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Adam James Sorensen – Dust Cloud Refrain

Singer-Songwriter Folk aus Chicago

(ro) Dies schon mal gleich vorab: „Dust Cloud Refrain“ belegt mehrfach eindrucksvoll, wie aus einer überzeugenden, musikalischen Stunde eine bleibende Erinnerung werden kann. Und dies herrlich unprätentiös und voll poetischem Geschick.
Es fällt schwer zu sagen, was mich hier am meisten berührt und begeistert: die wunderbar bebilderten Tagträumereien, das lyrische Songwriting oder die musikalische Könnerschaft?

Oder der sensible, amplitudenarme Gesang des Adam James Sorensen mit diesem latenten Hauch von Melancholie, der so manches Mal an Genre-Meister wie Woody Guthrie oder aber auch an den frühen Bruce Springsteen in seinem faszinierenden Werk „Nebraska“ denken lässt?

Voll elegischer Dichte und zärtlicher Nachdenklichkeit schleicht sich Song um Song ins Ohr.
Und dies in einer sehr eigenwilligen, authentischen Art, die einfach faszinierend ist.
„Dust Cloud Refrain“ bietet eine famose, atmosphärisch stimmige Song-Sammlung, die sich durchweg in einer epischen, aber dennoch leichten Geste reflektierter Versonnenheit zeigt.

Die neun Songs sind nur scheinbar simpel. Immer wieder überzeugen sie durch sorgfältige und aufmerksame Alltagsbeobachtungen und den gar nicht kargen, aber glücklicherweise auch nie überladenen Arrangements mit Standbass, Gitarren, Pedal Steel, Banjo, Klavier und Streichern.
Diese perfekte Unterstützung bieten großartige Musiker wie der Bassist Byron Isaacs aus Brooklyn, Cellist Christopher Hoffman, Violinist Jeb Bows, der niederländische Multiinstrumentalist Jan van Bijnen, sowie der Background-Sänger Michael Jodell aus Portland.
Deren individuelle Fähigkeiten helfen die wunderbaren Geschichten Herrn Sorensens in warme und panoramaartige Visionen zu formen, die den inneren Blick weiten und die Gedanken in die Ferne schweifen lassen.
Wohin auch immer.

Zu den reduzierten und dennoch vielschichtigen Tracks wie z. B. in dem bluesigen „Box Car“, entstehen zu süchtig machenden Gitarren-Motiven unerwartete Bilder vor dem inneren Auge:
Vielleicht majestätische, weite amerikanische Landschaften, in denen sich der Hörer/die Hörerin fast verlieren kann?
Und doch versteckt sich hinter all der melancholischen Nachdenklichkeit eine stille Form des Jubilierens, die ungemein lebensbejahend daherkommt und die dem Glück so manch schöne Stunde abtrotzt.

Nicht minder bemerkenswert fällt der Song „Jane Dudley“ aus. Dies ist ein Song, der sich alle Zeit der Welt lässt, um flüchtige Zustände zu erkunden, ohne dabei notwendigerweise zu einem Ergebnis kommen zu wollen.
Hier kommt jemand mit einem Seufzer und einem wunden Herzen daher und doch liegt in dem Kummer auch ein Funken Hoffnung, zumindest aber der Wille, sich den Widrigkeiten zu stellen und sie zu akzeptieren.
Aber auch sich damit abzufinden, dass steter Wandel ein Teil der menschlichen Existenz ist.
„Pale dreams haunt me as I wander / Memories dying on the vine / A sinmple man left to sit and wonder / why no one seems to stand the test of time.“
Man mag hier manchmal fast den Atem anhalten, um diese fragile Intimität nicht zu stören.

Über all den Liedern dieses Albums scheint eine funkelnd reflektierende Abendsonne zu liegen, in der traumverlorene schwarze Rosen blühen.
Denn Resignation sollte nie eine Option sein.

Ich persönlich konnte ja noch nie genug bekommen von diesem folkig-melancholischen Zeug.
Denn zu diesen sanften Tönen lässt es sich trefflich träumen und ungestört seinen mäandernden und eigenwilligen Gedankengängen nachhängen …
(..Rosie..)

Songliste:

1. Steam Train
2. Jane Dudley
3. Boiling Over
4. Dust Cloud Refrain
5. Boxcar
6. Angel
7. Coming Back
8. Mao Kong
9. Seasons

All songs written by Adam James Sorensen
www.adamjamessorensen.com

Produced, Mixed and Engineering by Jamie Mefford
Mastered by Jim Wilson
Recorded at „The Mountain House“, Nederland, Colorado
H`art Musik-Vertrie GmbH

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