(Yv) Trotz allen Bemühens scheiterte die Teilnahme an Judiths Freak Yoga-Session an diversen logistischen Hindernissen, wenngleich es der geschundenen Physis und dem übernächtigten, gut in diversen Flüssigkeiten eingeweichten Festivalhirn bestimmt eine Wohltat gewesen wäre.
Aber der innere Drang Richtung Festivalgelände war trotz allem immens, um noch zeitig einen Platz in einer der vordersten Reihen für das erste Konzert des Tages zu ergattern.
Darf man auf gar keinen Fall verpassen: SEEDY JEEZUS! Ein Auftritt als musikalisch zelebrierte Wiedersehensfreude, sie haben sich hier schon so viele Herzen erspielt und auch abseits der Bühne durch ihre herzliche, dankbare und allürenfreie Art einen Haufen Freunde gewonnen. Ich jedenfalls habe mich darauf mit am meisten gefreut, von mir aus dürften sie jedes Jahr wieder hier auftreten, ihre musikalische Bandbreite würde es sicher erlauben. Lex, Paul und Mark glänzen jedes Mal wieder mit Charme, Power, Geradeaus-Heavy(blues)rock in der Tradition der großen psychedelischen Meister, und dies ohne jeden Abklatsch, ohne Staub und ohne Langeweile-Gefahr. Eine unfassbare Bandchemie, ein Haufen Spaß dabei, mitreißende Melodien und sinnesbetörende Riffs, Mark mutiert optisch am Drumkit zu einer Fusion aus “Animal” und Asket mit Turbolader, Paul bollert und dengelt und zerrt auf dem Bass, dass der Wallebart nur so wackelt und Lex zeigt uns allen, welch Klänge so einer Stratocaster entfahren können, wenn man sie denn derart meisterlich zu behandeln weiß. Mein Neid ist mit all jenen, die im Nachgang noch Gelegenheit hatten, die Folgekonzerte auf ihrer kleinen Tour nach dem Valley zu besuchen.
Im Gepäck haben sie übrigens auch eine Festival-Spezial-Neuauflage ihrer Platte “Hell Yeah” – der Engländer würde sagen “selling like hotcakes”, zurecht, im Netz wurden schon bald Organisierwünsche von Daheimgebliebenen laut. Kleines, rührendes Detail und wundervolle Geste der Freundschaft: in jede Platte wurde “R.I.P Ralf Stötzel” eingraviert. (Ralf, du fehlst!)

Howling Giant
(syb) Der Lorenz knallt uns endlich ordentlich auf die Rübe, als wir schnell mit einem kühlen Blonden auf den großartigen Gig der drei Madmen aus Australien anstoßen und dann vor die Bühne zu HOWLING GIANT eilen. Das sympathische Quartett aus Nashville spielt den letzten Gig der aktuellen Tournee durch Europa und hat vor der Heimreise in die USA nochmal Bock und zwar so richtig.
Ihr Sound rollt mit gewaltigen Riffs und Gesangslinien voller Melodie heran und steigert sich von Song zu Song, bis sie am Ende des Sets wirklich alle Freaks im Sack und selber Spaß inne Backen haben.
Bassist Sebstian Baltes (Fun Fact Alarm: Sohn von Metal Legende Peter Baltes, Basser bei Accept und jetzt U.D.O.), Adrian Lee Zambrano, schwarze Gitarre, und der mehrstimmige Gesang von Tom Polzine, weiße Gitarre sowie Zach Wheeler, Drums, grooven mit uns irgendwo durch Wüste, Metallfabrik und Fantasy-Abenteuer. Die Riffs dieser „heavy jamming Psych-Wizards“ sind echt mächtig, nicht vorhersehbar, aber eingängig und die Spielfreude der Jungs ist hochgradig ansteckend. Fazit: das war ein echt bärenstarker Tourabschluss und live sind HOWLING GIANT eine verdammt große Nummer. Wir freuen uns schon RIESIG auf alles, was aus Nashville noch kommen wird.

Super Jet Kinoko
(syb) Und nun, hochverehrtes Publikum, meine Damen und Herren, liebe Kinder, liebe Freaks!
Mit ausholender Geste, meine blaue Kappe in der Hand, sage ich: hereinspaziert, Freak Valley Manege frei und treten Sie ein in die wunderbare, glitzernde Welt des New-Wave-Mushroom-Trance!
Vergessen Sie für eine Stunde einfach alles Gesehene und Gehörte und lassen Sie sich verzaubern von der größten, spektakulärsten und abgefahrensten Show des Freitags: SUPER JET KINOKO aus Osaka, Japan.
Ich hatte schon einiges von der vom „Kikagaku Moyo“-Gitarristen Daoud Popal in 2019 gegründeten Band gehört, aber diesen Auftritt hatte ich so nicht kommen sehen. Neben Daoud stehen High Men (Vocals), Ramune (Vocals, Synths), Ice (Gitarre), Yasu (Vocals, Perc.) und Bokki (Perc.) auf der Bühne und werden durch das Energiebündel Chika tanzend ergänzt, wobei eigentlich alle Akteure auch irgendwie Singen, Skandieren, Fahnen schwenken, oder Beschwören. Musikalisch trifft die verrückte Mischung aus Rock, Rap, Trance, und psychedelischen Einflüssen voll auf die Zwölf, tanzbar und explosiv. Optisch ergeben sie eine noch wildere Mischung aus bunten Kaftanen, Mützen, Pumphosen, retro-Kleidern und Uniformen. Als Blickfang der Truppe ist eindeutig der Percussionist in Flipflops mit keck erigiertem Fliegenpilzpenis-Slip auszumachen. Der gehäkelte Fliegenpimmel konnte übrigens als Merch erworben werden, ungetragen natürlich, was für eine großartige Idee.
Und dann waren da auch noch Gorillas, Aliens, Quallen und Ufos und damit eine VIP-Einladung von Super Jet Kinoko zur Party mit abschließendem Höhenfeuerwerk, die wir Freaks nur allzu gern angenommen haben. Das Set, vorwiegend Songs vom aktuellen Longplayer „Mushroom Sutra -Shroomy The Go Go“ ist rasant und von der Band angetrieben, kocht die Stimmung über, auf wie vor der Bühne. Mehr kann und will ich gar nicht schreiben,- einfach Fliegenpilz überstülpen und zuhause weiter feiern. Dabei nicht vergessen, immer nach außerirdischen Lebensformen Ausschau halten und dabei lautstark skandieren: COME COME U.F.O., COME COME!

The Grand East
(pe) Manchmal braucht es auf einem Festival voller fuzzgetränkter Schwergewichte, psychedelischer Endlos-Jams und donnernder Doom-Riffs genau die richtige Band zur richtigen Zeit. Beim Freak Valley Festival 2026 übernahmen diese Rolle die Niederländer von The Grand East – und verwandelten das beschauliche Tal in Netphen für gut eine Stunde in einen sowohl glitzernden als auch gleichzeitig staubigen Highway irgendwo zwischen den Siebzigern und der Gegenwart.
The Grand East gelten als Band, die klassischen Rock nicht einfach kopiert, sondern ihm neues Leben einhaucht. Und so wurde von Beginn an schnell klar, dass hier keine nostalgische Retro-Show bevorstand. Stattdessen präsentierte die Band einen in den 60ern und 70ern verwurzelten hochenergetischen Mix aus Classic Rock, Blues und Soul, erweitert diese Verwurzelung aber komplett erfrischend durch 80er Synthwave- Einflüsse und sogar 90er Garage-Rock mit psychedelischen Einschlägen – und passt somit perfekt in das musikalische Multiversum des Freak Valley Festivals.
Die Live-Dynamik allerdings steht und fällt schließlich mit dem Frontmann: Arthur Akkermans, vollausgestattet mit Klassik-Locken-VoKuHiLa a la Rudi Völler und einer Bewegungsattitüde a la Freddy Mercury betritt die Bühne in knappen Jeans-Hotpants und nach kurzem Westetragen schnell freigelegten schwarz/gold-gestreiften Unterhemd, singt, swingt, tanzt provokant und aufreizend die Hüften schwingend, spurtet über die Bühne, wirft sich auf den Boden, halbspagatet während eines Synthie-Boogies mal hier mal da oder sucht den direkten Kontakt zum Publikum von den Aufbauten vor dem Fotograben aus – man fühlt seine Energie quasi körperlich, und er wirkt, als hätte er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, so lange mit Vollgas zu agieren, bis er auch die letzte Reihe des Publikums auf seine Seit gezogen hat.
Irgendjemand erzählt im Laufe des Abends Backstage: „Solange Arthur auf der Bühne was zum Klettern findet, klettert er!“ – und die linke Seiten-Säule der Bühne bietet definitv genug Kletterpotential, das er in der Mitte des Sets dann auch ausgiebig nutzt, um von weit oben seinen Gesang (eine Hand an der Verrohrung, die andere am Mikro) seine Lyrics über die Menge regnen zu lassen.
The Grand East waren in diesem Jahr für mich exakt eine dieser Überraschungsbands, von denen man nie gehört hat, sich mit wenig Erwartungen mal vor die Bühne begibt, nur um kurz zu schauen, was da so präsentiert wird – und die einen dann komplett in ihren Bann zieht und bis zum letzten Ton nicht mehr loslässt.
The Neptun Power Federation
(jul) Als die Band die Bühne enterte, hatte ich das Gefühl, mich auf eine Zeitreise in die glorreichen 80er zu begeben – gekreuzt mit einer okkulten Zeremonie. Zelebriert von der charismatischen Priestess Sutch, die mit ihrer Stimme und Bühnenpräsenz an eine 80er-Jahre-Doro-Pesch erinnert. Unter ihren ikonischen Kopfbedeckungen bricht sie sich dank 3-Wetter-Taft auch bei Starkregen keinen Zacken aus der Krone. Die Australier führen durch ein Labyrinth aus Heavy Metal, Hard Rock und einer gehörigen Prise theatralischem Glamour, der bis in Reihe 10 noch nach Spandex und Haarspray riecht. Irgendwie besonders, wenn auch nicht so ganz mein Ding.

Long Distance Calling – eine Stunde Glückseligkeit
(michaela) Etwas eher als geplant stehen sie auf der Bühne – etwas verhalten geht es los, man muss halt auch erst einmal warm werden, das gilt sowohl für das Publikum als auch für die Band. Die Münsteraner spielen traditionell ohne Gesang, was sowohl der Gesamtheit des Klangraums als auch der Präsenz auf der Bühne keinen Abbruch tut. Viel vorzustellen muss man sich nicht. Und sie haben Bock!
Spätestens bei Black Paper Planes schwofen alle mit, obwohl Jan, Janosch, Flo und Dave – weil sie ja aus Münster kommen – den Regen mitgebracht haben. Da läuft man aber nicht vor weg, sondern holt die Regenjacke heraus und macht einfach weiter. Am Ende ist es ein Gewinn auf so vielen unterschiedlichen Ebenen, mit jedem gespielten Ton werden mehr und mehr Leute begeistert, sodass eine tobende Menge zurückbleibt, für die die Zeit viel zu schnell vorüber geht.

Es ist faszinierend: egal wo sie live auftreten, ausnahmslos IMMER gelingt es der Kombo von LDC, den Anwesenden ein Himmelreich zu eröffnen, in das man eintauchen will, in das man sich einwickelt und in dem man sich für die Zeit, solange der Auftritt dauert, liebend gerne aufhält und nicht wieder von dort wegwill. Danke. Einfach nur Danke.
Setlist:
nocturnal
immunity
the spiral
black paper planes
a secret place
out there
eraser
metulsky
TRAIL
(syb) Als Volker auf der kleinen Bühne unsere RBBS-Herzensband TRAIL aus Darmstadt ansagt, wird es schon langsam dunkel, leichter Nieselregen und Nebel hängen in der Luft und ein wundervoller Regenbogen ziert den Himmel über Netphen, was dem Set eine ganz besondere Stimmung verleiht. Das Quartett in klassischer Besetzung entert die Bühne und zeigt sogleich, wo der musikalische Hammer hängt: Gitarren und Schlagzeug sind laut, fett und der psychedelische Stoner-Rhythmus treibend. Der Bass grollt wie ein weit entfernter Sturm, die Gitarren verweben sich zu einem dichten Geflecht aus Fuzz, Echo und Noise. Alle Songs haben Wucht und sind abwechslungsreich, mal ganz verspielt, klingelnd und elegant, dann wieder mächtig, hart und direkt. Und auch das Jamming kommt nicht zu kurz, was dem Publikum zwischendurch Gelegenheit zum Luftholen und Wegträumen verschafft. Die Band wechselt mühelos zwischen Härte und psychedelischer Schwerelosigkeit, meist instrumental, aber auch mit Gesang. Der Sound von Henning und Hergen (Gitarren), Jan (Bass) und Nils (Drums) geht unter die Haut und ins Herz und zieht das Publikum in seinen Bann, Körper und Köpfe bewegen sich im kollektiven Rhythmus vor und zurück. Die Zeit vergeht wie im Nu und als der letzte Akkord verhallt, bricht begeisterter Applaus los. Die Gesichter der Menschen auf und vor der Bühne zeichnen ein einheitliches Bild, nämlich dieses zufriedene Grinsen, das nur ein wirklich guter Gig hinterlassen kann.
Messa
(pe) Messa aus Italien ist eine dieser Bands, bei deren Namen viele vor Ehrfurcht ganz plötzlich andächtig werden, andere aber sofort ablehnend mit „Nee – nicht meine Tasse Tee“ reagieren. Ich durfte an diesem Abend komplett jungfräulich meinen allerersten Messa-Auftritt angehen, und war gespannt, worin diese starken Polarisierungen begründet sein könnten – und um es vorwegzunehmen: auch ich werde zukünftig in ehrerbietende Messdiener-Pose verfallen, wenn jemand von Messa spricht…
Fast engelsgleich beginnt Sängering Sara Bianchin das Set mit einem zu Beginn nahezu a cappella gesungenen Song, minimalistisch begleitet vom Rest der Band mit Alberto Piccolo an der Gitarre, Marco Zanin am Bass und Rocco „Mistyr“ Toaldo hinter dem Schlagzeug – und ihre fantastische, klare, akzentuierte Stimme hat eine wahrhaft soghafte, hypnotische Wirkung auf mich und zieht mich derart in den Gig hinein, dass ich wieder einmal das uns allen wohlbekannte und geliebte Tunnel-Flow-Feeling bei Livemusik erleben darf.
„Hello Freak Valley! How are you doing?“ fragt Sara nach dem mit einem fabelhaften Gitarrensolo ausgeklungenen ersten Song und ich ertappe mich selbst bei einem gefühlsausbruchartigen „YEEEAAAAAHHHHGUUUUUUUTOOOOOOHHHWAAAAHNSINNNN“ – unverständlichem und maximal unsinnigem Geschrei also, mit dem mein Körper unkontrolliert versucht, seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen.
Danach verzaubern mich Messa mit eigentlich immer demselben Trick: fantastische, fragile Vocals brechen mit klaren Gitarrensoli, die wiederum gerne mit brachialen Soundwelten oder direkt in diese Welten hinein brechen. Mit reduzierter Beleuchtung und einem durchgehenden Display des weißen Bandnamens auf dunklem Grund auf der Leinwand lassen Messa dabei eine fast sakrale Ästhetik entstehen, die mich andächtig lauschen lässt, bis zur nächsten kräftigen Klangpassage, um mich durch schwerfälliges Kopfnicken der oftmals bleischwer schleppenden Tonalität aus meiner Trance zu befreien.
Der Name „Messa“ (italienisch für „Messe“) ist definitv Programm. Die Band hält eine Messe mit einem für mich Neuling unglaublich atmosphärischen, kunstvollen Doom-Metal ab, in den aber weit darüber hinaus auch Gothic-, Jazz-, Blues- und Progressive-Rock-Einflüsse abstrahlen – dunkel, elegant und erstaunlich vielseitig. Und über allem schwebt dabei für mich komplett faszinierend Sara Bianchins Stimme, die so unglaublich klar, warm, nahbar und natürlich klingt, dass ich mich fast körperlich gestreichelt fühle.
Mit dieser Faszination scheine ich zumindest nicht ganz allein da zu stehen, denn in den ruhigen Momenten des Gesangs kann man im Publikum tatsächlich fast die berühmte Stecknadel zu Boden fallen hören … und das Besondere daran ist: Messa haben keine Angst vor der Stille! Sie versuchen nicht, jede Sekunde mit Informationen zu füllen. Messa lassen ihre Musik atmen – und genau deshalb bekommen einzelne Melodien oder Gitarrenlinien eine enorme Wirkung, können die Instrumente sowohl in den ruhigen als auch gerade in den krachenden Passagen riesige Klangräume überhaupt erst entwickeln.
Gleichzeitig verstehen Messa es an diesem Abend für mich wirklich in Perfektion, „schwer“ zu wirken ohne aggressiv zu sein – ihre Musik hat Gewicht, ohne mich als Hörer dabei niederzudrücken.
All das gibt ihren Songs in meinen Ohren eine Art von Schönheit und Erhabenheit, die insbesondere durch Sara Bianchins intime, beinahe verletzliche Stimme eine emotionale Aufrichtigkeit transportieren und dabei eine spirituelle, fast transzendierende Wirkung erzeugen – für mich ein schlichtweg grandioses, großartiges Live-Erlebnis im Freak Valley.

Frenzee
(vo) Das Geschwister-Trio, ursprünglich aus Melbourne – Australien, nun ansässig auf der griechischen Insel Kreta und mit Frontfrau Apollonia Xylouris waren eine Ohrenweide für das sehr geneigte Freakvolk vor der Bühne. Ich frug vorher sicherheitshalber welches Land ich als ihres bei meiner Ansage nennen dürfe (ursprünglich eben Australien) und Apollonia strahlte griechisch. Die Show mit einer permanent wie ein Flummi umherwieselnden Shouterin und ihren beiden Brüdern an Gitarre und Schlagwerk animierte die später nicht mehr übersehbare Freakschar vor der Bühne zu allerlei Tanz- und Physiotherapieeinheiten, kurz: die Menge tobte mit der Band synchron, was für eine Energie, selbst der Himmel strahlte…..
GOAT
(Yv) Manchmal muss man sich einfach überraschen lassen. Backstage kam mir schon kurz vor dem Aufritt ein in Makramee-Kopfnetz aus der Linie “Omas umgedrehte Blumenampel” gehülltes Wesen entgegen, ein Hauch von Vorgeschmack…
Zwei Damen an der Front mit hohem Kopfputz, der wohl Hörner anmuten ließ, der Rest der Band (Gitarren, Bass, Drums, Percussion und irgendwo stand ein Keyboard rum) auch irgendwie vermummt, ist ja schließlich Avantgarde oder Kunst oder sowas.
Die Show beginnt: Was ist denn bitte da auf der Bühne los? So’ne Art Mischung aus schamanistischem Ritual mit ausreichend Geschmeidigkeit für den Gehörgang, zugleich massig PS unter der Haube, Weltmusik auf Speed oder sonstigem Zeug, The B-52’s meets Master Musicians of Bukkake, die Damen bieten Stromgitarren-untermalten Zwiegesang dar, der sich dauerhaft in die Hirnrinde bohrt. Meine Fresse, wie arg. Ethno-Doom-Pop, oder sagen wir einfach “Kategorisierung völlig fehlgeschlagen”. Angeblich aus Schweden sollen sie sein, hm, klingt eher wie die berühmten bulgarischen Frauenchöre mit Begleitband auf Studienreise durch den Hindukusch, kurz nach Nordafrika abgebogen, Workshop im Metaller-Tonstudio besucht und wieder zurück. Und wie die Ladies sich bewegen! Non-Stop sportliche Tanzperformance mit Rhythmusinstrumenten plus atemtechnisch anspruchsvollem Gesang – und das mit den Masken auf dem Schädel – meinen höchsten Respekt. Wie ich mir divers habe sagen lassen, schmeichelten die Hüftkonvulsionen der einen oder anderen Front-Lady auch sehr dem Auge der männlichen Betrachter meiner Bekanntschaft.
Naja, jedenfalls artet diese Performance mehr und mehr in ein grandioses, extrem spacig-trippiges Abenteuer für alle Sinne aus, überall sieht man Leute von den Bänken regelrecht aufspringen und erlebnishungrig vor die Bühne rennen, überall wird mitgenickt und voller Erstaunen mitgeschwungen. Überraschung gelungen, viele absolut begeisterte neu-Fans sind gewonnen. Ich jedenfalls hätte echt Bock, mir die Ziegenherde (mit ein, zwei Wodka weniger intus) demnächst nochmal intensiv zu Gemüte zu führen.

(vo) Tag 2 ist gegessen, getrunken, gehört und gesehen. Auch heute ein großartiges Booking (danke Jens) und mit Trail ist auch unsere Blog Band begeistert abgefeiert worden. Der Drei Wetter Taft Boden vor der Bühne hält allen Belastungen von Nass von oben, Füßen von unten und Bier und Cocktails und Wein von oben stand, alle Bands feierten mit uns ein großes Fest…..(photos mike)
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