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Loreena McKennitt – Live At The Royal Albert Hall

(vo) Es gibt einige, wenige Frauenstimmen auf diesem Planeten Rock die mich beeindrucken, betören und faszinieren und diese können von mir aus fast alles singen was sie wollen: kein böses Wort wird dazu mit meiner Tastatur geschrieben. Zu diesem meinem kleinen erlauchten Kreis gehört neben Kate Bush, Anneke van Giersbergen und Sade natürlich auch Loreena McKennitt, die mit ihrer Stimme eine Aura schafft, und Gefühle und Stimmungen produziert die nicht von dieser Welt stammen können……Bei ihren Konzerten, von denen ich bisher einige erleben durfte (eines von 2007 ist hier nachzulesen), mit vollem Programm (bis neun Musiker) oder auch im intimen Rahmen (vier Musiker) sind die Kippenvel (ich liebe diesen niederländischen Ausdruck für Gänsehaut) Attacken vorprogrammiert und ständige Begleitung.

Die Kanadierin Loreena ist seit den 1990ern im öffentlichen, europäischen Musikbewußtsein und ich hörte diese stimmliche, rothaarige Betörung erstmailig 1998 in einem Tower Records Laden in Downtown Chicago und war, fasziniert zuhörend, nach kurzer Zeit hin und weg…..so auch beim Konsum ihrer auf dieser Doppel CD in der Mehrzahl selbst komponierten Songs – z.B. „Dante´s Prayer, Marco Polo oder Lost Souls“ – oder einiger bearbeiteter Traditionals wie „The Bonny Swans, Manx Ayre oder As I Roved Out“.

Diese und noch 14 andere Kompositionen liegen nun, mitgeschnitten beim Triumphzug (hör dir mal die Publikumsreaktionen an) am 13.03.2019 mit ihrer phantastischen Band plus großartig agierenden Gastmusikern anlässlich des Auftritts in der ehrwürdigen Londoner Royal Albert Hall der 2019er „Lost Souls“ Tour, in meinem CD Player und lassen während der kompletten Spielzeit die Vor- und Hauptverstärker Röhren meiner heimischen Musikanlage sanft und erhaben glühen: was für ein Fest für die Ohren, da und dort. Ich durfte eine Show dieser 2019er Tour in der Düsseldorfer Philipshalle (für mich heißt sie immer noch so obwohl der Hallenname wegen eines anderen Sponsors nun schon Jahre Mitsubishi Electric Hall heißt) geniessen, meinem Alter angemessen, sitzend. Und bemerkenswert: bei dieser ihrer Frühjahrs- und Sommertour erlebten ca. 80000 Zuhörer bei 49 Konzerten in 13 europäischen Ländern die Darbietungen.

Jedes Mitglied ihrer Tourband, die Gastmusiker (u.a. mit dem leider kürzlich verstorbenen Percussionisten Hossam Ramzy)  und natürlich auch Frau McKennit spielen und singen auf höchst vorstellbarem Niveau, da passt alles und greift perfekt ineinander. Alle 18 Songs des regulären Sets plus die beiden Zugaben wurden gegenüber den Studioversionen ganz zart ergänzt bzw. verändert, und das bestimmt nicht in zu beklagende Richtungen.

Nun sitze ich also in Ohrhöhe vor meiner Anlage und bin gefangen, völlig gefangen von dieser Stimme, von dieser Musik, eingefangen für knapp 100 Minuten…..

Sechs Songs dieses Doppelsilberlings stammen von ihrem 2018er Album „Lost Souls“, alle anderen sind – Kracher kann ich ja bei dieser Art Musik aus großem Respekt nicht schreiben, lieber schreib ich: wunderbare, faszinierende Oden ihrer gesamten Schaffenszeit aus allen möglichen Winkeln dieser Musikwelt, einzigartig und in fast unerreichbarer Qualität.

Einige Beispiele: „Santiago“: wem bei diesem von Loreena gesungenen Intro sich das Herz nicht sperrangelweit öffnet, die Seele birst, die Haut Gänse erblassen lässt und sich die Augenränder vor Ehrfurcht mit klarer Flüssigkeit füllen…….und der Applaus zum Schluß spricht Bände, sehr dicke Bände.

„Marco Polo“: eine Reise über die Seidenstraße, bunt, sehr rhythmisch.

:“Lost Souls“. mach die Augen zu und schwelge…….“The Lady Of Shalott“ und „Ballad Of The Foxhunter“: dezente Begleitung und diese Stimme……

Ich verneige mich vor allen Beteiligten und bin dann mal wieder weg, weit weg und in einer anderen Welt…..(volker)

Erschienen am 01.11.2019

Set 1 (CD1)
01. Bonny Portmore
02. All Souls Night
03. A Hundred Wishes
04. Ages Past, Ages Hence
05. Ballad of the Foxhunter
06. Marco Polo
07. Spanish Guitars and Night Plazas
08. The Star of the County Down
09. The Two Trees
10. The Bonny Swans

Set 2 (CD2)
11. The Mystic’s Dream
12. Santiago
13. As I Roved Out
14. The Manx Ayre
15. The Lady of Shalott
16. The Mummer’s Dance
17. The Old Ways
18. Lost Souls
Encore
19.Tango To Evora
20. Dante’s Prayer

Musiker:
Loreena McKennitt – Vocals, Keyboards, Accordion, Piano, Harp
Robert Brian – Drums, Percussion
Brian Hughes – Guitars, Bouzouki, Oud, Synth
Caroline Lavelle – Cello, Recorders, Backing Vocals
Hugh Marsh – Violin
Dudley Phillips – Bass
Ben Grossman – Hurdy-Gurdy, Bodhran, Accordion, Percussion

Guests:
Daniel Casares – Flamenco Guitar (# 7,12,19)
Ian Harper – Uilleann Pipes, Bombard, Turkish Clarinet, Flutes, Whistles (# 1,6,8,11,12,13,14,17,19)
Ana Alcaide – Nyckelharpa (# 4,14,18,19)
Hossam Ramzy – Percussion (# 6,7,11,12,19) (R.I.P.)

Filed under: Album Reviews, Classic Rock, Diverse: von Afro - Worldmusic, Folk,

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