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Rock Hard Festival 2.- 4.6. 2017 Samstag

(vo) Zur zweiten Runde im Halbrund, Samstag mittag um 12 Uhr 30 rufen fünf mir bis dato völlig unbekannte Herren zu einer Messe des heiligen NWOBHM, und: meine Fresse, was lassen die Jungs an Maiden und Priest angelegte und orientierte Fanfaren auf das doch schon einigermaßen gefüllte Amphitheater los….

Man, macht nicht nur mir das Gehörte für einen Spaß, die Seele des Rezensenten baumelt mit dem Nacken im Parallelwettstreit. Ich bereue das zwar am nächsten Tag….aber ich weiß ja: Vertigoheel lässt das Schwindelgefühl im Nachhinein erträglich scheinen, also Scheiß drauf und mitgemetalt. Sänger Peter Ellis hat eine Stimme, die sich mit der von Flugkapitän Bruce aber dicke messen lässt und die internationale Instrumententruppe perlt perfekten Losgehmetal in die Meute vor der Bühne, großartig, GROßARTIG! Fazit: Diese Jungs halten die Fahne des New New Wave Of British Heavy Metal aber sowas von hoch:

(KiS) Hatte mir vorgenommen pünktlich erst zu Ketzer (Metal aus Köln) vor Ort zu sein, doch Monument kreischen mich mit hellem Operngesang aus der Koje und ich muß los um Peter Ellis auch zu sehen! Das will ich dann doch mitkriegen! Und Wow, mit Feuer, Nebelsteamchoreographie und melodiösem Heavy Metal lässt die Band aus London zu früher Stunde schon „Mon U ment Mon U ment“ Sprechchöre aus dem Publikum erschallen! Respekt!

Ketzer: Kölner Jungs mit Satans Röhre. Die Band existiert schon seit 7 Jahren, ganz dem Trend der Zeit folgend, Traditionell Black Metal, Thrash Metal, Death Metal zum Besten geben, in schwarzen zerrissenen Jeans. Ok. Das Tempo: speed it up, und liefern ordentlich ab, selbst bei Tageslicht grrrr…

Gerrit – Vocals Marius – Guitar Chris – Guitar David – Bass Sören – Drums – Muß ich mal im Auge behalten – wo gibt´s den nächsten Köln Auftritt, bitte?

The Night Flight Orchestra: Uih da ist was los auf der Bühne. Swedish Airlines präsentiert: erstmal 2 Saftsch… ähm Stewardessen und Night Flight Pilot Björn Strid liefern Gesang, Sharlee D‘ Angelo – Bass,  David Andersson – Guitar, Richard Larsson – Keyboards,  Jonas Källsbäck – Drums komplettieren die Crew. Zusätzlich noch der Mann für eigentlich alles schüttelt die Percussions. Es ist ein wenig „Abba goes Metal“ aber schön tanzbar und eine bunte Abwechslung im Programm.

(vo) Skyclad: Ein Jubiläum. Ich kenne die Band seit 1992 und ihrem Album „Tracks From The Wilderness“ , das mich damals auf die Spuren eines mit Folkelementen gespickten Metals lenkte. Mitte der 1990er verlor ich die Spur von Skyclad und war überrascht, das es die Band überhaupt noch bis in die heutige Zeit geschafft hat. Ich empfinde ihre Musik, die ich nun heute erleben durfte, immer noch als sehr zeitlos, natürlich auch der Tatsache geschuldet, das die gestandenen Männer auf der Bühne in ihrem Metier perfekt agieren und Spaß verbreiten und auch haben, mit richtig dicken Backen. Der Sound ist hart aber sehr eingängig, man kann wunderbar mitzappeln und sich wundern: das hebt sich doch gewaltig von vielen Bands, die sich in diesem Genre tummeln, mit großer Qualität und Können ab, nix, aber auch gar nix verlernt, Respekt! Für mich eine Rückkehr in meine Vergangenheit, als Folkmetal noch sehr exotisch daherkam.

Asphyx: meine erste Entdeckung des Tages. Death Metal aus den Niederlanden. Böse, böse und doch so sympathisch! Haben schon 2008 hier aufgespielt, also in bester Erinnerung beim Veranstalter. Sänger Martin van Drunen verwöhnt uns mit deutsch geröhrten Songtexten und allen Ansagen in fehlerloser deutscher Sprache. Wild und düster wechselt der Sound wie strahlender Sonnenschein und graue Gewitterwolken. Kein Ventilator zum Haaredurchpusten nötig, das macht der Wind und die rasende Energie der Band selbst.

(KiS)Exodus: Rock Hard hat wirklich ein paar alte Schätze ausgegraben. Seit 30 Jahren mit Thrash Metal auf der Bühne und kein büsschen leise oder müde geworden. Macht vielleicht das gute Klima in Californien. Blood Sucking Old School Gooood! Hier ein kleiner Teaser vom Rockpalast, die zeitweise das Festival mit Livesteams unterstützte: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/rockpalast/video-live-preview-exodus—strike-of-the-beast-rock-hard-festival–100.html

 

 

 

 

 

 

 

(vo) Polstermöbel D.A.D. aus Dänemark luden um 19 Uhr 45 zum gemütlichen Beisammensein über 75 Minuten und eroberten die Massen und natürlich auch mich in Nullkommanix mit ihren wohl nie in die Jahre kommenden Gassenhauern, besonders natürlich die der anfänglichen Bandgeschichte. Die Binzer Gitarren- und auch so Brüder Jacob und Jesper, Bassunikum Stig Pedersen und der gemütlich auf dem Schlagzeugsofa sitzende Laust Sonne rissen mich und viele andere dermaßen mit…..selten in meinem Leben hab ich solch einen Spaß im besten Sinne des Wortes bei einem Publikum erlebt, keine „Bad Craziness“ sondern Good Times aus allen Poren. Herrlich. HERRLICH. Stig mit wechselnden Basskörpern und in einer Art Weltraumreptilienanzug mit Helm und getönter Brille erkletterte im Verlauf auch mal die Sitzlehne des Sofas und gab dem Sound ordentlich Space. Das Gitarrenduo traumwandlerisch gut und wo schien die Sonne? Drinnen und draußen. Nach den Aufnahmen im Photograben stieg ich auf, „Sleeping My Day Away“ mitgröhlend:

 

 

 

 

 

 

 

BEHEMOTH: Ich: „noch nie gehört von der Band.“ Jeder informiert mich erstmal: „ach, die rechtsradikalen Polen, aber die Musik ist gut.“ Und die sind auch noch „angemalt“ – nur zum 2ten und dritten Lied in den Graben und das bei gefühlten 50 Fotografen…na, das kann ja heiter werden… und ja, das war es auch! Was für eine Show, ich hätte da noch ne Stunde Fotos machen können, ungeheuerlicher Overkill! Diese verdammten wahnsinnig Verrückten da oben auf der Bühne, versetzen dich gleichzeitig in Saruman´s  Uruk Hai-Schmiede und hinter die eisigen Feuerpforten der Hölle. Mächtig. Nergal (so ein Zufall, auch ein Mark Lanegan Fan, wie ich ….) mit einer Stimme wie eine Gerölllawine, einem Bass schwerer und tiefer als ein schwarzes Loch im Universum. Im Blitzlichtgewitter der Drumsticks -Endorphinausstoß und Weihrauchseelig kann ich mich kaum trennen. Feuer Rauch und Glitterfontainen runden dieses teuflische Spektakel ab. Ich bin infiziert. Zu Recht Hauptakteure des Samstagabends. Behemoth! (Ausrufezeichen, verdammt, ja! (vo)War vom Festivalablauf natürlich ein Quantensprung: vom fröhlich-feuchten Hardrock aus Dänemark zum Vorhöllenspektakel aus Polen. Respekt für diese Running Order! Und zum ersten Mal in meinem nun auch schon 45jährigen Konzertleben so einen Stoff gehört und erlebt, hat mich diese Art von extremsten Metal ziemlich mitgenommen, das war ein Schauspiel vom allerbösesten, perfekt inszeniert und choreographiert: „Furor Divinus, Messe Noir, Ora pro nobis Lucifer, Amen“. ein Inferno für unsere Sinne!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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