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The Rides – Don’t Get Enough

The Rides Can't Get Enough(hwa) Der Titel ist Programm – tatsächlich kann man von dieser Scheibe nicht genug kriegen.
Denn wenn wie hier Westcoast auf Chicago trifft, sorgen Erfahrung plus jugendliche Energie der Protagonisten bei mir für pures Entzücken.
Dank Stephen Stills (68, Gitarre, Gesang – Buffalo Springfield, C, S, N & Y, Manassas), Barry Goldberg (72, Keyboards – Al Kooper, Michael Bloomfield, Electric Flag) und Blueswunderkind Kenny Wayne Shepherd. (36, Gitarre, Gesang).

Wie gut, dass man zusätzlich noch über Chris Layton (Bass – Stevie Ray Vaughan & Double Trouble) und Kevin McCormick (Drums – Kenny Wayne Shepherd Band) verfügen durfte.
Sie alle blasen das R&B-Freudenfeuer so richtig an.
Und der Player läuft heiß.
Was die Band abliefert, ist die Wundertüte des Jahres.
Diese Tüten gab es früher in den Sechzigern bei Dorf-Festen in rollenden Kiosken für 50 Pfennig zu kaufen.
Viel zu selten gab es Beatles oder Stonessticker – Sigurd oder Tibor-Comic-Hefte waren ähnlich rar.
Vor dem Aufreissen wusste man halt nie wirklich, was man gerade erstanden hatte.
Im Fall von The Rides weiß man direkt ab dem ersten Track, was drin ist, nämlich Rock und Blues vom Feinsten.
Es beginnt mit „Mississippi Road House“, einer formidablen Midtempo-Nummer von Versatzstücken aus Chicago-Blues und ZZ Top’s Texas-Rock
Gefolgt von „That’s A Pretty Good Love“, einem fast schon vergessenen Hit von Bryant Lucas & Fred Mendelsohn, den Big Maybelle 1956 in die R&B-Charts brachte.
Das anschließende „Don`t Want Lies“ präsentiert gänsehauttreibende Harmonien an der Nahtstelle von Crosby, Stills, Nash & Young und J.J. Cales Laid Back Performance.
Es folgen das hinreißende Iggy Pop/James Williamson (also Stooges-) Cover „Search And Destroy“, der betörende Titeltrack „Can’t Get Enough“ (ich musste dabei unwillkürlich an Ray Charles denken) und Muddy Waters’ „Honey Bee“ als lupenreiner Slow Boogie.
Danach wird’s wieder richtig rockig und Neil Youngs „Rockin’ In The Free World“ erstrahlt in neuem Glanz, und das will was heißen.
Anschließend wird Elmore James’ Klassiker „Talk To Me Baby“ gehuldigt (In diesem Track – siehe auch „Honey Bee“ – hören wir mal so richtig, was Barry Goldberg am Piano draufhat)
Das Album schließt mit „Only Teardrops Fall“, das stilmäßig an Eric Clapton erinnert, während „Word Game“, eine Abrechnung von Stephen Stills mit Heuchelei und Politiklügen, Stevie Ray Vaughans Klasse evoziert.
Alles klingt unglaublich cool und lässig und strotzt gleichzeitig nur so vor Vitalität.
Die Band verkündet mit Stolz, dass die Aufnahmen innerhalb einer einzigen Woche im Kasten waren. Verwendet wurden 2-inch Analogbänder, die einen luftig-knackigen und kristallklaren Sound generieren.
Überwacht und produziert wurden die Aufnahmen von Jerry Harrison (Ex Talking Heads)
„Don’t Get Enough“ entstand ohne Zweifel aus Spaß an der Freude, ohne Druck loszurocken.
Das Ergebnis spricht für sich.
Übrigens: Zwei verwandte Seelen musizierten hier nach 45 Jahren erstmals wieder miteinander. Stephen Stills und Barry Goldberg hatten schon in 1968 bei Al Koopers „Supersession“ zusammen mit Mike Bloomfield gejammt.
Was bleibt noch zu sagen?
Diese Jungs rocken das Haus.
Höllisch!

The Rides „Don’t Get Enough“

10 Tracks

TT 48:18

Provogue/Mascot Label Group/Rough Trade

(Heinz W. Arndt)

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