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The Spin Doctors – If The River Was Whiskey

Spin Doctors If The River Was WhiskeyDas hätte man nach ihrem Millionseller “Pocket Full Of Kryptonite“ aus 1991/92 eigentlich nicht mehr für möglich gehalten: die Spin Doctors sind wieder da. Und mit was? Mit einem lupenreinen Bluesalbum!

Auf ihrem Zenit in den 90er Jahren, spielten die „Aufdrösler“ bzw. „Entflechter“ (Spin Doctors frei übersetzt) im Kölner E-Werk, um den Riesenerfolg von „Pocket Full Of Kryptonite“ mit ihren deutschen Fans zu feiern.

Noch während der Proben kam ein Fax herein, das der Band signalisierte, erneut eine weitere Millionengrenze im Abverkauf geknackt zu haben.

Danach war ich im Tourbus zum Interview mit Chris Barron verabredet, der mir höflich und ausführlich über eine halbe Stunde antwortete.

Bis der Manager dazu stieß und Chris ultimativ aufforderte, zur außerordentlichen Bandkonferenz zu erscheinen.

Man wollte offensichtlich im Lichte neuester Erkenntnis und aufgrund des weltweiten Standings bei der Plattenfirma (damals Epic/CBS) optimierte Bedingungen herausschlagen.

Jedenfalls dauerte es gut eine Stunde, bis die Band wieder auftauchte.

Lanciert wurde: „Kein Kommentar!“

Das Konzert war makellos.

Noch während des Interviews hatte mir Chris Barron versichert, dass die Band dem Grunde nach vom Blues kommt und sich jahrelang als Blues-Nobodys in der Provinz die Finger blutig spielte…

Das war angsichts von „Pocket Full Of Kryptonite“ zwar hier und da hörbar, roch aber insgesamt (Nach dem Motto des Produzenten: „Wir machen jetzt mal ein ‚Wohlfühl-Poprock-Album’ für den Weltmarkt!“) ein wenig nach Geschichtsklitterung.

Und nun, zwanzig Jahre danach, kehren die Spin Doctors mit einem grandiosen Bluesalbum zurück.

Ok, Chris: Du hattest Recht! Ihr kommt vom Blues!

„If The River Was Whiskey“ lässt uns wieder glauben.

Chris Barrons Timbre ist geradezu prädestiniert, den Blues zu transportieren.

Mal fordend, mal klagend, mal bettelnd – aber immer mit einem gehörigen Schuss Seelenpein.

Die Band zitiert den Urban City Blues und Barron jault sich die Seele aus dem Leib. Eric Schenkmans Gitarrenparts sind von erhabener Qualität. Mark White (Bass) und Aaron Comess (Drums) überzeugen als formidable Statiker. Kraftvoll und auf den Punkt.

Egal, ob Uptempo („Traction Blues“) oder Slow (“Scotch And Water Blues”): der Höreindruck verblüfft.

Das Album wirkt extrem geerdet und authentisch.

„Oh, tell me, what it is“ fleht Barron in „About A Train“.

Die Antwort fällt leicht: die Band nahm ohne Overdubs auf. Zudem wirken die Spin Doctors nach ihrer zwischenzeitlichen Talsohle gereifter denn je.

Herausgekommen sind 10 Schätze, die gehoben und gehört gehören.

“If The River Was Whiskey“ wird viele Assoziationen auslösen, da ist die entliehene Textzeile von Muddy Waters nur ein Apercu am Rande.

Ich empfehle, wegen der Feinheiten das Album mehrmals hintereinander über Kopfhörer zu genießen.

Dann macht es zwangsläufig „klick“, und man wird in die Knie gezwungen.

Eigentlich gehört ein Aufkleber draufgepappt: „Achtung, dieses Album kann süchtig machen!“

The Spin Doctors „If The River Was Whiskey“

VÖ Germany: 19.04.2013

VÖ US: 30.04.2013

Tracklist:

“Some Other Man Instead”

“If The River Was Whiskey”

“Sweetest Portion”

“Traction Blues”

“Scotch And Water Blues”

“About A Train”

“The Drop”

“Ben’s Looking Out The Window Blues”

“So Bad”

“What My Love”

Ruf 1190

Vertrieb: in-akustik

(Heinz W. Arndt)

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