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Lonesome Shack – Desert Dreams

(as) Eigentümlich – das ist das Erste, was einem beim Hören von „Lonesome Shack“ einfällt, nachdem man der Beschreibung wegen, die das Trio selbst für seine Musik liefert eine weitere gesichtslose Americana-Kapelle erwartet hat. Unter der Ägide von Songwriter Ben Todd, einem nach Seattle übergesiedelten Bürger des staubigen (Klischee ahoi!) Bundesstaats New Mexico, ist mit „Desert Dreams“ ein Album voller sparsam arrangierter Nummern entstanden, das sich nicht ohne weiteres in für US-Sounds gängige Schubladen ablegen lässt.

Die Gruppe selbst spricht von „Hill Country Blues“ und „Urban Folk Rock“, doch wie man es letztlich nennt, ist egal. Was man ihr zumindest anhört: Es handelte sich zunächst um ein Soloprojekt, dann um ein Duo, das seine Kompositionen bei zahlreichen Clubgigs auf Herz und Nieren testete, sowie schließlich ein um einen E-Bassisten ergänztes Trio. Als solches haben sich „Lonesome Shack“ offensichtlich Minimalismus mit maximaler Wirkung auf die Fahnen geschrieben.

Todds nölende Stimme mag die Achillesferse der Band sein, doch dafür fällt das spritzige Schlagzeugspiel umso erfreulicher auf; Kristian Garrard verziert seine minimalistischen Grooves u.a. mit Rimshots auf der Snare-Drum, wobei ihm eine organische, sehr lebendig anmutende Produktion in die Hände spielt. Diesbezüglich sind das swingende „Past The Ditch“ und das treibende „Too Bad“ zwei für Interessenten an der Scheibe unverzichtbare Höhepunkte.

Außerdem bestechend: mehrere eng verzahnte Gitarrenparts, die folglich im Studio gedoppelt worden sein müssen. Dass man die Feinheiten von Bens Spiels mitsamt Nebengeräuschen hört, deutet wiederum auf einen Live-Mitschnitt hin, aber wie dem auch sei – abgesehen vom unglücklichen Einstieg „On The One“ und kurz vor Schluss „The City Is A Desert“, die beide kompositorisch ins Nirgendwo führen, dominieren originelle wie eingängige Tracks wie das sonnige „New Dream“ mit Walking Bass, wobei Ben seinen launischen Text unisono zur Lead-Melodie vorträgt, oder das hämmernde „Lonely“ mit dezenter Übersteuerung während einer verspielten Instrumentalbridge.

Die zwei langsamen Blueser „Only One“ und „King Clone“ markieren die zerdehnten Ruhepole von „Desert Dreams“, das schummrige, fast ohne Gesang auskommende „No Way Back“ vermittelt räumliche Weite und erweist sich letzten Endes als stimmungsvoller Höhepunkt des Albums. Das Titelstück zockelt danach lässig über die Zielgerade und bestätigt den für dergleichen sonderbare Musik knapp insgesamt überdurchschnittlichen Eindruck, den die vorangegangenen Tracks hinterlassen haben.s

https://lonesomeshack.bandcamp.com

Alive

35:58

On The One

Past The Ditch

New Dream

Lonely

Only One

Too Bad

King Clone

No Way Back

The City Is A Desert

Desert Dreams

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Americana, Blues, Folk,

März 2019
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