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Dr. Will – I Want My Money Back

(vo) Impfneulinge und Impf alteHasen aufgepasst: bei den 13 Impfstoffen plus einem Antibiotikum sind fortgesetzt gesundmachende Haupt- und Nebenwirkungen zu diagnostizieren, der Doktor und seine zahlreichen MTA´s bieten dem geneigten Patienten 14 wunderbare Heilungsmöglichkeiten gegen fast alle Krankheiten dieser Welt, auch in diesen Zeiten. Ihre Musik vertreibt auch Kummer und Sorgen und sorgt im Umkehrschluß für Spaß und Freude, wenn man sich auf dieses musikalische Gemisch aus Blues, leichtem Jazz, Memphis- und Phillylikem Soul, Vaudeville- und New Orleans-urbanem einlassen kann.

Vor drei Jahren hatte ich das letzte Mal das Vergnügen mit dem Doktor und seinen Assistenten/innen aus München (zur Rezi hier entlang), wobei „I Want My Money Back“ musikalisch weltumspannender zum Vorgänger daherkommt, im Sound weicher, gelassener, harte Klänge sind eher selten zu hören.

Und: die Texte (über harte Realitäten zumeist) sind in allen 14 Fällen wunderbar verpackt mit großartigem Groove, neben dem üblichen auch mit nicht alltäglichem Instrumentarium (u.a. Querflöte, Klarinette, Tuba, Moog-Synthi) und das Ganze ist einzigartig für eine deutsche Band, sehr einzigartig, ich wüßte auch auf zig Hieben niemanden unter den 83 Millionen Deutschen, der sowas so wunderbar arrangiert und hinkriegt. Ich hab ähnliches bisher nur in Baton Rouge und New Orleans/Louisiana gehört und an und auf der eigenen Haut erlebt, nur das es in unseren Breiten noch nicht ganz so schwül ist (wird nicht mehr lange dauern), aber in den Stätten und Kneipen, die die Band besucht, sicherlich jetzt schon.

Die Songs, 11 Eigengewächse, darunter zwei alte Songs (Hoodoo Moon + The Truth Is) neu aufgenommen und drei Coverversionen (High Jeopardy Thing, Everybody Wants A Cookie + Summer Wine) beglücken, beeindrucken, begeistern mich und sicherlich auch die alten und hoffentlich auch viele neue Wizard-Hörige.

Schon der Türöffner des Albums lässt auch die Tastatur meines Computers tanzen, da wackeln die Hüften und der besondere Touch liegt im Plastic Organ oder wie ich meine: Kirmesähnliche Orgel wie im Autoscooter Rechteck. „High Jeopardy Thing“……these streets are full of snakes….was für ein wunderbarer Schleicher mit Clarinet, Trombone und Xylophon!

Der Fingerschnipp Blues „Guilty Conscience Blues“ mit schwerem Sax Einschub und mit ein Highlight des Albums für mich folgt auf dem Fuß: „The Hell Outta Here“ könnte auch auf einem Album der für mich großartigsten Rock Band dieses Planeten locker bestehen, ich meine Gov`t Mule! Orgellastiger Rock vom feinsten.

Und was eine Querflöte und ein Banjo im Songgefüge veranstalten können beschreibt der Besuch in „Rosie´s Boudoir“…..sehr entspannend, so oder so. Feinen Blues kredenzt uns die Band bei „Move On“, ein herrlicher Schunkler.

Ein klein bißchen heftiger wird´s mit „I´m Running“ mit leichtem South Flair während „Big Old Drum“ uns ins in die Sümpfe an der Isar eintaucht, mit Slide und Schorsch Hampel´s brüderlicher Saitenhilfe, herrlich entspannt.

„The Truth Is“ wird durch die Tastenklänge aufgepeppt und hat so einen funkigen Arschwackel Groove. „Everybody Wants A Cookie“ mit wunderbarem Slidesouthern Flair, die zweite Coverversion auf dem Album.

„High Jeopardy Thing Reprise“ ist sowas von in New Orleans Sarg duch die Gemeinde tragende Musik, mach die Augen zu und du bist mitten dran am Leichenzug, aber ohne das die Schlangenlederstiefelspitzen aus dem Sarg gucken….

Der krönende Abschluß bleibt dem Hazlewood Klassiker „Summer Wine“, mit Italo Western Flair und tiefstem Dottoregesang während Sandy Beach mit Nancy Sinatra ähnlicher Stimme den Song würzt.

Das Gerichtsurteil: Schuldig ganz im Sinne der Anklage. Und die Anklage lautete: Sie werden der fortgesetzt abwechslungsreichen Musik beschuldigt, in Tateinheit unterstützt von großartigen Musikern. Das Urteil lautet dementsprechend: maximal drei Jahre auf Bewährung bis zum nächsten Album…..(volker)

Dr. Will und seine MTA´s sind:

Willi Hampel – Vocals, Percussion, Drums, Melotron, Loops, Plastic Organ, Brushes, Keyboard
Oscar Kraus – Drums, Backing Vocals
Jürgen Reiter – Bass, Upright Bass
Sachmo Bibergeil – Guitar
Dim Schichter – Xylophone
Thilo Kreitmeier – Clarinet
Martin Keglmaier – Trombone
Matthias Bublath – Wurlitzer Piano, Hammond Organ, Moog Sythesizer
Arjan Bakker – Guitar
Schorsch Hampel – Guitar
Uli Kuempfel – Tenor Banjo, Electric Cello, Ukulele
Titus Vollmer – Slide Guitar
Marion Dimbath – Tuba, Trombone
Ben Brummer – Backing Vocals
Sandy Beach – Vocals
Isabel, Franziska Federspieler, Claudia Cane – Backing Vocals

Tom Peschel – Mastering
Florian Scheuerer – Cover Design
Lucy Mikyna – Photograph
Ben Brummer – Photography

Die Songs:

1. Hoodoo Moon
2. High Jeopardy Thing
3. Guilty Conscience Blues
4. The Hell Outta Here
5. Rosie´s Boudoir
6. Rosie Revisited
7. Move On
8. I´m Running
9. Big Old Drum
10. Walking Crippled
11. The Truth Is
12. Everybody Wants A Cookie
13. High Jeorpardy Thing Reprise
Bonus Track
Summer Wine feat. Sandy Beach

Filed under: Album Reviews, Blues, Diverse: von Afro - Worldmusic, Jazz, R & B, Rock, Swamp,

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