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Maunra – Monarch

(ju) Nach fünf Jahren ausgefeilten Songwritings im Proberaum geben die fünf Wiener von MAUNRA Anfang September 2022 stolz die Geburt ihres digitalen Erstlings „Monarch“ bekannt. Unterstützende Großeltern in Form eines Labels kann das elterliche Quintett (noch) nicht nachweisen. Kein Label im Rücken bedeutet allerdings auch kein Label im Nacken und somit kreative Freiheit ohne Zeitdruck. Dass bei „Monarch“ alles im Alleingang vonstatten ging, tut dem Endergebnis keinen Abbruch. Ein hervorragend produzierter, satter Sound trägt die Hörerschaft durch ein stimmiges, in sich geschlossenes Post-Metal-Konzept ohne große Experimente oder Überraschungen – durchaus im positiven Sinne gemeint. Keine verdichteten, überladenen Soundwälle, ausufernde Gitarrensoli oder allzu knifflige Rhythmen. Kein vor Wut und Aggressionen triefender Gesang, der die Ungerechtigkeiten dieser Welt ins All hinauskreischt.

Ein einfach gestricktes Album wäre jedoch der falsche Umkehrschluss!

MAUNRA selbst beschreibt sein Werk folgendermaßen: „‚Monarch‘ ist ein Konzeptalbum, das sich mit dem nietzscheanischen Konflikt zwischen stillstehendem Sein und einem Werden, das für Bewegung und Leben steht, beschäftigt. Dementsprechend reicht die musikalische Grundstimmung von monolithischer Härte bis hin zu sphärischer Leichtigkeit.“ 

Ein höchst philosophisches Werk also, dessen Songwriting auf einem vielschichtigen, leicht progressiven Soundteppich aus Post-(Black)Metal und Ambient Rock fundiert, auf dem sich abwechslungsreiche Riffs und wiederkehrende Themen tummeln, getragen von einem Gesang, der trotz Gegröhle und Gekreische beinahe sanft wirkt. 

Der Opener „Between the Realms“ fesselt auf der Stelle durch eine geniale Hookline, die als Thema teils moduliert wieder auftaucht, und besticht zudem durch einen hervorragenden Dialog zwischen Lead- und Rhythmusgitarre. „Wuthering Seas“ entführt in eine zunächst düstere, basslastige und dann zunehmend psychedelische Klanglandschaft, die mit getragenen Sludge-Elementen und einem beeindruckenden Gesang fesselt, der zwischen heiserem Geflüster, tieferen Growls und hohen Screams mühelos wechselt. Dies wäre vermutlich Nietzsches Liebling auf dem Album. Schnellere Tracks wie „Embers“ und „Illuminations“ werden vor allem durch ihre rockigen, groovigen Riffs und rohen Drums vorangetrieben. Dabei ist „Embers“ wohl der Tänzer unter den sieben Songs, ein bisschen Rock ’n’ Roll mit Nietengürteln. Auch hier zieht sich die Hookline als Thema mit Wiedererkennungswert immer wieder gekonnt alterierend durch den Sog des Draufgängers. Den Abschluss bildet „Windborne“, dessen kerniger Mittelteil von einem atmosphärischen Rahmen mit dezenten Synthiesounds eingeschlossen ist – ein anschauliches Beispiel für den von der Band thematisierten Konflikt zwischen stiller Stagnation und agilem Antrieb….(judith)

Labels, sperrt die Lauscher auf bei MAUNRA, es könnte sich lohnen!

Label: Selbstveröffentlichung (aufgenommen, gemischt und produziert von Hannes Mottl Audio Productions)

VÖ: 07.09.2022

Dauer: 41:52 

Trackliste: 

1. Between the Realms (06:30)

2. Monarch (06:06)

3. Wuthering Seas (04:44)

4. Embers (04:26)

5. Illuminations (05:59)

6. Lightbreather (06:12)

7. Windborne (07:50)

https://maunra.bandcamp.com/album/monarch

Filed under: Album Reviews, Metal, Postrock,

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