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Dr. Will – Addicted To Trouble

(vo) Neben den weiteren musikalischen Ärzten meines absoluten Vertrauens (u.a. Doc Eisenhauer, Dr. Feelgood, Doc Holliday, Dr. John, Dr. Kurt Ostbahn, Doctor Ross) verschreibt uns der bayerische Neurologe, Orthopäde, Physiotherapeut, Ohren-, Haut- und Hausarzt Dr. Will 12 neue, frei erhältliche Medikamente in einer Verpackung namens „Addicted To Trouble“.  Das Hauptmotto der inhaltlich einwandfreien Wirkstoffe lautet, trotz gegenteiligem Titel: „Music is the healer“, und seine Live Begleitband, „The Wizards“, und die anderen Gäste haben großen Anteil an der Wirkung.

Die ambulante Therapie des Dottores, und seiner Assistenten/innen, die Blues, einige Arten Rock, Rockabilly und viel Soul enthält, beginnt ohne große Wartezeit und der sofort richtigen Diagnose mit einem feinen, harten und kreischendem Saitenintro aus der hohen Schule des Bluesrock, sich nicht überschlagend, schön im Midtempo gelagert. „Low Profile“ heißt der Song. Die Rhythmustruppe schreitet kräftig mit, die Gitarren von Schorsch (Bruder vom Dr.) und Arjan (niederländischer Kumpel) füllen jede Ecke aus und die Backgroundgesangmädels……whow!

Mit dem Thema „Frau weg“ und einem der schmierigstdreckigen Intros seit „La Grange“ beginnt „Doctor`s Order“. Die Empfehlung des Textdoktors: Pillen helfen da sowieso nicht, ein paar Bier schon eher. Der Cereal Box Gitarrenton, dreisaitig und widerlich geil, drückt den Konsumenten das Bier aus den Gläsern in die Rachen. Da hilft nur weiterpumpen und geniessen….

Der „Dapper Dude“, ein astreiner Rockabilly, erhält die volle Unterstützung von Sashmo, der den Song mit seiner Gitarre antreibt und der Doktor, Uli und Jürgen mit Upright Bass sorgen mit dafür, das die Tollen und die tollen Tanten auf dem Parkett die Sau rauslassen werden können dürfen.

Danach kriecht wieder so`n slidiger Cereal Box Ton aus den Boxen und aus den tiefsten und dreckigsten Sümpfen Südbayerns, der Backgroundgesang puscht und zum Schluß liegen Bühnencrew und Zuhörer zugedröhnt in einer „Mein Name ist Gator“ Kulisse, prost „Time Is Tight“.

Es folgt ein flotter RocknRocker: „Born In The Sixties“, und dann? Ein noch flotterer RocknRocker: „Shiny Red Jaguar“.

Der Titelsong des Albums versprüht, auch bedingt und verstärkt durch die fein eingestreuten Lap Steel Guitar Einheiten von Luke Cyrus,  ein Flair und Gemisch aus Latin, Easy Listening und Country-Rock. Das sowas zusammen passt? Ja, unbedingt. Tolle Mischung, passt scho.

Dunkeltiefer Swampblues erwartet den Hörer zu Anfang in „You Bring Me Down“, im weiteren großartiges, mystisches Gospelflair vom Backgroundgesang und harte Gitarrenriffs.

Die einzig reine Nicht-Doktor-Komposition des Silberlings, „Sally Bones“, stammt von Jürgen Reiter, bei allen anderen hat der Doktor alone oder in trauter Zweisamkeit die Takte und Texte ersonnen. „Sally Bones“ könnte auch aus einer der schwülsten und schwitzigsten Spelunken jenseits des French Quarter in Big Easy tönen, bei 90° Fahrenheit und 90% Luftfeuchtigkeit. Ich weilte im September 1996 u.a. für vier Tage in New Orleans, für mich als gelernten Wuppertaler war der damalige tägliche Regenschauer nichts ungewöhnliches, aber diese unfassbar feuchte Hitze……und ein solches Flair strahlt dieser Song aus….memories.

Die Hampelsche Familienkomposition „Look At This“ treibt mit kräftiger Bluesgitarre aus der Southside nach vorne und der brüderliche Gesang? Großartig.

Der vorletzte Knüller trägt den Titel „Gumbo French“, geht ab wie ein Alligator kurz vorm Beuteschnapp und würde sicherlich durch die texanische Beard-Dreifaltigkeit heiliggesprochen, siffiggröhlende Doktorstimme, eine Gitarre die schmirgelt und kratzt und beißt, himmlischer Backgroundgesang der Backgroundsoulsisters und des Backgroundsoulbrothers und Groove wie Sau.

Zum Schluß verweilen wir zusammen mit einem Großteil der Band als „The Titty Twister House Band“ in gleichnamiger Bar, das Traditional „Snakecharming Misirlou“ haut zum sehr guten Abschluß eines Albums, in dem ABWECHSLUNG GROSS GESCHRIEBEN wird, auch im zwölften Song alles raus.

Der Doktor, zusammen mit seinem phantastischen Praxispersonal, steht mit dieser seiner Musik allein auf weiter Flur in diesem Land und wenn ich mir ausmale, so eine geile Musik, mit dieser großartigen Band, in einem schwülen Pressluftschuppen unseres Vertrauens, und noch Salma Hayek dazu…..(volker)

Die CD erscheint am 24.März und hier ist der Trailer dazu.

Die Songs:

1. Low Profile
2. Doctor’s Orders
3. Dapper Dude
4. Time Is Tight
5. Born In The Sixties
6. Shiny Red Jaguar
7. Addicted To Trouble
8. You Bring Me Down
9. Sally Bones
10. Look At This
11. Gumbo French
12. Snakecharming Misirlou

Die Garanten für Flair, Soul, Swamp und Schwitze:

Dr. Will – Vocals, Drums, Percussion, Loops, Cereal Box Guitar

Juergen Reiter – Double Bass

Sashmo Bibergeil – Guitar

Uli Kuempfel – Guitar, Banjo

Claudia Cane, Isabel Kopp, Oscar Kraus – Backing Vocals

Schorsch Hampel – Guitar, Vocal

Arjan Bakker – Guitar

Olaf Giebe – Guitar

Luke Cyrus – Lap Steel Guitar

Discographie:

Itching Again 2007

Speak Of The Devil 2010

Together (mit Schorsch Hampel) 2011

Dirt 2012

Cuffs Off 2015

Addicted To Trouble 2017

https://www.drwill.de/music/“

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