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Rulaman – To Serve the Dune

(as) „Der Düne dienen“… Der Titel der dritten „Rulaman“-Platte (die vier Tracks umfassende, selbst betitelte vorangegangene EP erste erschien 2021) weckt zumindest beim Verfasser dieser Zeilen Assoziationen zum US-amerikanischen Wüstenrock (Palm Desert, „Kyuss“, „Queens of the Stone Age“ und so), die sich dann beim Hören auch bis zu einem gewissen Grad bestätigen.

Das Trio zeichnet sich hier wie schon auf seinem Einstand vor allem dadurch aus, dass es das, worauf es bei dieser Besetzung ankommt, tief verinnerlicht hat. Jedes Instrument hat neben der unauffälligen, aber effektiven Stimme von Gitarrist Felix Berns seinen Platz, und das Zusammenspiel wirkt auch dank der raumgreifenden Produktion des Albums sehr lebendig, als würde man einem Konzert der Stuttgarter beiwohnen.

Dazu passt dann auch der Umstand, dass „Rulaman“ erfreulich kompakte Lieder komponiert haben, angefangen bei dem fieberhaften Opener „Bitkin (Wake)“ und der anschließenden Elegie „ThirtyNine“ (mit einer Anspielung auf Shakespeares Drama „Heinrich IV.“, die auf die generell cleveren Songtexte verweist) über das rhythmisch nuancierte Instrumental „Creatures“ (von wegen bekiffter, gleichförmiger Psychedelic-Kram…) und die verschlungene „Nomad Queen“ (Stichwort Wüste) hinweg bis zur vielsagend wie treffend betitelten Abschluss-Hypnose „Mantra“.

Das breite dynamische Spektrum der Stücke lässt das Ganze weitläufiger klingen, als es eigentlich ist, denn in puncto Songstruktur besucht der Dreier ganz klar die alte Schule ohne auffällige Sperenzchen. Stellenweise gewinnt man dabei den Eindruck, die Band habe bewusst an der Härteschraube gedreht, doch der kraftvollere Zug und Vorwärtsdrang steht ihr ausgesprochen gut. Ein echter Knaller wie der Longtrack „Sumpfgott“ vom Vorgänger findet sich zwar nicht unter den neuen Stücken, aber „To Serve the Dune“ unterstreicht den Status „Hoffnungsträger“, den die Combo schon früh innehielt, und deutet darauf hin, dass „Rulaman“ bald kein Szenegeheimtipp mehr sein werden.

Tonzonen / Soulfood

VÖ: 27.01.2023

http://www.rulamanmusic.com

Bitkin (Wake)

ThirtyNine

Foothills

Creatures

Nomad Queen

Meadow

Mountain

Mantra

Andreas Schiffmann

Filed under: Album Reviews, Psychedelic, Stoner, ,

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