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Freak Valley Festival 2026 – der Samstag und Epilog

Upupayāma

(pe) Einen besseren Auftakt für den letzten Tag des Freak Valley Festivals 2026 hätte man sich kaum wünschen können. Um 14 Uhr betraten Upupayāma die Bühne bei bester Festivalstimmung – und hatten nicht nur ihre vielfältigen Instrumente, sondern gleich die ganze Sonne im Gepäck!

Hinter dem Projekt steckt der italienische Multiinstrumentalist Alessio Ferrari, heute im Freak Valley ausschließlich als Sänger und Gitarrist Teil einer sechsköpfigen Band, der mit Upupayāma einen Sound erschafft, der sich jeder einfachen Schublade entzieht. Mal klingen sie nach psychedelischer Hippie-Folkmusik, mal nach einem verträumten Soundtrack für eine Reise durch ferne Landschaften. Sitar, Querflöte, Percussions akustische Gitarren und allerlei exotische Klänge verweben sich zu einem warmen, schillernden Klangteppich, der perfekt zum goldenen Mittagslicht über dem AWO-Gelände passte.

Schon nach wenigen Minuten hatte die Band das Publikum in ihren Bann gezogen. Sitarklänge und insbesondere die fantastischen Querflöten-Soli zeigten an, wo die Reise hingehen sollte: Leichtigkeit, Naturverbundenheit und hypnotische Verzückung, verspielt und doch voller Tiefe. Dabei wurde Alessios Stimme zu einem weiteren Instrument, das sich durch die Songs schlängelte und ihre oft traumhafte Atmosphäre harmonisch verstärkte.

Selbst der Name Upupayāma passt zu dieser entrückten Welt. Er verbindet auf Maori den Wiedehopf mit einem Berg und beschreibt damit ein Bild, das eigentlich gar nicht zusammenpasst, da der Vogel nicht in den Bergen heimisch ist – und gerade deshalb, so sagt Alessio, die Fantasie anregen soll. Und exakt so funktionierte auch dieser Auftritt: hier wenig seltsam, dort wenig magisch – aber in seiner Vollkommenheit genau richtig für exakt diesen Moment.

Neben aller Rhythmik und Folklore zeigte Upupayāma sich aber auch gerne naturgewaltig mit dem Anschlagen härtere Gangarten, wenn die Sitar zu Gunsten einer zweiten E-Gitarre aus der Hand gelegt wurde, und die Band wie von einem reißenden Fluss angetrieben von Schlagzeug und Bass in irrwitzige Jams ausbrach und das versammelte Publikum gar nicht anders konnte, als verzückt in Bewegung zu geraten.

Als die letzten Töne verklungen waren, hatten Upupayāma den Festivalsamstag nicht einfach eröffnet. Sie hatten ihn zunächst sanft geweckt und am Ende kräftig wachgerüttelt – und zwar auf die denkbar schönste Art.

BB Blackdog

(pe) Mit BB Blackdog durften wir eine eher ungewöhnliche Rockband mit Wurzeln in Großbritannien und Deutschland auf der Freak Valley-Bühne erleben: ihr Stil wird oft als „Steampunk Rock“ beschrieben (der Steampunk ist es dann auch, den Sänger und High Bass-Spieler Dale Rowles optisch entsprechend kostümiert eindrücklich verkörpert), wobei diese Bezeichnung eher ein ästhetisches und kulturelles Etikett als ein musikalisches Genre ist, denn letztlich verbinden Sie Elemente aus Blues Rock, Psychedelic Rock und Stoner Rock miteinander, lassen aber während des Gigs durchaus auch mal ein paar Funk-Lines zu Ohren kommen.

Als zweite Band des letzten Tages im Freak Valley lieferten BB BlackDog einen Auftritt ab, der sich irgendwo zwischen psychedelischem Rocktrip, Dampfkessel-Explosion und einer sehr gut gelaunten Bass-Invasion bewegte. Bereits nach den ersten Takten wurde klar: hier gelten andere Regeln (und dies wurde mir erst nach mehrmaligem ungläubigen Hinschauen klar): wo die meisten Bands eine Gitarre ins Rennen schicken, kommen bei BB BlackDog gleich zwei Bässe um die Ecke und übernehmen das Kommando, was der Band natürlich einen sehr basslastigen aber gleichzeitig komplett eigenständigen Sound gibt, der tiefer, dichter, und … extrem groovig daherkommt.

Druckvoller Sound, groovend und stellenweise so tief, dass man das Gefühl hatte, nicht nur die Musik zu hören, sondern sie auch in den Schuhsohlen zu spüren. Die Songs entwickelten sich organisch, mal bluesig und entspannt, dann wieder spacig und hypnotisch und dabei besonders sympathisch: die Band nahm sich selbst nie zu ernst, was sich auch in der Bühnenpräsentation widerspiegelte und mir persönlich einen der unglaublichsten und wunderbarsten Momente meiner Freak Valley-Geschichte bescherte:

Nachdem schon ein aufblasbarer Clown im Handstand über die Bühne getorkelt war und ich mich für ein kleines (altersbedingtes) Päuschen in Sitzposition auf eine Decke neben der Bühne begeben hatte, um von dort die Szenerie weiter zu beobachten, höre ich plötzlich von meiner Decken-Mitsitzerin die Worte: „Guck mal, da hat einer die Tür vom Hühnerstall aufgelassen!“
Beim Blick auf die Bühne tanzen dort urplötzlich 5 wildgewordene Hühner flügelflatternd über die Bühne und gerade als ich stirnrunzelnd den Kopf schütteln will sehe ich etwas, was mein Hirn zunächst nicht so recht verarbeiten kann oder vermutlich vielmehr nicht verarbeiten will: das ist doch … das wird doch nicht … das kann doch gar nicht … (und dann vereinen sich Augenrezeptoren und Hirnmaschinerie zu einer schier irrealen Erkenntnis): DOCH!!! DAS SIND SYBILLE UND JULES VOM ROCKBLOG!!! Das gibt’s doch gar nicht! Was machen die auf der Bühne? Warum sind sie wie Hühner gekleidet? Warum hat das eine Huhn eine pinke, Seifenblasen spuckende Einhorn-Pistole in der Hand? Warum zucken die beiden dort oben wild mit den Ellbogen schlagend zu Dale Rowles punklastigem „Quak Quakquak Quaaak!!!“-Sprechgesang herum? Träume ich? Bin ich eventuell tot und stecke im Fegefeuer fest?
Fragen über Fragen schießen in Sekundenbruchteilen durch meinen Kopf, und am Ende bleibt die Erkenntnis: kein Fegefeuer-Fantasie sondern pure, knallharte Realität! Meine Schreibkolleginnen tanzen als Hühner verkleidet mit BB Blackdog am 6. Juni 2026 auf der Main Stage des Freak Valley Festivals herum… unglaublich, und … GROOVY!!!

Und so gesellt sich zu der musikalischen Eigenwilligkeit der Band an diesem Nachmittag noch eine FVF-Anekdote für die Ewigkeit hinzu.

Wer gekommen war, um Standard-Rock zu hören, wurde überrascht. Wer gekommen war, um etwas Besonderes zu erleben, ging mit einem breiten Grinsen, groovigen Schritten und mit bis heute irritierendem Netzhautflimmern nach Hause. So darf und muss Freak Valley sein!

Sergeant Thunderhoof 

Fuzz Sagrado

(syb) Auf diesen Auftritt habe ich mich dermaßen gefreut, da ich FUZZ SAGRADO in der vergangenen Woche in meinem geliebten Wohnzimmer Backyard Club unbedingt sehen und hören wollte, aus gesundheitlichen Gründen aber passen musste. Daher auf zur Bühne, auch wenn pünktlich um 17:20 Uhr der Himmel seine Schleusen öffnet. Aber wir sind hartgesotten, das von Volker geborgte grüne Schwitze-Regencape hält dicht und so versammeln wir uns in den vorderen Reihen. Was folgt, ist einer der atmosphärisch dichtesten Auftritte des Festivals.
FUZZ SAGRADO von Mastermind Chris Peters (ehem. Samsara Blues Experiment) als Soloprojekt geplant, ist mittlerweile dauerhaft ein großartiges Quartett und präsentiert einen charakteristischen Mix aus schwer fuzzigem Sound, hypnotischen Grooves und ausschweifenden psychedelischen Passagen. Peters führt die Band mit besonnener Präsenz durch ein Set, das gleichermaßen kraftvoll wie hypnotisch wirkt. Die Songs bewegen sich zwischen einer Erdigkeit und weit ausufernden Klangpassagen und laden zum Augenschließen und Genießen ein. Der Regen und ein paar bekannte Dreads prasseln auf mein Cape und dabei entfalten gerade die instrumentalen Parts eine besondere Atmosphäre. Die Gitarren von Steffen und Chris verschmelzen mit dem grauen Regenvorhang und lassen einen mächtigen, beinahe tranceartigen Groove vibrieren. Raphael am Bass und Charly am Schlagzeug liefern den perfekten groovenden Unterbau. Aus Gründen habe ich ja ein besonderes Faible für Drummer und deren wunderbare Arbeits-Gesichter, daher konnte ich meinen Blick oft nicht von diesem wenden, einfach mitten ins Herz. Das Publikum ist von Minute eins gefesselt und lässt sich bereitwillig durch die Klangwelt Fuzz Sagrados´ führen. Spätestens als der letzte Song des Sets und damit der unfassbar mächtige Nackenbrecher „Raffi Nerie“ angestimmt und die Spielzeit überzogen wird, sind Regen, Musik und Freaks vollkommen miteinander verschmolzen. Die letzten Töne verhallen und es bleiben Glücksgefühle, „Nacken“ sowie der Eindruck eines Auftritts, der ziemlich genau das verkörpert, wofür das FVF seit Jahren geschätzt wird: kompromisslose Musik, leidenschaftliche Künstler*innen und ein wahnsinniges und wasserfestes Publikum, das daraus ein ganz besonderes Erlebnis macht. Hach, das war einfach wunderwunderschön!

The Rogues From County Hell 

(vo) Diese, im wahrsten Sinne des Wortes, fidele Irish Folk Punk Truppe aus dem Siegerland sorgte zwischen Fuzz und …gemeng mit sieben Songs in knapp 23 Minuten für gewagte Tanz- und Pogoeinlagen in einer Biervernichtenden Atmosphäre und verbreitete mächtig viel Spassss: ein weiters Schmankerl in unserem Festivalprogramm: Dankeschön!

HÅNDGEMENG

(Yv) Bei Bekanntgabe der Bands musste ich erst mal lachen, vor dem inneren Auge sah ich schwarzweiß-Szenen à la The Three Stooges, die sich im Zeitraffer gegenseitig abwatschten. Klang jedenfalls irgendwie brachial-lustig. Spannend. Samstag sah ich dann, was sich da neben der Bühne vor dem Auftritt an norwegischen Mannen sammelte: untenrum Denim, obenrum meist nackig bis auf die speckige Lederweste, Frontman bedeckt mit Tattoos – gefühlt vom Zeh bis an den Kragen mit wenig Aussparungen, Schnauzer, Bärte, lange Haare, schon fast ein wenig Klischee. Aber hallo, die Jungs liefern ab wie bestellt, da bleibt kein Auge trocken, kein Freak ungeschubst und kein Gehörgang verschont, Apocalypse Rock: Haudruff mit massig Röhre, Moshpit vom Feinsten, der Mob tobt, Jungs und Mädels schweben von vielen Händen getragen durch die Pampa…

Tranquonauts

(pe) Das FVF ist ja bekanntlich immer für Überraschungen gut – und schon bei der Bekanntgabe des Line-Ups für den Samstag schlugen die Herzen direkt mal ganz oben am Hals: denn unglaublicherweise wurde der Name TRANQUONAUTS dort enthüllt, jene fast mystisch gehandelte multikontinentale Supergroup bestehend aus Lex Waterreus (Gesang, Gitarre), Paul Crick (Bass), Mark Sibson (Schlagzeug) (diese drei Herren aus Australien sind uns natürlich wohlbekannt als Seedy Jeezus), Isaiah Mitchell (Gitarre, Gesang) von Earthless sowie Tony Reed (Gitarre, Gesang) von Mos Generator, und es war schlagartig klar: hier haben die Organisatoren eine musikalische Begegnung der ganz besonderen dritten Art angerichtet!

Denn an diesem denkwürdigen Abend durften wir Freaks trotz Bandgründung der Tranquonauts way back in 2016 und mittlerweile drei veröffentlichter Alben Zeugen des allerersten (!!!) Live-Auftritts der fünf Herren werden und somit Freak-Valley-Geschichte schreiben!

Die Erwartungen und die Spannung waren dementsprechend groß, und als um Punkt 20.05 Uhr in Kraftwerk-Typographie die grünen Buchstaben „HELLO FREAK VALLEY – STAND BY FOR TRANSMISSION – WE ARE THE TRANQUONAUTS“ über die riesige LED-Leinwand flirrten, gefolgt von einer irrwitzigen Video-Collage aus Cartoons, alten SciFi-Spielfilm-Aufnahmen und dem finalen in einem 5-4-3-2-1 heruntergezählten Countdown zu einem Ufo-Start, kulminierten Videos einer explodierenden Supernova, krachend einsetzende Instrumente der Band und nicht zuletzt die komplette Anspannungs-Entladung des Publikums in einem einzigartigen kathartischen Dreiklang, der das komplette AWO-Gelände erzittern ließ…

Was dann folgte, war (und man kann es mit nur einem einzigen Wort passend beschreiben):

EINZIGARTIG!!!

Psychedelic/Space/Progressive/Kraut/you-name-it-Rock fließen in einer Form ineinander, die akustische Klangwände und Soundlandschaften kreiert, die weit über das rein Musikalische hinaus transzendieren – denn die drei doch generisch eigentlich so unterschiedlichen Gitarren-Spielarten von Lex, Isaiah und Tony eröffnen in ihrer gegenseitigen Befruchtung eine komplett neue Klangwelt, die sich wie ein extraterrestrischer Türöffner zu meinen tiefsten inneren Emotionen verhält.
Eine Gänsehaut jagt die nächste, es entstehen Bilder persönlichster Erfahrungen vor meinem inneren Auge (und das ohne Drogen – Hand aufs Herz!), und wäre da nicht der Drang gewesen, die unfassbare Spielfreude der fünf Protagonisten und den visuellen Overkill von Licht und Videoinstallation genießen zu wollen, hätte ich am liebsten die Augen geschlossen und wäre Major-Tom-mäßig völlig losgelöst einfach innerlich weggeschwebt…

Aber ich schaue hin – und ich sehe Mark und Paul, die als Rhythmussektion mit voller Leidenschaft und Perfektion das kleine Wunder vollbringen den ausufernden Improvisations-Kosmos der drei Gitarrengötter strukturell zusammen zu halten.

Ich sehe Lex, der urplötzlich Leadsänger-Qualitäten matrixmäßig in seine Synapsen lädt und breit grinsend über die Bühne springt, sich derwischartig um die eigene Achse dreht und tänzelnd von einem Bandkollegen zum anderen huscht und dann auch mal ohne seine Gitarre im Arm scheinbar völlig befreit die Lyrics mit leidenschaftlicher Intensität vorträgt.

Ich sehe Isaiah, der in seinen virtuosen sphärischen Gitarren-Impros selbst abzuheben scheint und sogar beim Überforderungs-Streik seines Orange-Amps die Bandkollegen breit lächelnd dazu animiert, einfach weiter zu machen, weil er die Zeit mal eben nutzen möchte, noch ein Stückchen höher zu fliegen bevor er sich selbst wieder der Konzentration aufs Gitarrenspiel ergeben und sich so wieder erden muss.

Ich sehe Tony Reed, der es perfekt versteht, mit seiner Gitarre dem kosmischen Sound eine härtere Note unter die dominierenden Psychedelik beizumischen und der sich Rücken an Rücken breit grinsend mit Paul aneinanderschmiegt, so dass Bass und Gitarre nicht nur musikalisch sondern auch körperlich verschmelzen.

Ich sehe im Publikum pure Verzückung, Staunen und Ergriffenheit – und am Ende neben mir einen Freund, der emotional so gepackt ist, dass ihm glänzende Tränen der Ergriffenheit über die Wangen laufen.

Und als dieser ganze irre epische Trip nach etwas mehr als 60 Minuten vorüber ist, Lex, Mark, Paul, Tony und Isaiah an den vorderen Bühnenrand treten, um sich beim frenetisch applaudierenden Publikum zu bedanken, sehe ich schließlich etwas, das mich tief berührt:

Arm in Arm zusammengeschweißt beieinander stehen dort oben nicht fünf Ausnahmemusiker, sondern fünf kleine vor innerem Glück fast zerberstende Jungs, die gerade den schönsten Geburtstag ihres Lebens mit vielen Freunden zusammen gefeiert haben.

Und zwischendurch:

(vo) Sie sorgten für eine großartige Atmosphäre auf zahlreichen Bildschirmen dieser Welt mit ihren live gestreamten Bildern und Tönen und sie senden im August an drei Nächten von Sonntag auf Montag eine perfekte Nachlese unseres Festivals: vom 09.08. auf den 10.08, vom 16.08. auf den 17.08. und vom 23.08. auf den 24.08.26. Zuvor gibt es ab Anfang August schon ausgewählte Highlights in der ARD Mediathek und auf youtube.com/@WDRRockpalast.

Margarita Witch Cult

(syb) Mist, da ich noch immer glücklich beseelt im tranquonautischen Gitarrenhimmel schwere, verpasse ich es leider, rechtzeitig zu MARGARITA WITCH CULT vor die kleine Bühne zu kommen. Als ich in der Mitte des Sets dort ankomme, ist es rappelvoll und -fuckfuckfuck- ich komme nicht durch und habe am letzten Festivaltag auch keine Kraft mehr, mich durchzuschlängeln. Also bleibe ich einfach hinten stehen, laut genug ist es ja, genieße und freue mich für die drei Derwische aus dem UK, die von den Freaks ordentlich abgefeiert werden. MARGARITA WITCH CULT sind Scott Abbott (Gitarre, Gesang), George Casual (Drums) und Jim Thing (Bass) und machen ganz einfach Spaß. Ihr Retro-Metal-Rock Set ballern sie dermaßen explosiv und old-school rotzig durch das gesamte Freakschutzgebiet, dass man prompt erahnen kann, in welcher Wiege das Trio zu doll geschaukelt wurde und wo dessen Einflüsse zu finden sind. Ganz genau, die „Disciples Of The Riff“ kommen aus Birmingham, Home Of Metal, Home Of Sabbath und machen ihrem Ruf als Jünger des Riffs alle Ehre. Eine großartige Mischung aus purer Leidenschaft für Heavy-Metal im modernen Gewand mit einer atemberaubenden Energie auf die Bühne gebracht, leider viel zu schnell vorbei.

Kylesa

Fights

Fünf Saturday Nights Fever gekleidete, adrette junge Männer aus Oslo, und die machen was? Fights har på kort tid etabiert seg som et av Norges mest eksplosive Scandirock Band. Med fanatstiske opptredener på Klubb-Øya, Høstsabbat og nå også i Freak Valley!

UNCLE ACID AND THE DEADBEATS

(Yv) Unvergessen die Anekdote anlässlich der ersten UAATD-Performance Anno 2013: ahnungsloserdings hatten sich ein paar Freunde verlesen, D-R-eadbeats statt Deadbeats, eine (mutmaßlich langweilige) Reggae-Combo vermutet, sind viel zu früh vom Gelände entschwunden und haben sich hinterher ob unserer mannigfachen Lobpreisungen schier zu Tode geärgert.

Uncle Acid Ankunft Freak Valley 2013 @Volker

Angesichts solcher Geschichten kann man wohl nachvollziehen, wie groß die Freude über die Rückkehr der irren Onkel war, hatte sich doch (nicht zuletzt aufgrund der FVF 2013-Performance) ein regelrechter Hype entwickelt und die Alben gingen in ihren diversen bunten Sonderedtionen im Netz wie geschnitten Brot über den Ladentisch.
Psychedelic doomster Blues, schwere Basslast, grollend-fauchende Gitarrenriffs, dazu die eher außergewöhnlich hohen Vocals, unverkennbar, einzigartig und einfach fantastisch, Gesichter in der der tanzenden Menge verziehen sich zu ekstatischen Grimassen, schmelzen schier im schwülen Säurebad und beim dritten Track, ihrem “Smash-Hit” Death’s Door steht mir endgültig die Gänsehaut vom Schopf bis zum kleinen Zeh stramm wie zum Appell. Was die Herrschaften da auf der Bühne zusammen-amalgamieren ist so eine Art Best-Of der Szene, hart, melodisch, gitarren-virtuos, eingängig, tanzbar, hüpfbar, schüttelbar, wunderbar.
Leider müssen wir viel zu früh die Stätte der Feierlichkeiten verlassen, um unsere Mitfahrgelegenheit zu erreichen, ansonsten hätte dieser letzte Auftritt für mich noch gerne Stunden andauern können. Es gibt wahrscheinlich nicht allzuviele Bands, die einen derart genialen Schluss-Strich im wahren Wortsinne unter unser Festival der Herzen ziehen können.

Die wackere RBBS Schar von links nach rechts: Mike, Yvonne, Sybille, Peter, Jules und Volker

(vo) Epilog, als RBBS Mitstreiter und Rock Freak: es war mein 13tes Freak Valley Fest und es war, mit einer einzigen mir/uns bekannten Ausnahme, allen ein großes Fest. Diese einzige Ausnahme bezieht sich auf einen Nörgel, der in zig Kilometer Entfernung ein sanftes Säuseln vom Festival gehört haben will. Nix da, wir haben ja schließlich eine Ordnungsamtliche Ausnahmegenehmigung!

Auch unsere erstmaligen Gäste der schreibenden, bildernden Zunft aus Italien/Berlin, Rumänien, Polen, Bolivien! waren voll des Lobes für unser schnuckeliges Fest. Wir bedanken uns bei allen die unser Festival möglich machen: bei unseren Gästen, beim Rock Freaks e.V. mit allen Mädels und Jungs, unseren Helfern, Infrastruktur, Essen und Trinken, bei „meiner“ und unserer Bühnencrew (ich verneige mich), beim WDR Rockpalast und ich noch bei meinen bloggenden Mitstreitern des guten Musikgeschmacks Jules (jul), Michaela (mich), Sybille (syb), Yvonne (yv), Mike (mi) und Peter (pe), DANKE!

Zum Abschluß noch zwei Reimversuche von mir zum Thema Monteurzimmer und zu einem Werkzeug, ohne das ein Festival/Konzert nicht funktioneren kann, dem Gaffa/oder Panzerband….

Monteurzimmer Blues

Mittwoch Nacht, es ist Ruh,
der Schlaf ist tief und gesund.
Dann schlägt das Lattenrost zu,
altersschwach gebrochen als Grund

1 Uhr 53 zeigt die Uhr,
Knochen sortiert und wieder parat.
Und was nu?
Matratze von Bett1.de pur auf dem Laminat.

Schlaf vorbei heißt jedoch das Biest
egal, der erste Freak Valley Tag ruft.
Der Schlafhammer schlägt voll zu,
aber erst als Tag 1 geschehen ist.

Loblied auf das Panzerband

Oh du graues oder schwarzes Panzerband,
fixierst Kabel auf dem Boden oder klebst an der Verstärkerwand
wirst oft rüde gerissen oder auch verzogen,
auf geradem Weg oder auch verbogen.
Alles hältst du schön zusammen,
oh du Panzerband….Amen!

Filed under: Festivals, Konzertphotos, Live Reviews,

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