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Hoflärm Backyard Session 2021

Fest (41)

(KiS) + (vo MSK) Unfassbar. Ein Festival. GGG. Zwei Tage lang. Mit Camping! Mitten im Nirgendwo- na ja, aber auf dem Land auf einem grünen Hügel. Ab 13 Uhr beginne ich mit einer Ehrenrunde auf dem Stoppelfeld, es haben sich schon einige Bekannte häuslich niedergelassen und fröhlich angeprostet. Ein Wochenende voller Bier, Bass und Bratwurst steht uns bevor. Doch halt. Es ist Freitag der 13te. Uuui. Das macht sich auch etwas bemerkbar, denn überaus lang stehen noch Leitern auf der Bühne des Hofcafé Geländes. Die Anwesenden haben sich zum Teil seit über einem Jahr Zwangspause nicht gesehen, gesprochen und umarmt, da wird die Zeit genutzt und dies ausgiebigst nachgeholt. Mit deutlicher Verspätung bevölkern dann 3 Jungs die Bühne, deren Name selbst einem isländischen Trio an Tag 2 auffällt. Bongbongbeerwizards aus Dortmund! Mit kleinem Flötenintro, frönen die Herren des weiteren der heftigen Meditation und gewöhnen die umliegenden Hügel schon mal an Lautstärke und die Vibes der nächsten Stunden. Bassist Reib Asanah empfiehlt das Produkt der Zusammenarbeit via bandcamp.

Smokemaster sind die Glückspilze des Freitags, denn kurz vor knapp sind sie nachgerückt und ersetzen die ursprünglich eingeplanten Circus Electric. Spätestens jetzt kommt echtes Festivalfeeling auf, die Haare fliegen auf der Bühne, es groovt und nebelt schon leicht. Im Publikum wagen sich erste Tanzschritte. (Es herrscht keine Sitzplatzbindung wie anno 2019). Halten die Versprechungen ihrer Eigenwerbung: Psychedelic Rock at it’s best!

In den Umbaupausen kann man – der totale Luxus und sonst höchstens in Backstage Bereichen zu finden – den Toilettenwagen aufsuchen!  Ich bin begeistert und gendere vor mich hin, da sogar kostenlose Hygieneprodukte im Damen WC zur Verfügung gestellt werden. (Herzchenlike).

Einen Premieren-Auftritt feiern Thvnderkvlt, die sich als Soloprojekt des Schlagzeugers von Kvinna Jan Emmermann formieren. Da kann ich nur sagen: Newcomer starten durch. Die Stimmung wird aufgeheizt, die Menge bebt! Das kleine Festival legt ein sehr feines sich steigerndes Lineup hin.

Die herannahende Nacht beschert einen Sonnenuntergang und schafft perfekt doomiges Ambiente für das nächste Trio des Abends: Earth Ship aus Berlin. Die erste Frau auf der Bühne bisher – mal abgesehen von Rockröhre Kathi, aka Kayote Heldt als Ansagerin. Elfengleich betätigt Sabine das Bass-Wummern, während Gitarren-Gigant und Ehemann Jan Oberg versiert die Tonlagen trifft. Begeisterungsstürme unter den Zuschauern, da bleibt das ein oder andere Ohr benebelt zurück.

Monkey3

Highlight und Headliner des ersten Festivaltages. Für manch einen des ersten Festivaltags des Jahres. In VorCoronazeiten hat man manche Band ja sogar schon zwei, dreimal gesehen wenn sie auf Tour ist. In diesem Falle bringen Monkey3 nicht nur ihre übliche Bühnendeko und mega viel Nebelschwaden mit. Nein, auch dem neuen Bassisten Jalil wird man erstmals ansichtig. Dafür hier ein extra Foto:M3 (8)

Erst im Juni hatte sich die Band nach sieben Jahren von Kevin verabschiedet, erster Einsatz neben dem Alcatraz Fest für das neue Bandmitglied. Für die Freunde der Nacht bebt die Erde, heavy Dancing versus Freudentaumel. Weit weit ins Tal hinab schallen die sphärisch- energetischen Klänge. Möglicherweise sogar durch den ganzen Westerwald.

Ich fahre mit den wabernden Klängen ins Tal, vom Hügel schallen weiter hörbar Klänge und die letzte Ansage von Galactic Superlordin Katharina, die mit Bandkollegen Carsten durchs Programm jubelte…..dann übernachte ich  extrem ruhig am ortsansässigen Schwimmbad.

Tag 2 

Ja,  ein Zwei- Tage-Festival. Mann*  ist gar nichts mehr gewohnt.  Und dazu noch Bomben-Wetter….also geht es “ früh“ weiter, um 15 Uhr stehen alle wieder auf der Matte. Apropos. der heutige Headliner, My Sleeping Karma, siehe Abschluss-Rezi vom MSK-Profi Volker F., der später für ein kleines FVF- Dejá vue sorgt.

Aber, so, erstmal zu STEW. Kleine , feine Band, angereist aus Schweden. Wie es für schwedische Bands üblich ist, bringen sie professionelles Musikgut zum Besten. Classic Rock/Heavy Blues schmettert uns das Trio um die Ohren. Reichlich Andrang danach auch am Merchstand, wo die Jungs aus der Ripple-Family ihr Erstalbum (2019) „People“ feilboten. Ein mehr als gelungener Einstand zum zweiten Festivaltag.

Zur Umbaupause begrüßt man neue Gesichter, die nur für Samstag angereist sind. Teilweise in letzter Sekunde noch ein übrig gebliebenes Ticket von der vorher in Blitzgeschwindigkeit ausverkauften Backyard Session zu ergattern.

PHIASCO aus Köln. Schon lange nicht mehr gesehen ! Vorher noch Zeit gehabt zu Proben, ein Luxus in diesen Zeiten. Aber die Herren hatten ja auch jede Menge anderes zu tun, Videodreh und so. Rote Beete Saft verarbeiten und Ähnliches. Die Phiasco-Familie erfreut sich und uns mit Spielfreude, lustigem Schnack und jeder Menge Fuzz. Man hört an neuen Werken, dass DYSE hier sehr wert geschätzt wird. Ja, genau, neue Vinyl- LP kann an den Start gehen, Sammelaktion erfolgreich beendet, es kann kesseln!

SPLINTER

Folgen dicht auf ebenfalls mit herrlichen Video ausgestattet. Eigentlich kann man die unterhaltsamen Teile gut auch statt einer TV- Serie schauen, ich persönlich habe mich in Folge sehr über die kreativen Mini-Blockbuster amüsiert. Der EX-Death Alley Frontman Douwe Truijens hat einfach die weißen gegen schwarze Cowboyboots getauscht und rockt die Bühne wie immer auf seine einzigartige Weise. Entertainer vor dem Herrn! Der Sexinessfaktor des Hoflärm-Festivals schießt augenblicklich in die Höhe, die Niederländer liefern eine großartige Rock’n’Roll Show.

Giöbia

Eine Wohltat aus Italien. Von mir erstmals auf einem Desertfest Antwerp gehört, ziemlich zu Beginn, bei Tageslicht unten auf der kleinen Bühne. – was soll ich sagen, ich war geflasht! Und auch hier wieder, bei strahlendem Sonnenschein, wird die psychedelische Magie wirksam. Hüftschwung im Publikum. Mit „neuer“ Besetzung am Keyboard durch Frau Crema. Recht fasziniert richte ich meine Kameralinse hauptsächlich in ihre Richtung und vernachlässige darüber, mich etwas mehr in Musik- Trance zu begeben. Aber auch Schlagzeuger Pietro D’Ambrosio sitzt als Frischling am Schlagzeug und powert der Truppe Leben ein. Grazie mille für die lange Reise und die große Freude die ihr verbreitet habt, liebe Giöbia!

So, du Liebe Zeit, wo bist du geblieben? THE VINTAGE CARAVAN. Schon die vorletzte Band, eben noch ebenfalls beim Alcatraz Festival in Belgien, jetzt schon hier im Wald. Die Isländer sind natürlich wohlbekannt und werden von der ersten Sekunde an gefeiert ! Es gibt zum feiern auch genug Grund, ab 12 Uhr wird Oskar gefährliche 27. Wir wünschen alles Glück der Erde und freuen uns auf Geburtstag 28 ! Wir alle fühlen uns bei dieser Show aber garantiert 2 Jahre jünger, alles scheint wie „früher“, hurra, wir leben wieder! Das ist schon etwas Anders als ein Home-Stream Akustik in Socken (obwohl, war auch sehr süß). Wir leben das Stoner-Gefühl bis zum Bierverschütten beim Tanz, wir stampfen und klatschen was das Zeug hält bis die Dunkelheit hereingebrochen ist. Die Isländer sind wohl die Band, die ich mit am häufigsten abgelichtet habe, sie tourten ja auch wie die Bekloppten – aber von mir aus hätte Vintage Caravan den ganzen Tag spielen können, es wäre mir nicht langweilig gewesen.

Zu MY SLEEPING KARMA ein paar Eindrücke des MSK Groupies Volker. Diese, wie ich finde, doch auch respekt- und liebevolle Auszeichnung las ich irgendwann letzte Woche über mich und das eben nur, weil ich MSK verfolge und sie mich (grins): in den letzten sechs Wochen hatte ich das allergrößte Vergnügen die Jungs fünfmal live (Bremen, Jena, München, Ascheberch und im Hof des Lärms) und in den Farben, die auch heute Abend ihre Lichtgestalt Andre auf die Bühne zauberte und dort gestaltete, zu sehen. Den MSK Sound regelte Tonmaster Rene wie immer, wie immer gut, und der Sound den der magische Vierer mit vier Steuermännern entfacht ist sowieso für mich diesseits einmalig und spektakulär. Seit nun 11 Jahren kenne und verehre ich dieses Quartett, hab sie nie mal irgendwie, irgendwo „Dienst nach Vorschrift“ machend erlebt. Eine besondere Ehre ist es dann natürlich für mich wenn ich diese Band auch noch dem Publikum an diesem Abend per Ansage die Ehre erweisen darf. War mir ein ganz großes Fest. Und was Matte, Norman, Seppi und Steffen danach in die Westerwälder Landschaft zauberten zauberte so gut wie jedem vor der Bühne feiernden, tanzenden und einfach glücklich seienden die Zwangspause bedingte nicht mehr vorhandene Seligkeit zurück in die Körper, sie zauberten eine Stimmung in die Nacht……nicht nur Volker hatte dieses nicht zu beschreibende Herrlichkeitsgefühl bei diesem Gig. MSK bedeutet eine Reise in eine Anderswelt, mach die Augen zu und flieg einfach weg…..

Das RBBS Team bedankt sich bei den Veranstaltern Caspar und Rainer und den zahlreichen Helfern und guten Seelen, es war uns, auch neben den vielen physischen und psychischen Wiedersehensfreuden, ein Fest, Dankeschön!

Alle Fotos

 

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