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Hamish Anderson – Out Of My Head

(as) Der Australier Hamish Anderson gehört in der Gitarrenszene mittlerweile zu den renommiertesten Vertretern seiner Zunft und hat sich wie viele Musiker aus seiner Heimat seit je an britischen Vorbildern orientiert, was man seinem zweiten Album vielleicht noch deutlicher anhört als „Trouble“, dem 2016 erschienenen Debüt.

Gemeint sind im Besonderen die Protagonisten der „Britisch Blues Explosion“, allen voran vermutlich Eric Clapton, der sich auf „Out Of My Head“ in mehreren fürwahr „slowen“ Soul-Blues-Nummern niedergeschlagen hat. Das einschmeichelnde „What You Do To Me“ steht in dieser Hinsicht weit vorne, ehe „You Give Me Something“ mit fetter Verzerrung und Orgel praktisch von Creams „Disraeli Years“ stammen könnte.

Schmatzende Keyboard-Sounds sind ohnehin der gemeinsame Nenner vieler Stücke auf „Out Of My Head“, gleichwohl die Gesamtstimmung eher bedächtig bleibt. „The Fall“ mit Mellotron oder „Breaking Down“ bieten dementsprechend gediegenen Mainstream, wie ihn auch Mark Knopfler auf seinen Soloalben in jüngerer Zeit zu Gehör brachte, wohingegen „World‘s Gone Mad“ einen selten aufbegehrenden Charakter aufweist.

Das mit Banjo und minimalistischer Percussion dargebotene „Happy Again“ schielt als einziger Track in die US-amerikanischen Südstaaten und leitet ein ausgesprochen zartes Finale ein: „You Really Know What Love Is“ entspricht dem Typus einer klassischen Liedermacher-Ballade, und Dark Eyes spiegelt diese Disziplin für akustische statt elektrische Gitarre arrangiert wider.

In dieser Form ist Hamish Anderson im Grunde unschlagbar, und dass er die fester zupackenden Kompositionen ausgewogener zwischen den Leisetretern hätte verteilen können, stellt einen vernachlässigbaren Schönheitsfehler dar, der „Out Of My Head“ nichts von seinem feudalen, aber nichtsdestoweniger authentischen „einsamer Mann mit Gitarre“-Charme nimmt. Ergo ist es an der Zeit, dass sich der Mann verstärkt potenziellen Fans in Europa widmet, wo sein Sound gleichsam bombig einschlagen dürfte.

http://www.hamishandersonmusic.com

43:31

No Good

Breaking Down

What You Do To Me

You Give Me Something

Out Of My Head

The Fall

Damaged Goods

World’s Gone Mad

Happy Again

You Really Know What Love Is

Dark Eyes

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Blues, Classic Rock, Singer/Songwriter,

April 2019
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