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Open Yair Festival vom 21.08. – 23.08.20 in Neuhaus am Inn

(vo) Nach 665 (nicht ganz „The number of the beast“ erreicht) Kilometern kurzweiliger Anfahrt (u.a. einen SUV aus Island! gesehen, nur ein Stau auf der A3!) erreichte ich gegen 11:30 Uhr das Festgelände „Innlände“ in Neuhaus am Inn und erblickte Felix, einen der Organisatoren, und erfuhr noch einiges wissenswertes über das Open Yair. Anschließend besuchte ich mein Quartier in Bad Füssing (Landhaus Irma, sehr empfehlenswert) und legte mich erstmal lang hin: in meinem Alter braucht der Körper das…..,

Wetter, Wetter, Wetter! Und was für eines: einen halben Liter Wasser oder anderes in den Schlund geschüttet, gefühlte 10 Sekunden später brach die Flüssigkeit postwendend aus allen Poren…..egal, Hauptsache viermal brütend heißer Rock in Aussicht. Ich war gespannt auf Filistine und Mount Hush, die bisher noch nicht in meiner Liveliste auftraten.

Da das Blackdoor Heavy Music Fest – Stoner & Psychedelic Festival 2020 in seiner ursprünglichen Form nicht stattfinden kann machen wir einfach, so die Veranstalter, folgendes: Das erste Passauer Open Yair! – Drei Tage Mischkultur vom Feinsten! 21. – 23. August 2020, Neuhaus am Inn bei Passau

Außergewöhnliche Umstände erfordern besonderen Zusammenhalt. Aus diesem Grund präsentieren euch der Zauberberg Passau gemeinsam mit dem Blackdoor Heavy Music Fest und dem Musikförderverein Passau im August drei Tage Mischkultur vom Feinsten.

Ich konnte an diesem Freitag dabei sein: Nachdem ich meinen Klappstuhl links vor der Bühne in der ersten Reihe besaß stellte ich ihn zum abkühlen aber sofort nach der ersten Sitzprobe ein bißchen in den Schatten….denn das Kunstleder glühte. Ein Konzert sitzend, in diesen Zeiten völlig normal. Nur zum photographieren, natürlich mit Maske, verließ ich meinen Platz, für gekühlte Getränke (im Bollerwagen!) und Essen gab es einen Lieferservice an den Sitzplatz! Und das Ganze lief unter den Corona Hygienemaßnahmen sehr dizipliniert ab, das fand ich klasse! Am Einlaß bekamst du einen festen Sitzplatz zugewiesen (bei mir Einzelsitz A 15 ganz vorne an der Bühne da mit Photopass) sodaß es auf dem Gelände zu keinerlei unnötigen Abstandsunregelmäßigkeiten kam: das war großartige Vorarbeit der Organisatoren, deren Arbeit ich, genauso wie Bühne, Sound, Essen und Trinken bemerkenswert gut fand, auch der zeitliche Ablauf war perfekt. Großes Lob an alle! Und wie ihr seht war die gegenüberliegende Kulisse (Schärding am Inn/Austria) was für´s Auge.

16:00 Uhr Ortszeit, 33 Grad im Schatten, das Open Yair wird eröffnet: diese Ehre hatten die drei Power Doomer und Grunger und Metal Rocker „Ozymandias“ aus Linz an der Donau. Besetzung: Christoph Wagenhofer – VOC/GIT, Armin Lehner- ORGAN und Florian Loimayr – DRUMS. Und wie ich sie zum ersten Mal beim Lake On Fire 2019 erlebte erlebte ich sie auch hier: da gibbet in die Fresse und Magengrube, mit Stimmbänderexplosionen, hartem Gitarrengroove und Tasten, die das Ganze auch drücken, nicht nur nach vorne sondern den Sound auch großartig füllend. Sie gehören auch zur mittlerweile sehr stark angewachsenen Szene qualitativ hochwertiger Bands unseres Nachbarlandes. Das Gesamtpaket Ozymandias gab alles, Christoph schrie sich oft genug die Seele aus dem Leib, wie er dabei noch die Saiten traf blieb mir damals wie heute ein Rätsel, Florian drosch die Explosionen mit nach vorne und Armin? Armin gab den ruhenden Pol in der Band und fütterte innen und außen den Sound fett. Feiner Auftakt.

Ich machte in der Pause erstmal ein bißchen die Augen zu da mir während der ersten Session dermaßen viel Schweiß in die Augen geriet, aber langsam gewöhnte sich Volker an die Hitze, die du ja nicht bekämpfen kannst sondern mit ihr an diesem Nachmittag auskommen mußt. Dann wird eben mehr Wasser reingeschüttet.

Um Punkt 17:15 Uhr startete der Oberpfälzer Blues- und Funkexpress „Filistine“ durch und brachte sogar einige Mädels zum Tanzen…..die sichtlich Spaß am Sound des Neumarkter Bewegungstrios hatten, denn die drei schonten sich nicht, sie powerten los wie nix und waren nach einigen Minuten genauso klätschnass geschwitzt wie die Tänzerinnen. Auch wir übrigen Zuschauer hatten Spaß am Tun der drei und ich versuchte den in die Augen laufenden Schweiß beim photographieren zu ignorieren, denn jetzt brütete nicht nur die Musik richtig auf. Die Musiker: Samuel Meier – Vocals & Bass, Om Hari Lasar – Vocals & Guitar, Jonas Böhm – Drums. Die Stimmen- und Stimmungswechsel brachten die Jungs zusammen mit ihren powernden Aktionen auf der Bühne beim Publikum sehr zügig auf die Gewinnerstraße, auch einige Gimmicks wie u.a. das Hinterkopfgitarrensolo von Om Hari sorgten für Stimmung auf dem Innlände. Ich höre mir Bands, die ich im vorhinein nicht kenne, nie vorher an, denn ich laß mich gerne überraschen: in diesem Fall ´ne schöne Überraschung, im besten Sinne des Wortes.

Photo Matte…und Volker ohne Maske….man man man

Und dann wurde es mir noch wärmer um´s Herz, denn My Sleeping Karma trafen am Festgelände ein, mit dem sehr fit aussehenden Steffen, der ja krankheitsbedingt etliche Monate MSK nicht nach vorne dreschen und prügeln konnte. Wir, Matte, Seppi und Daniel begrüßten uns herzlich, wir kennen uns ja schon etliche Jahre und ich werde ihnen nie vergessen, das sie, zusammen mit den Galactic Superlords am 13.02. 2016, drei Tage nach meinem 60sten, für meine Gäste und mich meine Geburtstagsparty musikalisch umwerfend gestalteten.

Es gab aber auch mit meinen jungen Nachbarn rechts meines Klappstuhls angenehme Umbaupausengespräche, da wir drei schon einige Festivals unbekannterweise heimsuchten, wie z.B. das Desertfest Berlin.

18:30 Uhr: die nächste sehr angenehme Überraschung für mich: das Bluesrock und Blues Quintett „Mount Hush“ aus München gab uns die Ehre. Also hatten wir heute einmal Austria und dreimal Bavaria im Festangebot. Die fünf Herren aus dem Voralpenland spielen meist eine sehr entspannte, mit bunter Psychedelic angereicherte Bluesvariante, wobei mitunter aber auch mal ein etwas groberes Bluesrock Gelände beackert wird. Ihre ruckzuck ausverkaufte zweite Vinylplatte „Mount Hush“ legt beredtes Zeugnis ab was sie alles so drauf haben. Die legte ich mir nach ihrem Auftritt, genauso wie die Split mit Deaf Proof, natürlich zu, denn sie hatten noch einige Exemplare ausgegraben und dabei. Und auch noch anzumerken: mit Bass und Schlagzeug, zwei Gitarren und dem Keyboard kannste schon was hermachen. Da ich ihre Musik bis hierher auch noch nicht kannte nehme ich mal an das sie uns durch etliche Stücke ihres „Same“ Albums spielten. Und was für wunderbare Songs wir hörten…..ich machte immer genug Hörpausen zwischen den Photos um das Ganze zu geniessen, sehr zu geniessen. Das war trotz manchmal etwas härterer Gangart sooo herrlich entspannt…..

20:00 Uhr: die vier Karma Boys umarmen sich auf der Bühne und sprechen miteinander, ein Ritual vor jedem Auftritt, sie treten kurz ab und überlassen Aphrodite´s Child das Intro: und dann, ja dann, schmerzlich vermisst seit etlichen Monaten, die ersten, unverwechselbaren Klänge des Aschaffenburger Vierers mit vier Steuermännern. Was für eine Freude, nicht nur für mich wie ich rundrum sah. Meine Augenwinkel wurden durch Wasser leicht glasig und das lag nicht an der immer noch vorhandenen Hitze…..sie sind wieder da, und wie. Sie wurden mit ihrem unverwechselbaren und Alleinstellungsmerkmaligen Sound vom Publikum auf Händen getragen, gefeiert, bejubelt, es war ein Fest des Sounds und der Sinne.

Matte sprach einige Male zum der Band aus der Hand fressenden Karmavolk, und das waren keine Plattitüden und hohle Verlegenheitssprüche, sondern aus tiefstem Herzen Dank an das Hörvolk, Veranstalter und das wir in diesen Zeiten zusammenhalten sollen und gesund bleiben….

Die Band hatte unglaublichen Spaß, sie waren, wie wir auch, ausgehungert nach Sound, Interaktion. Steffen prügelpeitschte (danke Otto Waalkes) und drosch seine Vorderleute nach vorne und an, Daniel sorgte für wunderbare Klänge aus Tasten und Soundboard und Matte und Seppi, tja, einfach herrlich. Ich hör jetzt auf sonst gehen mir noch die Gäule durch, bei dieser Band dürft ihr von mir keinerlei Objektivität erwarten, die sie aber eh nicht braucht, dafür sind sie viel zu gut und zu angesehen in der Szene. Danke Jungs!

Wir waren nach knapp 80 prallen Minuten alle glücklich und zufrieden. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten nochmal recht herzlich. Es gab keinerlei störendes und mit einem fetten Grinsen trat ich die 13 km lange Reise in meine Pension an, über eine 10 km/h zu befahrende Holzbrücke!, durch riesige Maisfelder, mit Brahma und Ahimsa aus dem Twingoplayer, es war mir ein Fest!…..(volker)

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