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Wucan – Heretic Tongues

(hjs) Schauen wir uns die offizielle Pressemitteilung an, so lesen wir folgendes: „Wenn eine junge Band an die Musikgeschichte anknüpft, kommt es in der Musikpresse oft zu den üblichen Reflexen. Dem Verdikt Retro-Rock haftet das Stigma stumpfen Nachäffens vergangener Zeiten an.“ Scheint logisch, gibt es doch unzählbare Bands, die sich in diesem Genre tummeln. Also muss man, oder sollte man, sich doch von der Masse abheben. Zutaten wie: gutes Songwriting, Orginalität, Spannung, Unvorhersehbarkeit tragen das Ihre dazu bei. „Heretic Tongues“, das neueste Werk der Band aus Dresden spielt mit all diesen Zutaten. Dazu kommt gutes Riffing, für mich sehr hörbare Hooklines, ein progressiver Einschlag durch Einsatz unkonventioneller Instrumente wie die Querflöte oder das Theremin. Hören wir mal rein.

Da ich kein Freund der Konservenmusik bin, spielte ich mir die Scheibe auf Tonband über. Das gibt mir noch eine bisschen mehr Bindung zu dem Gehörten und mehr Möglichkeiten des Hörens.

Die Scheibe startet mit dem flotten „Kill The King“. Ein wahrer Opener der gespannt auf den weiteren Verlauf macht. Das Stück wir nicht durchgeknüppelt, sondern gefällt durch abwechslungsreiche Strukturen. Die Instrumente bekommen Freiraum und finden sich wieder. Flötenlos und ein Stück weit heavier kommt „Don`t Break The Oath“ daher. Das könnte, auch bedingt durch den mitsingbaren Refrain, ein weiterer Bühnenknaller werden.

„Fette Deutsche“, ein Stück in deutscher Sprache vorgetragen ist sehr kauzig und hat schon etwas punkiges an sich. Deutsche Texte sind ja nicht neues bei Wucan. „Far And Beyond“ startet mit einem groovigen Bass, der wunderbar mit der Gesangsstimme harmoniert. Im weiteren Verlauf entwickelt sich das Stück zu einer coolen Mid-Tempo Nummer mit leicht funkiger Note. Diese wird auch in dem zugehörigen Folgestück „Far And Beyond (Until We Meet Again)“ groß geschrieben.

Ob „Zwischen Liebe Und Zorn“, einer Cover Version der Renft Band, ein Klassiker oder gar ein Kultstück ist, vermag ich nicht zu sagen. Es zeigt die Vielseitigkeit der Band und den steten Willen sich nicht in ein Korsett pressen zu lassen. Das abschließende „Physical Boundaries“ mit über 12 Minuten Spielzeit lädt ein, sich nochmal richtig auf die Band einzulassen bevor der ganze Spaß auch schon vorbei ist.

Mein persönliches Fazit lautet: hier wird nichts nachgeäfft oder kopiert. Hier spielt eine junge Band auf hohem Niveau beeindruckendes Musikmaterial. Meine persönlichen Anspieltipps sind, alles außer „Zwischen Liebe Und Zorn“…..(hans-juergen)

01 Kill The King

02 Don`t Break The Oath

03 Fette Deutsche

04 Far And Beyond

05 Far And Beyond (Until We Meet Again)

06 Zwischen Liebe Und Zorn

07 Physical Boundaries

Die Band:

Francis Tobolsky: Gesang, Gitarre, Theremin, Flöte, Synthesizer, Percussion
Tim George: Gitarre, Keyboards, Synthesizer, Hintergrundgesang
Philip Knöfel: Schlagzeug, Percussion, Hintergrundgesang
Alexander Karlisch: Bass & Hintergrundgesang

Spielzeit: 42 Minuten
Medium: Vinyl Schallplatte
Label: Sony Attack Records
VÖ: 20.05.2022
Stil: Retro Rock, Kraut Rock, Psychedelic Rock, Hard Rock

Weblinks

Wucan Bandcamp
Kostprobe (Far And Beyond)

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