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musikalisches schreibkollektiv

Rock Hard Festival 2.- 4.6.2017 Sonntag

Der Dritte und letzte Tag des Rock Hard Festivals 2017 bricht um 12 Uhr unerbittlich an:

(KiS) Night Demon: So mit 3 Dämonen beginnen wir die Nacht, nein den Tag, ..Ventura Highway in the sunshine, where the days are longer the nights are stronger than moonshine … oh. Falsche Band, sorry. So jetzt aber: Purer Metal, alles wunderbar, vor allem Augenweide Dusty Squires am Schlagzeug sticht durch die Sehrinde ins Gehör. Augenweide Nr. 2 Jarvis Leatherby bearbeitet Bass und singt zusammen mit Augenweide Nr. 3 Armand John Anthony, der Gitarre und Haare schwingt. Zur neuen Scheibe der Jungs bitte nochmal nachzulesen beim Metal-kompetenten Kollegen Jens:

https://rockblogbluesspot.com/2017/05/30/night-demon-darkness-remains/

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(vo) Blood Ceremony: Vor drei Jahren bei unserem Freak Valley Festival sah ich die Band um Alia O´Brian zum ersten Mal, unter anderem mit diesem Song. Die damalige Bandbesetzung ist auch heute aktiv auf der Bühne zugange: Sean Kennedy – Gitarre, Lucas Gadke – Bass und Michael Camillo – Schlagzeug. Die vier aus Toronto/Kanada zelebrierten ihren Doom-Metal, der  akustisch besser in eine Abendstunde passt, auch am frühen Nachmittag gekonnt und mit viel Herzblut, besonders bestach mich damals wie heute ihr Song „Goodbye Gemini„….


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(KiS) Secrets of the Moon: Schon letztes Jahr beim Leafmeal in Dortmund positiv bei mir angekommen….SOTM bedeutet: frösteln im Sonnenschein. Nebelschwaden. Der blanke, wohltrainierte Oberkörper von Schlagzeuger Erebor bietet einen angenehmen Kontrast zu dem schwarz umrandeten Bassisten Daevas (der den Rest des Eyeliners von Alia O´Brian verbraucht hat). Von Pop zu Düster in einem Atemzug. Von „no more colours, Nemesis, über Hole zu Man behind the sun“ ist alles dabei, was die Fans in der Arena hält. „SUN“, als Album des Monats diesen Winter durch das Rock Hard Magazin gekürt, funktioniert aber auch bei gutem Wetter! Logisch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(vo) Demon: Anfang der 1981er hörte ich bei einem Radiosender zum ersten Mal was vom New Wave Of British Heavy Metal und seinen Protagonisten Iron Maiden, Samson, Girlschool, Diamond Head und anderen. Und irgendwann in der Zeit auch was von Demon. Damals fuhr ich ca. zweimonatlich und mit dem nötigen Kleingeld versehen nach Köln in das damalige LP Mekka Saturn und machte mich finanziell im Hard- und Heavy Bereich nieder. Dabei fanden auch die beiden Alben „Night Of The Demon + The Unexpected Guest“ den Weg in meine vor Überlastung ächzenden  Arme. „Night Of The Demon„, mit einem ziemlich herben Cover versehen, erschallte fortan gehäuft aus der damaligen Anlage meines Vertrauens. Genau wie „The Unexpected Guest“, auch mit einem allerliebsten Cover und dem Knaller „Don´t Break The Circle“. Herrliche Musik. Und nun erwartete ich ab 15 Uhr 15, was die Band um Dave Hill, dem Sänger, der als einziger von damals heute noch dabei ist und das Mikro schwingt, noch so drauf hat. ´Ne Menge. ´Ne ganze Menge. Seine heutige, gestandene Begleittruppe stand bretthart und tight spielend hinter und neben dem Chef, der sich die Backen abfreute, denn das Publikum trug den Sechser mit Steuermann begeistert. 45 Minuten Zeitreise für mich, der ich die Band seit knapp 35 Jahren mal wieder live erleben durfte. Auch hier in diesem Fall war es mir ein Fest, herzlichen Dank dafür an die Bookingcrew.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(KiS) Ross The Boss: Ross Friedmann, early Manowar, early Promofoto. Hüstel, ich mußte doch erstmal suchen  wo er steckt, der Herr Friedmann. Aber zum Glück, ehrlich gesagt, sind die Zeiten der Lederchaps vorbei, puuh. Es regnet nur so ein Battle of Hymnen wie „Fighting the World“ „Blood of my Enemies“. Der unfassbar gute Gesang von Marc Lopes läßt mich um das Glas im Objektiv fürchten! Und das Schönste: genau das, was ich früher an Metal irgendwie „nervig“ fand, die ellenlangen Gitarrensoli – läßt Herr Friedmann ebenso gerne unter den Tisch fallen um das ganz frühe klassische Manowar- Feeling auf die Bühne zu bringen. Für Fachfremde (wie mich) empfehle ich die „Ross the Boss Story“ im Rock Hard Magazin Juni Seite 40 nachzulesen! Eine Zeitreise durch die Setlist ( die ohne Gewehr….) wär: Blood of the Kings; Death Tone; The Oath; Blood of my Enemies; Kill with Power; Thor (the powerhead); Sign of the Hammer; Fighting the World; Metal Daze, Battle Hymns; Hail an Kill.

(KiS) Fates Warning: Progressive Metal, was ist das eigentlich? Juchu, wieder eine Lehrstunde für mich, denn die Herren bringen den perfekten Sound schon aus den 80ern mit! Nach dem legendär als häßlichstes Cover aller Zeiten in die Geschichte eingegangenen “ Night on Bröcken“ -Debütalbum, haben sich die Herren heute sichtlich geschmacksicher etabliert. Naturgemäß. Abwechslungsreich. Irgendwie blinzelt für mich ein wenig indianischer Schamanismus durch. Metal goes Moll, vielleicht klingt ein wenig traurige Emotion durch, Melodisch eben.

(vo) UDO, UDO, UDO: Um 19 Uhr 40 öffneten sich alle Schleusen, nicht nur bei mir, links und rechts neben mir auch bemerkt, „Uns Udo“ stand mit seinem Kampfanzug wie ein Monolith auf der Bühne und krawallte wie eh und jeh, von der ersten Sekunde an perfekt von seinen Jungs und seinem Jungen getragen, mit „seinem“ unglaublich metallischen Röhrenverstärkerstimmchen Accept Stücke aus der „Platinära“ in ein wirklich wie ein Mann vor der Band stehendes Publikum. Eine unglaubliche Stimmung: ich hatte Gänsehaut, Orangenhaut, Kiwihaut, und, ich gebe es so gerne zu, mit einigen Freudentränen in den Augen.  Ich stimmte mit Inbrunst und tausenden von UdoAcceptjüngern zusammen ein Intro an: Heidi, Heido, Heida, Heidi, Heido, Heida, Heidi, Heido Heidahahahaha, Hei…..fehlte nur das scratchen, dann dieser Urschrei aus Udo´s Kehle und dieses eingedroschene Riff-Schlagzeug-Bass-Stimmgewitter entlud sich wie eine Explosion ins Halbrund, Boah! Als ich anno 82 zum ersten Mal dieses Monster von Cover mit den beiden brennenden Flying V auf der „Restless And Wild“ LP  sah, welcher Metalfan kennt dieses Bild nicht, ansonsten schämen, und diese 3 Minuten 49 Sekunden „Fast As A Shark“ wie ein Rausch vorbeizogen…..auch im hier und jetzt ballerte uns der Song die Ohren lang und schmutzig, eine Speedmetalorgie…..“Son Of A Bitch“ (Son of a bitch, kiss my ass,  son of a bitch. Son of a bitch, you asshole, son of a bitch. Cock suckin‘ motherfucker I was right – take this) vom Vorgängeralbum „Breaker“ orgiastierte aus tausenden sehr gut geölten Kehlen, „Breaker“ prasselte auf uns nieder, die „London Leatherboys“ und ihre Girls in Lace stampften uns in den Beton. „Princess Of The Dawn“ stampfte die Band wie ein Uhrwerk in die Feiermeute, allüberall, vor der Bühne, im Halbkreis und im VIP Bereich stießen die Fäuste gen Himmel. Ich gröhlte und krakeelte, zusammen mit meinen zu 97 % jüngeren Metalbrüdern im Geiste rechts und links, vor und hinter mir, die „Balls To The Wall“. Man man man, was für ein Fest, „Metal Heart“ was willst mehr. Power Metal, wie er in meinen Ohren klingen sollte und muß. Danke an Udo und seine phantastische Band für diese Zeitreise, es war nicht nur mir ein Fest, sondern auch dem „Midnight Mover“…..Und ich lese schon die Zeilen von so toleranten Metalfans, die das als Metal Ballermann 2017 bezeichnen: es ist doch sowas von drissegal wenn der Auftritt online oder im Print niedergewalzt wird, wir „alten Säcke“ hatten unseren Heidenspaß, woll!

 

Opeth: (KiS) Nach der Überdosis-Metal-Wochenende für mich scheint jetzt der Headliner mehr zum gemütlichen runterkommen. Ein Ausklang. Die Band hat in der herannahenden Dämmerung die Düsternis auf ihrer Seite. Auch die Gitarrensaiten waren müde und verabschieden sich, wobei Mikael Åkerfeldt die Ruhe selbst bleibt, weiter singt und auf Ersatz wartet. ( in my time of need). Und falls jemand angepisst sei wegen der ruhigeren von Kraut Rock inspirierten Songs, tja selbst Schuld, Germans (zwinker)! (vo) Der Prog-Death-Metal, den das schwedische Musik Chamäleon Mikael Åkerfeldt mit seiner unfaßbar guten Band in die letzten Züge eines nun angenehm temperierten Festivals spielte und das insgesamt die Vielfalt der Metalszene sehr gut abdeckte war ein großartiger Abschluß. Respekt! Opener war der Titelsong ihres vor kurzem erschienenen Album „Sorceress„, ein schwer einstampfender Nackenbrecher mit filigranem Break…..Komplexi- und Filigranität wechselten sich ab oder gingen parallell. Ich werde mich in Zukunft mit dieser von mir bisher sträflich vernachlässigten Band intensiv beschäftigen. Auch dieser Auftritt war mir ein Fest für die Ohren mit einer phantastischen Band, es war wunderschön!

(KiS) Was für ein gelungenes Wochenende! So viele friedliche und so betrunkene Gäste habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Wohlorganisiertes Trinken, Headbangen, Crowdsurfen, Musikinstrumente probespielen, Rockpalast Live Stream, vom Fischbrötchen über Kinderriegel-Crepes zum Nackensteakbrötchen alles da. Nicht zu vergessen unzählige Patches, Patches, Patches und Sonnenbrillen, Gürtelschnallen und anderen Metal Merch. Handyladestation, Camping direkt am Gelände, Sitzplätze ohne Ende, was bitte will der alte Rocker mehr? Trotz gefühlten 50 Fotografen im Graben hab ich mich dort und an den 3 Tagen im Amphitheater Gelsenkirchen insgesamt super wohl gefühlt! Habe definitiv schon den 18.-20.5. 2018 in den Kalender notiert, und damit ist ein großartiger Start in die Freiluftsaison geglückt! Der Festival-Sommer kann kommen!!

(vo) Rückschau: Zweite Teilnahme für mich bei einem Metalfestival, und das nach 28 Jahren (1989 war´s, mit Ozzy und Doro and many more) und 61 Lenzen, tztztz. Drei Tage, bis auf zwei Güsse, feines Wetter, der Freitag mit Deserttemperaturen und mindestens 10 Bechern Wasser, pro Stück 3! €, sehr heftig. Die Essenspreise auf dem Festivalgelände auch sehr tolerantwürdig: Hamburger 6 €, eine viereckige Papptüte Nudeln süßsauer mit bisken Hühnerfleisch 6 €….aber diese Preise diktiert ja nicht RockHard, der Schwenkgrill dafür mit zivilen Preisen und viel Fett. Und an den Verkaufsständen mit Merch konnte man sein Geld schon loswerden. Einlasskontrollen gründlich und freundlich, die Security auf dem Gelände bestimmt und auch sehr freundlich, besonders auch am und im Photograben. Orga und Ablauf auf der Bühne pünktlich und gut. Die Bandauswahl fand ich sehr interessant, für fast jeden hartbeseiteten was dabei. Und bei Nichtgefallen kriegt man eben nicht sein Geld zurück, sondern man geht mal bummeln. Und das Amphitheater? Ein Traum. Ich hab mich insgesamt sehr wohl gefühlt, nette Leute wiedergesehen und kennengelernt. Hervorheben möchte ich die Höflichkeit und Rücksichtnahme bei den Canon-, Nikon-, Olympus-, Pentax- und Sonyisten (hab ich ´ne Marke vergessen?) im Photograben, bis auf eine Ausnahme, aber die gibt es ja leider überall. Wunsch für nächstes Jahr: „Evil“ und „Melissa“ von King Kim hören, live und in Farbe, Anvil, vielleicht mal ´ne mächtig losstampfende Stonerband (Lowrider rules!) und als Gastgeschenk, auch für den RH Chef, der die neue LP der Jungs abfeierte, Samsara Blues Experiment. Ich bedanke mich bei den Mitwirkenden….

..neuster Trend im Fotograben…

Kolleginnen und Kollegen. Warten auf die nächsten Motive…..

Herr Kupfer….

Christiane und Robert, zwei herzensgute Seelen

alles Pank?

….man achte auf das Patch ganz oben in der Mitte

 

 

 

 

 

 

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