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Maat Lander & Sounds of New Soma – Maat Lander & Sounds of New Soma

(as) Split-Veröffentlichungen bieten Musikern genauso wie EPs ein Vehikel zum Experimentieren, und als wären „Maat Lander“, das Projekt des „Vespero“-Mitglieds Arkadij Fedotow, nicht ohnehin schon überdurchschnittlich abenteuerlustig, schlägt der Russe dem sprichwörtlichen Fass im Rahmen seiner Kollaboration mit „Sounds of New Soma“ den Boden aus.

„Maat Lander“ pendeln scheinbar entschlossener denn je zwischen Elektronik Marke Berliner Schule und dem rauschhaften Rave Rock von beispielsweise „Ozric Tentacles“, komplett mit Gitarren-Freakouts und zischenden oder blubbernden Synthesizern. Das eröffnende „Maat‘s Way“steht exemplarisch dafür, ehe „Volga‘s Dream“ die Ambient-Seite des Projekts abdeckt, gewissermaßen tatsächlich als Ton gewordener Traum des längsten Stromes Europas.

Riff-lastiger als „Lunar Module“ hingegen kann die Gruppe in diesem Leben wohl nicht mehr werden. Bandkopf Arks Bruder Ivan verwendet übrigens sowohl ein herkömmliches Schlagzeug als auch einen Drumcomputer, das gesamte Material wurde im vergangenen Jahr in Astrachan eingespielt, der Heimatstadt des Trios, und die klangliche Nachbearbeitung übernahm Gitarrist Ilja, der Underground-Kennern dank seines unverkennbaren Gitarrentons bei „The Re-Stoned“ geläufig sein dürfte, zusammen mit „Grobschnitt“-Veteran Eroc. Die Covergestaltung steht im Zeichen der vorigen Platten von „Maat Lander“ und demgemäß im Einklang mit den darauf etablierten Konzept einer futuristischen Erzählung.

Zukunftsfähig ist der Beitrag von „Sounds of New Soma“ hingegen nur bedingt. Die Krefelder dröhnen sich einen Wust zusammen, den man ansonsten gar nicht von ihnen kennt. Sowohl das einleitende „Auf Fahrt“ als auch seine Schlussfolgerung „Ab Fahrt“ wirkt erschreckend nichtssagend, während das Schlüsselstück zumindest halbwegs aufblitzen lässt, wozu das Duo eigentlich imstande ist.

Andererseits relativiert sich dieser gelinde gesagt durchwachsene Eindruck sowohl durch „Maat Lander“ Vinyl-Seite, mit der es wie gesagt allenfalls „Radweg ins Glück“ aufnehmen kann. Multi-Instrumentalist Alexander Djelassi und sein Mitstreiter Dirk Raupach, der hauptsächlich diverse Synthesizer bedient, haben hiermit eine kleine interstellare Soundreise gebastelt, die vielleicht hier und dort etwas kürzer hätte ausfallen dürfen, aber nun gut: Die Russen machen diese Split letzten Endes zu einer empfehlenswerten Scheibe.

Tonzonen
http://www.tonzonen.de

Maat Lander – Maat‘s Way
Maat Lander – Volga Dream
Maat Lander – Lunar Module
Sounds of New Soma – Auf Fahrt
Sounds of New Soma – Radweg ins Glück
Sounds of New Soma – Ab Fahrt

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Krautrock, Psychedelic,

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