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Stvore – Zero

(as) Der Name „Stvore“ ist der russische Titel von John Carpenters 1982er Filmklassiker „Das Ding aus einer anderen Welt“ („The Thing“) und zugleich eine junge Progressive-Metal-Band, die 2014 ihren bisher einzigen, selbst betitelten Langspieler herausgebracht hat. Bei „Zero“ handelt es sich um eine EP, die bereits im Frühling 2018 erschien.

Die Moskowiter lassen sich musikalisch keinem bestimmten Subgenre zuordnen, gehören aber definitiv der modernen Schule an. Die sechs durchschnittlich langen Lieder zeichnen sich durch wuchtige Riffs und ein Hauptaugenmerk aufs Rhythmische gegenüber den Melodien aus, so wie es die Djent-Szene und deren Vorreiter („Meshuggah“, etc.) vorgemacht haben.

Während Bassist Ilja Purchel, der auch bei der Instrumental-Truppe „TerraTerra“ tätig ist, die kompositorischen Geschicke der Gruppe leitet, steht Gitarrist Paul Kirjenin mit seiner rauen Stimme im Mittelpunkt. Er brüllt und kreischt, was das Zeug hält, grölt aber manchmal auch halbwegs melodiös und besitzt zweifellos ein gewisses Charisma, von dem „Stvore“ generell profitieren.

Damit ließe sich jedoch kein Krieg gewinnen, falls das Songwriting unzureichend wäre, doch was das angeht, ist das Quartett bestens aufgestellt. „Chistaya Pob‘eda“ stampft mit gehörigem Vorwärtsdrang und teils orchestralem Arrangement aus der Computerretorte, „Brosay Shturval“ markiert den dramatischen Höhepunkt, und auch weil insbesondere „Yasnost‘“ (bedeutet „Klarheit“), ein verhältnismäßiger Ruhepol inmitten des knallharten Treibens, hymnische Qualitäten an den Tag legt, darf man den Russen ruhigen Gewissens ein ausgesprochen feines Gespür für Hooks bescheinigen.

Ihr sogenannter „Industrial Omni-Metal“ tut sich weiterhin durch kurze, geschmackvolle Gitarrensolos und den harschen muttersprachlichen Gesang hervor, der hervorragend zu der grundlegend ruppigen, aber stets raffinierten Gangart der Instrumentalisten passt. Erfreulich zudem: Jeder weitere Track legt in puncto Eingängigkeit zu – angefangen spätestens beim getragenen „Nerv Kosmosa“ über das schwungvolle „Zapertiy“ („eingesperrt“) hinweg bis zur im Vorfeld ausgekoppelten Single „Ya Znayu“, die in einer etwas längeren Version das Finale von „Zero“ darstellt.

https://stvore.bandcamp.com

Chistaya Pob‘eda (Flawless Victory)

Brosay Shturval (Drop The Handwheel)

Yasnost‘ (Clarity)

Nerv Kosmosa (Nerve Of Space)

Zapertiy (Locked-Up)

Ya Znayu (I Know) [Extended]

Paul Kirjenin (g,v)

Roman Owsjannikow (d)

Dmitrij Fedosenko (g)

Ilja Purchel (b)

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Metal, Prog,

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