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Freak Valley Festival 2022 – Part 2 Donnerstag

Wieder ein so schönes Wetter angekündigt, und im Fotograben wartet ein neues störendes, aber nützliches Tool: der per Fernzünder betriebene Wassersprenkler. Zur Rettung aller schwitzenden und tanzenden Freaks später. Tja, Zeiten ändern sich, das wurde doch früher noch liebevoll per Hand von Klaus mit dem Wasserschlauch erledigt! Willkommen schöne neue Welt. Auf geht e aber in die zweite Runde der Musikleidenschaft und des Frohsinns,  gestartet wird pünktlich um 14 Uhr mit:

DVNE (KiS) einer meiner Überraschungssieger vom Desertfest Berlin. Uiii eben noch in dunkle Nebelschwaden gehüllt, jetzt als Opener im strahlenden Mittagslichte. Das kann auch die Freude nicht verbergen, mit dem die fünf Schotten ihr mieses Heimat-Wetter hier auf der Bühne verbreiten. Der progressive Metal-Rock trifft hart an die Hirnrinde und bringt Zeitreisen knallhart auf den Erdmittelpunkt der Reise. Großartig gegrowlt, unbedingt in einem düsteren Club oder nach Einsetzen von Dunkelheit nochmal hören. Augen zu geht natürlich auch. Viel Erfolg auf dem weiteren Weg, der Eroberung der europäischen Bühnen!

Supersonic Blues (vo) Die drei Niederländer aus The Hague – Den Haag haben kräftigen Classic-/Bluesrock an einer klassischen Bluestankstelle getankt, Super Spezial, und den Tank bis zum Rand und zur Bestmarke voll gefüllt. Das Trio besuchte uns beim Freak Valley X-Mas Fest vor einigen Jahren und überzeugte schon dort durch fesselnde Spielfreude. Heute war der Beginn ein klitzekleines bissel stotternd, aber nach kurzer Zeit war der Weg komplett von allem störenden freigefegt und sie kredenzten uns einen Bluesrock, getränkt mit feiner Psychedelic und mal Proto, mal Heavy, mal beides vereint. Und alles fein verpackt mit dem besten und klassischsten aus der 70ies Rockmusik.

Kosmodome (KiS) Musikalisch ist der Bandname Programm. Klar und eindeutig geht es hier ab ins All. Kosmische Klänge. Kontrolliert aus dem Shuttle der noch jungen Band. Auf der Bühne mit Tendenz zu norwegischer Zurückhaltung, hinter der Bühne die Sau rauslassen. Davon bitte etwas mehr nach vorne bringen, dann ist die Reise ins Welt- All unschlagbar!

Les Big Byrd (vo) beim Bühnenpersonal durch ImVorfeldunebenheiten äußerst beliebt…..aber nicht verzagen: wieder vertragen. Space Rock im weitesten Sinne verankerten die Schweden in den Siegen/Wittgensteiner Boden, es war überangenehm warm vor und auf der Bühne, trotzdem Parkerte sich einer der Space Rocker durch den Gig…..

Mondo Generator (KiS) Mega. Mega viel zu tun, der gute Nick. Zurzeit mit mehreren Bands gleichzeitig auf Tour, eben noch Stöner, jetzt wieder Mondo Generator. (mit Mike& Mike = Amster ( drums) Pygmie (Gitarre)  Interviews zu Hauf hinter den Kulissen, inklusive  Fotos mit den Zöglingen alter Kyuss – Fans. Auch eine kleine Akustik- Einlage für den Rockpalast ist drin. Beim Bad in der Menge um Bands zu sehen wurde das Trio ebenfalls gesichtet. DAS ist ein familiäres Festival. Den Einstieg macht ein Tribute Song für einen alten Weggefährten und Freund, Mark Lanegan, der seit dem 22.2.2022 nicht mehr unter uns weilt. Mir zumindest stand das Wasser in den Augen. Auf der Bühne wird gepowert was das Zeug hält, Klassiker und natürlich auch Must-Haves wie „Green Machine“, – „Kyuss dies“ (never) sag ich da nur. Hut ab, dass man das nach all den Jahren noch ohne mit der Wimper zu zucken abliefern kann und vor Langweile von der Bühne fällt. Ach ne, Gegenteil ist der Fall!! Das Publikum rastet aus und als Zugabe (ich meine die einzige des FVF) begibt sich Herr Oliveri of Stage und brüllt gekonnt balanciert in die Menge. Die Fotografen rasten aus. Summa Sumarum, Desert Valley war bei den Freaks, ich freu mich auf’s Hoflärm. Habe die Ehre.

The Atomic Bitchwax. (KiS) Nach der Absage von Monster Magnet, die allerbeste Entscheidung diese Band zu buchen. Ist ja ganz, ganz nah dran, fehlt eben irgendwie nur Dave und die Songs. Chris Kosnik, (Bass /Gesang) Bob Pantella (drums) Garrett Sweeny (Gitarre /Gesang). Die alten Hasen geben auf der Bühne mächtig Gas, nachdem Backstage noch gemütlich die Kippe geraucht wurde und es gar nicht so aussah als wären die Herren gut gelaunt. Dafür geht ein Lächeln nach dem anderen ans begeisterte Publikum raus.

Toundra (yv) Hach, es gibt solche Bands, die sich vom 2016 RB.BS-mitgesponserten so-gut-wie-Geheimtipp zur absolut festen Größe mit stetig wachsender Fanbase und zu speziellen Freunden des Vortex Surfers in Siegen entwickeln und das zur großen Freude aller Beteiligten. Die Herren aus der spanischen Sonne bringen die Brillianz, das Strahlen mit – auf dem Instrumentarium, auf der Bühne und in allen Gesichtern, davor, dahinter, allenthalben. Für mich ganz persönlich eines der diesjährigen Highlights schlechthin. Geniale Post-Instrumental-Hirnschraub-Mucke, geniale Typen.

Da herrscht beispielsarme Band-Chemie, Liebe und Akribie, Wahnsinns-Power, Freude und Begeisterung. Band und Freaks vereint ein Sportprogramm inkusive levitierender Gitarreros (Sprunggelenke scheinbar aus Gummi), Tele-Gym mit Gitarrenhälsen, Trommelarbeit vom Allerfeinsten, Gesichtsmuskelworkout unterm Walle-Bart.

Eingängige Melodeien und ordentlich Schmackes fliegen uns um die Ohren, unfassbare Präsenz, Ohrwurmalarm gibt’s für umme obendrauf. Überall um sich herum sieht man nonstop verträumtes Mitschwingen, erotisierende Hüftgymnastik à la Turka bis hin zur Gefahr der akuten, stromgitarrenbedingten Gehirnverschüttelung oder -schmelze mitsamt Haarknotenbildung – stets im fließenden Übergang, nur unterbrochen für einen Griff zum Becher und/oder endorphingeladenes Gejohle.

Ich gehe mal stark davon aus, dass der Slot im Timetable wieder ganz bewusst so gelegt wurde, dass die Sonne neuerlich bei TOUNDRAs Auftritt den Horizont küsst, das Publikum noch (oder ob der angenehmen werdenden Temperaturen wieder) aufnahmefähig ist und man im sanften Abendlicht hinterher beim Gang durch die Menge in massenhaft glückselig lächelnde Gesichter schaut. Einziges chronisches Problem bei TOUNDRA-Gigs: die Darbietungen sind stets so dermaßen kurzweilig und mitreißend, dass man gerne mindestens eine doppelte Portion davon hätte.

Endless Boogie (vo) der Bandname ist sowas von Programm! Und sie haben fast alle mit ihrem stoischem Boogie in den Himmel gebeamt. Was für ein unglaublicher Groove, was für ein Vibe, obwohl sie uns auch den Vibe Killer vom gleichnamigen Album kredenzten……….ich krieg jetzt noch ´ne Gänsehaut. Aber nix da Vibekiller.

Ich genoß fast das komplette Konzert vom Bühnenrand (siehe meine beiden Handyphotos) und konnte viele Boogiejünger- und ältere völlig versunken in diesen Sound erleben. Und natürlich dazu die geschmackvoll von Paul Major an- und ausgerichteten Gitarrenfiguren mit gelegentlichem Grummelrasselgesang. Den höllischen Groove fabrizierten Harry, Jesper und Marc.
Entschuldigung: Meine Fresse war das geil!! Ps. Zwei Handybilder von mir….. Und Ps. Ps. Und als einzige Band reisten sie nicht mit einem Sprinter oder Pkw Kombi an sondern mit der DB AG an und ab Siegen Hbf!

PELICAN (yv) Eigentlich war der Tag schon recht lange und die Fitness am abk***en, aber da mir aus diverser Kehle angeraten wurde, ich müsse un-be-dingt PELICAN angucken, stattete ich dem weltbesten Saftbar-Team einen Befeuchtungs-Besuch ab und nahm vor der Merchgarage akustisch vorteilhafte Stellung ein.

Holla the forest fairy, wie der Insulaner zu sagen pflegt, da wackelt die Hose im Schalldruck, Bewegungsdrang setzt trotz müder Knochen ein, die Augen schließen sich und der Schädel bewegt sich plötzlich wie von Geisterhand geführt. Zuvor mit Planlosigkeit in puncto Pelican beschlagen, so werde ich mich im Nachgang mal näher damit befassen müssen, dieses qualitativ hochwertige Post-Metal-wie-auch-immer-komplex-Powergefrickel passt ziemlich gut in meine diversen Schubladen und offensichtlich nicht nur in meine, die Post geht auf und vor der Bühne ab. Immer noch.

Super Tagesabschluss, wiederholt so richtig ablassen und auspowern, bevor es gen Nachtruhe geht.

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