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Deville – Pigs With Gods

(js) Drei Jahre nach ihrem letzten Album „Make it Belong to Us“, dem ersten auf Fuzzorama erschienenen, melden sich „Deville“ nunmehr zurück. Aber die Dinge änderten sich in den vergangenen Jahren. Insbesondere bezogen auf die Besetzung des Malmöer Quartetts. Gitarrist und Sänger Andreas Bengtsson ist mittlerweile nur noch das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Leadgitarrist Andreas Wulkan stieß vor dem 2013er Output Hydra dazu und die jetzige Rhythmusfraktion, bestehend aus Bassist Martin Nobel und Schlagzeuger Martin Fässberg, kam 2016 mit an Bord. Wenn also im Jahre 2019 Deville ihr 15-jähriges Bestehen feiern werden wird dies im Fokus ihres aktuellen Albums „Pigs With Gods“ von Statten gehen. Einem Album, dem man durchaus eine kontinuierliche musikalische Weiterentwicklung attestieren darf.

Unabhängig davon, wer bis dato für das Songwriting zuständig war, waren „Deville“ stets eine Band, in der der Star nie deren jeweilige Mitglieder, sondern immer die Songs waren. Und das ändert sich auch nicht während der über 50 Minuten dieses Albums. Strukturell dicht, knackig produziert und mit professionellem Sound und voller Energie versehen und ausgeführt, bietet das Material auf „Pigs With Gods“ wenig Überraschungen hinsichtlich besagter Gesamtqualität. Ganz gleich, ob es sich dabei um den schwerfälligen Riffer „Lightbringer“ oder um „Lost Grounds“ handelt, welches geradezu Pate für den etwas angezogenen Aggressionsgrad des gesamten Outputs steht. Weniger Stoner-Rock, dafür fraglos eine metallischere Grundausrichtung. Der Uptempo-Druck von „Cut it Loose“ oder das bombastische Riff-gesteuerte „Wrecked“ geleiteten uns wohlgesonnen auf diesem Wege. Geradezu spielerisch jonglieren die Jungs einmal mehr mit der unterschiedlichen Dynamik in ihren Tracks; eben wie man es von einer etablierten Band und deren Professionalität erwarten würde.

„Acid Meadows“ doomt uns gehörig die Lauscher, während „Dead Goon“ es beinahe noch etwas dunkler gestaltet und man hier auf geradezu magisch-verspielte Instrumental-Kunst setzt. Dies darf man ohne Wenn und Aber als eine ebenso spannende wie gelungene Facette ihres neuen Soundgewandes bezeichnen. „Came For Nothing“ birgt dann eine gewisse „Mastodon“-Attitüde in sich. In „Medicated On A Concrete Road “wechselt der Gesang und Leadgitarrist Andreas Wulkan beglückt uns mit seinem ebenso exzellenten Organ. Das Album wird dann mit „In Reverse “finalisiert, welches uns scheinbar sanft von Orgel- und Keyboard-Klängen begleitet, zurücklassen will. Aber weit gefehlt. Es wären nicht „Deville“, wenn sich nicht nach knapp einer Minute die Handbremse lösen wurde und uns die gesamte Instrumentalfraktion ordentlich Wind um die Ohren „grungen“ würde. All das mit fantastischen Vokalharmonien versetzt. Ein wahrlich gelungener Abschluss.

„Deville“ beschreiten mit „Pigs With Gods“ sicherlich metallischere Pfade, ohne dabei aber ihre Stoner-Wurzeln zu verleugnen. Das Album fällt, wenn man auch das letzte Album mit in die Rezension einbeziehen mag, konsequent heavy und riffig aus. Schwere Riffs, die immer noch einen klaren Ursprung in den Stoner-Wurzeln dieser Band haben sowie nun auch einige verstreute Post-Metal-Gitarrenlinien, machen ihren Sound vielleicht sogar noch weniger ausrechenbar. Der Musik wird noch mehr Power und Glanz verliehen, was sich auch in Rock-Tracks abzeichnet, die mit ihrer leisen „Foo Fighter“-Attitüde und den catchy Refrains sogar auch für einige Radioprogramme geeignet wären. Einmal mehr ergötzte ich mich innerhalb der 50 Minuten zudem an Andreas Bengtssons noch kraftvoller daherkommenden Stimme.

Man würde wohl nicht weniger von einem neuen „Deville“-Output erwarten, als dass was man mit „Pigs With Gods“ auch erhalten hat. Egal welcher personellen Besetzung die Band auch ausgesetzt ist. Es zeigt sich bei all der Vielfältigkeit aber auch, wie erkennbar ihr Sound mit der Zeit geworden ist und wie wenig dieser Tatbestand die Jungs aus Malmö davon abhält , sie mit ihrem Songwriting an Orte zu hieven, an denen sie sich bisher noch nicht ausgelebt haben. Gefühl, Energie und Eingängigkeit stehen bei ihnen gleichermaßen und gleichrangig im Fokus, so dass die Hitdichte wahrlich immens ist, ohne dabei den Biss zu verlieren. Was auch immer die Zukunft für „Deville“ bereithält, mit ihrem aktuellen Longplayer haben sie sich eine spürbare Frischzellenkur verpasst.

„So beware and don’t mess with the Deville!“

Tracklist:

01. Lost Grounds
02. Pigs With Gods
03. Gold Sealed Tomb
04. Cut It Loose
05. Lightbringer
06. Hell In The Water
07. Wrecked
08. Acid Meadows
09. Dead Goon
10. Came For Nothing
11. Medicated On A Concrete Road
12. In Reverse

https://www.facebook.com/devilleband/
http://deville.nu/

Filed under: Album Reviews, Doom, Hardrock, Heavy, Metal, Rock, Stoner, Vinyl,

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