CARLSWERK VICTORIA & CLUB VOLTA 11.04.2026
(texte mike und lucas, photos mike) Zum nunmehr dritten Mal hatte das Label SOUND OF LIBERATION die Stoner Doom Sludge Szene sowie weitere Freunde der verzerrten, psychedelisch hypnotisierenden Gitarren zu ihrem Eintagesfestival SOL SONIC RIDE nach Köln in die Locations Carlswerk Victoria / Club Volta eingeladen. Beide Veranstaltungsorte verbindet ein gemeinsamer Innenhof mit Bierwagen, Foodtruck und ausreichend Sitzgelegenheiten zum Entspannen und Plauschen. Pünktlich um 14:00 öffnete die Pforte in das Paralleluniversum und schnell füllte sich die sonnig beschienene Fläche mit teilweise weit angereisten Musikfreaks. Man merkte den Leuten förmlich die Freude an, sich nach einer gefühlt langen Festivalpause wieder draußen mit Gleichgesinnten treffen zu können. Und sei es nur in einem kleinen Hinterhof.
YEAST MACHINE Nach den ersten herzlichen BegrĂĽĂźungen von Freunden und Bekannten begannen auf der kleinen BĂĽhne im Club Volta um exakt 15:00 Uhr YEAST MACHINE aus TĂĽbingen. Die fĂĽnf Jungs präsentierten ihr Ende März veröffentlichtes Album „BAD MILK“, Eine spritzige Mischung aus Stoner, Grunge und Psychedelic Rock erwartete die ersten Festivalbesucher. Die lockere und befreite Art ihres Auftritts, sowie ihre Spielfreude, schwappte direkt auf die vor der BĂĽhne versammelten Menge, die sofort in den Tanz- und Kopfnickmodus schaltete.Vor allem der Bassist erfreute mich mit seinen extravaganten Tanzeinlagen. YEAST MACHINE, das sind Benjamin Frenzel am Gesang, Fabian und Tobias Köninger an den Gitarren, Marcel Gundlach am Bass und Jonas Bischof am Schlagzeug und machen Neugierig auf mehr.                Â






www.yeast-machine.com | yeastmachine.bandcamp.com
SKYJOGGERS Den ersten Kontakt zu Mitgliedern der Band habe ich bereits während East Machine noch spielten und ich mir eine Zigarette auf dem Hof rauchte. Der Sänger läuft mit seinem extravaganten, aus einer kurzen Ledershorts und einem weißen 70er Country Hemd mit Cowboy Krawatte Outfit an mir vorbei und ich denke mir schon, das wird jetzt interessant. Der absolut außergewöhnliche modische Stil, findet sich auch in einem absolut besonderen Sound wieder, welchen die Band selbst als Space Rock tituliert. Eine super Bühnenshow, ein treibender Bass, eine verspielte und virtuose Gitarre, gepaart mit einem Schlagzeuger, welcher die ganze Geschichte rhythmisch zusammenhielt, überraschten mich absolut positiv. Ich bin sehr gespannt was man von den Skyjoggers in Zukunft noch auf die Ohren bekommt. Für mich waren die Jungs aus Tampere in Finnland die Überraschung des Tages. Gegründet 2017, aktuell bestehend aus Alexi Belle an der Gitarre, Juan Rico am Bass und Gabo Sabor am Schlagzeug, machen mir definitiv Lust auf mehr.






ELEPHANT TREE Die seit 2012 aktiven Londoner Herren von Elephant Tree begeisterten uns mit Ihrem melodischen Mix aus bluesigem Doom/Stoner. Die psychedelischen instrumental Klänge von Charlie Davis an der Gitarre, Peter Holland am Bass und Sam Hart am Schlagzeug, gepaart mit der unverkennbaren Stimme des Sängers Jack Townley überzeugen uns von Sekunde eins. Die Lichtshow tat ihr übriges, um uns für die Dauer des Konzerts in eine andere Welt zu ziehen. Eine wohlausgewählte Setlist vereint altbekannte Stücke mit den neuen Songs aus der Zusammenarbeit mit Lowrider, natürlich durfte ein Gastauftritt von Lowrider Sänger Peder Bergstrand nicht fehlen.




BONGBONGBEERWIZARDS Nun bereits zum zweiten Male kam ich in den Genuss, mir die Jungs aus Dortmund live ansehen zu dürfen. Die eigene Beschreibung Ihres Musikstils mit Heavy Meditative Doom trifft den Nagel auf den Kopf. Wabernde Soundscapes schichteten sich übereinander bis kurz vor dem Kollaps der Sinneswahrnehmung. Da wird es manchem auch schnell mal zu viel, ich hingegen konnte davon überhaupt nicht genug bekommen. Die vom Gitarristen selbst gebauten und vertriebenen Comic Terror Cabs, welche sich in der Szene schneller Beliebtheit erfreut haben, meisterten Ihren sehr anspruchsvollen Job mit Bravour. Bongbongbeerwizards, das sind Jan an der Gitarre, Detrji an Schlagzeug und Betta am Schlagzeug.





bongbongbeerwizards.bandcamp.com
LOWRIDER Der Moment als die Stonerlegenden aus Schweden die BĂĽhne betreten lieĂź mein Herz höher schlagen,.So ging es gefĂĽhlt auch dem Rest in der groĂźen Halle im Carlswerk. Wo ich hinschaue blicke ich in glĂĽckliche Gesichter voller Vorfreude. Zum wiederholtem Male ĂĽberzeugten mich die Stoner Veteranen mit einem sauber ausgefĂĽhrtem Auftritt, welcher zumindest in meinem Fall keine WĂĽnsche offen lieĂź. Die Band bediente sich aus Ihren altbekannten Klassikern von „ODE TO lO“, sowie „REFRECTIONS“, gab aber auch Material aus der „COLLABO“ mit Elephant Tree zum Besten, ich meine , das bot sich ja auch an.Â
Peder Bergstrand: Bass / Gesang | Ole Hellquist: Leadgitarre / Gesang | Niclas Stalfors: Gitarre Andreas Eriksson: SchlagzeugÂ


CULT OF OCCULT Ohne Mampf kein Kampf, also schnell eine Pommes mit Frikandel Special in die knurrige Magengegend geschoben und wieder rüber ins Volta zur Sludge Doom Metal Messe von CULT OF OCCULT aus Lyon. Deep, deeper, am deepesten brummten und dröhnten dort Verstärker und Boxen und schufen in dem rot beleuchteten Raum eine düstere, beklemmende Atmosphäre. Man konnte das Leiden des Sängers förmlich spüren, welcher mit seiner tief grollenden Stimme seinem Schmerz und Hass vehementen Ausdruck verlieh. Freunde der heftigeren Gangart kamen hier voll auf ihre Kosten. Nur wer Nerven aus Stahl hatte, blieb bis zum letzten Ton. Ich strich derweil die Segel, hatte ich doch noch drei Bands vor der Brust.




Wer TRUCKFIGHTERS aus Schweden schon mal live erlebt hat, weiß was ihn erwartet. Die drei Stonerrocklegenden aus Örebro präsentierten ihr neues Album „MASTERFLOW“ und dreschten in gewohnter Manier auf ihre Fangemeinde ein. Der fuzzgeschwängerte Sound von Oskar „Ozo“ Cede bildete den Teppich für die massiven Riffs von Frontmann Niklas „Django“ Källgren. Selbiger rannte wie gewohnt elektrisiert auf der Bühne hin und her, drehte sich dabei mit seiner Klampfe im Nacken spielend um seine eigene Achse und würzte seine Performance mit an Karate Kid erinnernde Luftsprünge. Was für ein Energiebündel. Unterstützung bekamen die beiden von Daniel „El Danno“ Israelsson am Schlagzeug. Seine druckvollen und nach vorne treibenden, groovigen Beats luden nicht nur zum Headbangen ein. TRUCKFIGHTERS live sind eine Ganzkörpermassage. Im bis nach hinten gefüllten Carlswerk Victoria lief der Schweiß wie in Strömen. Nach ihrem kraftvollen Auftrittt ließen die drei Schweden zufrieden grinsende und erschöpfte Rockfreaks zurück und wer noch Energie hatte, wechselte rüber in den Club Volta zu ZERRE.



ZERRE Seitdem ich den ersten Song von Zerre gehört hatte, wollte ich die Jungs aus Würzburg mal Live in Aktion erleben um mich davon überzeugen, ob sich diese Energie auch auf der Bühne überzeugend rüberbringen lässt. Ich wurde mehr als zufrieden gestellt. Der typische verzerrte 80er Thrash Sound, gemischt mit Einflüssen aus dem Hardcore-Punk, transportierte das Publikum blitzschnell in wilde Tanzlaune. Der obligatorische Moshpit ließ dementsprechend auch nicht lange auf sich warten. Das ich an diesem dann auch noch freiwillig partizipierte, sagt dann schon einiges über die Energie aus, die von der Band ausging. Denn schon vorher war klar: „Junge, dir wird morgen alles weh tun.“ Die fünf Herren sind zur Zeit mit Ihrem zweiten Album „ROTTING ON A GOLDEN THRON“ unterwegs. Nico Ziska am Gesang, Dominik Bertelt und Julian Rocco Lepore an den Gitarren, Tim Müller am Bass sowie Sebastian Spahn am Schlagzeug heizten mit Ihrem Set derart ein, dass weder ein Körper still stand, noch eine Achselhöhle trocken blieb. Thrash-Metal, klassisch aber irgendwie doch ganz anders, auf jeden Fall einfach nur gut. Wer mehr erfahren möchte hier nachstehend eine Rezension des Debut-Albums „SCORCHED SOULS“ unserer Rockblog Kollegin Jules rockblogbluesspot.com/2024/06/12/zerre-scorched-souls/#more-5689




zerrethrash.bandcamp.com/music
Den Schlusspunkt des heutigen Musikveranstaltungsmarathons setzten die schwedische Vintage Rock Band WITCHCRAft , die wie TRUCKFIGHTERS in Örebro gegründet wurde. In der jetzigen Besetzung begeisterten Ida Elin Tannerdal am Bass, Magnus Pelander an Gitarre und Gesang zusammen mit Jussi Kalla am Schlagzeug die noch aufnahmefähige Zuhörerschaft mit Vintage Doom Stoner Rock. Sanfte Harmonien wechselten sich mit rauen Rockpassagen ab während klare Gitarrensoli sägende Riffs durchbrachen. Dabei gab es Unterstützung von einem zweiten Gitarristen. Der manchmal wabernde, dann doch wieder rhythmisch pulsierende Bass drückte ordentlich in der Magengegend. Zusammen mit dem Gesang von Magnus bildete das Zusammenspiel der vier eine dichte Atmosphäre, die das Publikum teilweise in einen Trance ähnlichen Zustand versetzte. Für mich war der Sound von WITCHCRAFT wie Motorrad fahren. Mal beschaulich tuckernd durchs Gelände und dann wieder voll am Hahn ziehend der Sonne entgegen. Hell yeah …, so kann ein Festival zu Ende gehen. (Mike Vennen)



instagram.com/witchcraft.band/
Wer jetzt noch konnte, rockte den Rest der Nacht mit dem DJ Set CHILI CHEESE im Club Volta. ab. Unser Dank geht an SOUND OF LIBERATION fĂĽr die Akkreditierung und ans Carlswerk Victoria – Club Volta fĂĽr die tolle Gastfreundschaft. Dank auch an die Bands und an die Techniker fĂĽr Beschallung und Licht. Ohne euch wäre es still und dunkel. (Mike Vennen)
www.soundofliberation.com | carlswerk-victoria.com/news
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