals in die Hall Of Fame des Rock’n’Roll kommen wird. Aber das ist falsch, denn allein Matt Sweeney hat in so vielen tollen, aber unterschätzten Projekten und Bands die Finger im Spiel (Chavez, Zwan, Bonnie »Prince« Billy, Cat Power), dass eine Aufnahme gerechtfertigt wäre. Zusammen mit den nicht weniger umtriebigen Kid Millions (Oneida) und Brad Truax (Tour-Bassist bei Interpol) führt er eine vielköpfige Band an, die sich jahrelang damit rühmte, nicht zu proben, keine Platte aufzunehmen und nicht zu touren. Erst auf Drängen von Mexican-Summer-Labelbesitzer Keith Abrahamsson raffte sich der Haufen auf und veröffentlichte 2010 tatsächlich einen Tonträger. Abrahamsson ließ danach nicht locker, deshalb erscheint nun Album Nummer zwei. Mit mehreren Gastsängern und -musikern, von denen Stephen Malkmus und Cass McCombs die bekanntesten sind, drücken SOF auf »Early Risers« ordentlich aufs Gas. Das Ergebnis ist ein wundervoll gniedeliger Hochgeschwindigkeits-Schweinerock auf Blues-Basis mit wenigen Ruhepausen, dem man in jeder Sekunde die außergewöhnliche Spielfreude aller Beteiligten anmerkt. Dabei sind zehn gniedelige Boogie-Rocker rausgekommen, die mit satten Gitarren an allen Ecken und Enden glänzen und neben einem gewissen Southern- und Psychedelic-Einschlag viel vom Motor-City-Protopunk der Stooges oder MC5 mitbringen.

Erschien am 6. November 2015 via Mexican-Summer Records auf Vinyl und CD.

Line-up:

Brad Truax – Bass
Kid Millions – Drums
Barry London – Organist
Matt Sweeney – Guitar
Jesper Eklow – Guitar
Mike Bones – Vocals
Papa Crazee – Vocals
Stephen Malkmus – Vocals
Ethan Miller – Vocals
Cass McCombs – Vocals

Tracklist:

01 – Nails (4:39)
02 – Cinnamon Man (3:42)
03 – Campus Swagger (3:08)
04 – Old Roman (2:44)
05 – Dog Tooth Down (3:27)
06 – Pure Shame (2:44)
07 – Santa Monica (6:27)
08 – Fatigues (5:31)
09 – Kali Mi Kaos (2:44)
10 – Which (5:00)

https://soldiers-of-fortune.bandcamp.com/

the-heavy-eyesThe Heavy Eyes – He Dreams of Lions

„The Heavy Eyes“ aus Memphis mit ihren dritten Album „He Dreams of Lions“, graben tief im Fuzz-Boogie. Die Gitarre von Tripp Shumake und Wally Andersons Bass, während Eric Garcia treibt, wie bei „Old Saltillo Road“, wie er mehr all-out auf dem schnellen Stück „Smoke Signals“spielt, mit einer Fu Manchu-style Wand in Fuzz. Die Hinterland Stimmung mit nächtlichen Insektengeräuschen zu Beginn des Openers „Schatten-Shaker“ dabei solide Rock-Riffs. Mit den nachfolgenden „Saint“ und „Z-Bo“, zwei kürzere Fräsmaschinen mit Dynamik von Anfang an. Queens of the Stone Age-artige Riffings treiben das Ganze an. „Old Saltillo Road“ der Titeltrack, hallende Trades, geräumige Vocals mit den verzerrten Chorus. Etwas Grunge arbeitet sich in ihren Sound ein. „Hail to the King Baby“ bringt wieder mehr Megafuzz und Orgel tief in den Kanal-Mix. Sie landen in einer offenen beery Nut, die direkt in einen längeren Abgang von Organ- und amp Lärm rollt. „Smoke Signals“ hier halten Garcias Drums das Tempo hoch, bis sie sich bereit machen für „The Fool“. Ihre Fähigkeit, die Schalter nach oben zu legen ist ziemlich gut, zwischen „Smoke Signals“, „The Fool“ und „Somniloquy,“ bleiben sie innerhalb des Fuzz Rock-Kontextes. Überall effektiv in der Genrekonvention, dabei wird das Rad nicht neu erfunden.
Reibungslos wird geschoben bis zum richtigen abrollen. Groove ist der Faktor, und bleibt so bei „Somniloquy“, „Little Finger“ und „Modern Shells“ für das Finale.

Erschien am 13. November 2015 via Kozmik Artifactz als Vinyl – 166x red marbled yellow (numbered MAILORDER version)  – 200x transparent yellow – 150x black und CD.

Line-up:

Tripp Shumake – Vocals/Guitar
Wally Anderson – Bass
Eric Garcia – Drums

Tracklist:

01 – Shadow Shaker (3:58)
02 – Saint (2:49)
03 – Z-Bo (2:16)
04 – Old Satillo Road (4:50)
05 – He Dreams Of Lions (4:38)
06 – Hail To The King Baby (3:35)
07 – Smoke Signals (2:52)
08 – The Fool (5:57)
09 – Somniloquy (2:37)
10 – Little Finger (3:18)
11 – Modern Shells (7:53)

https://theheavyeyesmemphis.bandcamp.com/album/he-dreams-of-lions

OrangeThe Orange Revival – Futurecent

Ihr Musik-Abenteuer begann im Jahr 2008, Eric Strand gründete die Band mit dem Organisten, Gitarrist und Geiger Christian Eldefors. 2011 veröffentlichten sie ihr erstes Album „Black Smoke Rising“, seitdem spielten sie zwei mal auf dem Austin Psych Fest und Tourten zwei Jahre in Europa und den USA. „Futurecent“ beinhaltet eine Sammlung von Psych bis Blues, Punk und einem Hauch Desert Rock. In Anlehnung an das wildeste Kapitel der Rock & Roll Geschichte von The Stooges über Brian Jonestown Massacre. Ein 60er hypnotisches Gemisch, gewürzt mit Drums, Orgel Buzz und Fuzzy-Gitarrenriffs der schwedischen Psych-Vagabunten. Mit dem abschliessenden Mastering von Pete Kember/Spaceman 3. Das Album wurde über zwei Jahre hinweg in einer verlassenen Lagerhalle mit einem unglaublichen Katalog an Vintage-Geräten aufgezeichnet.

Erschien am 1. Oktober 2015 via Fuzz Club Records als Color-Vinyl mit 500 Stück und CD.

Line-up:

Eric
Christian
Andreas

Tracklist:

01 – Saturation (4:09)
02 – Lying In The sand (5:17)
03 – Speed (3:21)
04 – Setting Sun (4:15)
05 – Carolyn (7:30)
06 – 1999 (4:56)
07 – All I Need (8:40)

https://fuzzclub.bandcamp.com/album/futurecent

Alle Rezis von Charly mit Ausnahme der Bonsai Rezi, die schrieb Volker

Nov-2015-Scluss

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