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Godsleep – Coming Of Age

(js) Drei Jahre nach ihrem noch über die Rockfreaks veröffentlichten Debut „Thousand Sons Of Sleep“ sind die Griechen mit einem neuen musikalischen Output am Start. Das Stoner-Quartett aus Athen, welches in den letzten Jahren nimmermüde insbesondere den griechischen „Heavy Rock Underground“ beackerte, wurde konsequenterweise im Jahre 2017 dann auch mit einem Auftritt auf dem „Rockwave Festival“ (Griechenlands wohl namhaftestem Musikfestival) belohnt.

Für ihr zweites Studioalbum konnte man sich die Dienste von Produzent George Leodis sichern, der unter anderem auch „1000mods“ betreut und einmal mehr für eine ordentlich fette Produktion Pate stand. Wenn ein Album jedoch den Titel „Coming Of Age“ trägt, ist eine Erwartungshaltung in der Fanschaft natürlich vorprogrammiert. „Sind „Godsleep“ in den letzten Jahren musikalisch tatsächlich gereift?“ ist wohl die Frage, die man sich nun zwangsläufig stellt. Verändert hat sich zumindest die Besetzung der Band. Neu mit am Start ist Sängerin Amie Makris, die dem Sound der Band wahnsinnig gut tut. Vom Songwriting und der Instrumentierung her verlässt man sich aber einmal mehr auf den fuzzigen Desert-Rock Sound, der schon dem Debut ordentlich Wucht verlieh.

Der Opener „Ex-Nowhere Man“ fühlt sich buchstäblich wie die abstrakte Interpretation des Starts eines Raumkreuzers an. Es beginnt mit einer „Wall of Fuzz“, die mit voluminösen, treibenden Drums vollendet wird, um später in einem fetten, heruntergestimmten Riffing zu enden. Sobald Amie mit ihren hypnotisierenden Vocals dem Rest der Band beitritt, fühlt sich dieser Song einfach nur komplett an. Die groovigen Geschwindigkeitsdämonen in „Unlearn“ und „N.O.U.“ wecken zweifelsohne die letzten müden Wüstengeister und scheinen der Band die Möglichkeit zu geben, ihr Potenzial vollends abzurufen. Insbesondere bei diesen Songs überzeugt mich die nahezu perfekt Balance zwischen Instrumenten und Amies kehlig-rauchigem Organ.

Es folgt „Celestial“, welches den Hörer dazu einlädt, die Wüste weiter zu durchqueren, obwohl eher eine solide Stoner-Atmosphäre dargeboten wird. Mittels des instrumentalen „Puku Dom“ entschleunigen „Godsleep“ ihre wilde Fahrt durch die Leere des Weltraums und betonen in ihrem Sound eher weiche Basslinien und kosmische Gitarrenakkorde. Das Lied dauert keine zwei Minuten und gibt den zweiten Teil des Albums frei, der mit „Basic (The Fundamentals of Craving)“ startet. Amies Vocals im Gesangsintro sind zum Niederknien und zeigen, dass sie nicht nur willens, sondern vielmehr auch fähig ist, den „Rauchgrad“ in ihrer Stimme zurückzufahren und in melodischeren Parts komplett zu überzeugen. Auf psychedelisch-progressiven Umwegen, die sich nicht davor scheuen, auch Refrain-Wiederholungen zuzulassen, führen uns „Godsleep“ in ein starkes Crescendo.

Die Eröffnung von „Karma Is A Kid“ wird einmal mehr getragen von einer sanften Intonierung Amies, bevor uns die volle Wucht des zentralen Riffs nach hinten zu katapultieren scheint. Ein anfänglich atmosphärischer Groove, der uns geduldig durch einen ausgereiften Klangkosmos schleppt, entlädt sich in einem wahren Fuzz-Blitz, dessen Tempo und Dynamik von präzisen, wuchtigen Trommelschlägen vorgegeben wird und bis zum Ende kaum mehr willens ist, Gefangene zu machen. Um eben jenes Ende des Albums musikalisch abzusichern, fährt die Band in „Ded Space“ noch einmal ein wahres „Riff-Feuerwerk“ auf, welches mich an frühe Werke der „1000mods“ erinnert. Diese letzten Minuten bestechen durch eine fantastische instrumentale Breitseite, die stets eine psychedelische Rhythmussequenz wiederholt und dabei von den wütenden Vocals Amies begleitet wird. Dieses „Finale Furioso“ lässt mich geradezu süchtig nach weiteren fuzzigen und arschtretenden Riffs zurück. Gut so!

Es lässt sich nunmehr sicherlich prima darüber streiten, ob „Godsleep“ nun musikalisch tatsächlich gereift sind. Sie sind im Vergleich zum Erstlingswerk aber sicherlich etwas experimentierfreudiger geworden. Bezogen einzig auf Kompositionen und auch dem Erschaffen ganz neuer Klangwelten und keineswegs dem Umstand, dass neuerdings eine Sängerin das stimmliche Zepter in der Hand hält. Zweifelsohne aber tut Amie Makris Stimmfarbe mit all den dargebotenen Nuancen der Band gut. Was jedoch nichts daran ändert, dass „Godsleep“ trotz und alledem zu aller Erst vom unglaublich hohen Niveau ihrer gesamten Rhythmusfraktion leben. Und dies führt dazu, dass sie auf „Coming Of Age“ erstmals nicht nur im Stande sind, durch staubtrockene Wüsten zu marschieren, sondern darüber hinaus auch in der Lage sind, den musikalischen Weltraum zu erkunden. Und diese tolle Entwicklung macht ohnehin genug Lust auf „Godsleep, Chapter III“, einhergehend damit, der Band beim Erwachsenwerden weiterhin aufgeregt die Treue halten zu wollen….(jensS)

Tracklist:

01. Ex-Nowhere Man 07:14
02. Unlearn 06:22
03. N.O.U. 04:24
04. Celestial 06:26
05. Puku Dom 01:33
06. Basic (The Fundamentals of Craving) 07:08
07. Karma Is A Kid 06:59
08. Ded Space 08:54

https://www.facebook.com/Godsleepband/
https://godsleep.bandcamp.com/

Filed under: Album Reviews, Hardrock, Rock, Stoner,

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