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3rd Ear Experience with Dr. Space – Ear To Space

(tn) Wie könnte man es besser beschreiben, wenn man ein Album von „3rd Ear Experience“ hört – „Ear To Space“. Das diesmal allerdings noch ein bisschen Humor und Doppeldeutigkeit im Titel mitschwingt, da Dr. Space aka Scott Heller vom „Øresund Space Collective“ mit dabei ist, macht den geneigten Hörer noch ein bisschen neugieriger auf das neue Album der Kalifornier. Natürlich sind sie immer noch eine Jam-Band und man kann sich schon ungefähr vorstellen, was einen erwartet.

Schaut man sich zunächst das Tracklistening an, besteht „Ear To Space“ aus fünf Tracks, wobei nur die letzten beiden Songs auf der D-Seite zusammengefasst wurden. Die anderen drei Tracks nehmen jeweils eine Seite des Doppelvinyls ein. Dabei liegt „Ear To Space“ keine Live-Session zugrunde. Es wurden die Mittel der modernen Kommunikation genutzt. Die ersten drei Tracks wurden von „3rd Ear Experience“ eingespielt und dann an Dr. Space geschickt, der zu den Aufnahmen gejammt hat, als würde man zusammen auf einer Bühne stehen. Die Aufnahmen wurden von Robbi Robb gemischt und mit ein paar Overdubs versehen. Bei den Tracks auf der D-Seite hat Dr. Space vorgelegt und die Band hat dazu gejammt.

Man startet mit dem Album in einem viele Geräusche erzeugenden Raumschiff Richtung Weltraum, die Triebwerke zirpen und piepen und pfeifen und zischen, die Bordelektronik könnte auch mal wieder überholt werden, aber die Richtung stimmt, die Geschwindigkeit ist akzeptabel und im Laufe der nächsten Tracks wird hier noch einmal deutlich beschleunigt. Wohin die Reise geht, das zeigt in den ersten fünfzehn Minuten John Whoolilurie auf seinem Saxofon, der neben einem allgemeinen Space-Sound deutlich dem Funk verpflichtet ist – und damit die fünfzehn Minuten in einen dynamisch, großartigen Jam verwandelt, der immer noch mal an Geschwindigkeit zunimmt, wenn man es nicht mehr erwartet.

Anschließend wird es ruhiger, die Beschleunigungsphase geht über in ein ruhiges Gleiten durch den Space. „Anam Cara“ ist astreiner Space Rock. Großartig wird es beim Durchqueren von „Dreams Of The Caterpillar“. Wir befinden uns in einem psychedelischen Ping-Pong-Stereo-Universum – die Sounds schwirren zwischen den Lautsprechern hin und her, das es eine Freude ist. Hier wird am Synthesizer gezaubert – eine Zauberei, die sich bei den letzten beiden Tracks fortsetzt. Man landet von einem groovenden, hypnotischen Beat in Variationen über fernöstliche Klänge bis hin zu einem schwebenden, fast dronigen Klangteppich, der in „Sue’s Dream World“ einen letzten Höhepunkt auf dem Albums bietet.

Eine gelungene Kooperation von „3rd Ear Experience“ mit dem großartigen Dr. Space – der seinen Namen nicht zu Unrecht trägt, wie man hier hören kann. Alles auf schweres Vinyl gepresst, exzellent gemastert. Mehr kann man hier nicht machen! (Thomas Neumann)

Label: Space Rock Productions

Format: 2LP

VÖ: 23. März 2019

Tracklist:

  • A1 Screams Of Eagle Bone 14:50

  • B1 Anam Cara 20:22

  • C1 Dreams Of The Caterpillar 22:13

  • D1 Coin In The Desert 9:37

  • D2 Sue’s Dream World 6:04

Line Up:

  • Jorge Bassman – Bass

  • Richard Stuverud – Schlagzeug

  • Eric Ryan – Gitarre

  • Robbi Robb – Gitarre, Gitarren Synthesizer

  • Amritakripa – Tasteninstrumente

  • Ryan Post – Perkussion

  • John Whoolilurie – Saxofon, Orgel

  • Dr. Space – Synthesizer

Web

FB: https://www.facebook.com/3rdearexperience/

Webseite: http://www.robbirobb.com/thirdearexperience/index.html

Bandcamp: https://3rdearexperience.bandcamp.com/

Discogs: https://www.discogs.com/de/artist/3603047-3rd-Ear-Experience

Filed under: Album Reviews, Jam, Psychedelic, Space,

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