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NYMF – From The Dark

Nymf - From The Dark - Artwork(co) Was einem Nymf mit ihrem zweiten Album „From The Dark“ vorsetzt, ist eine ungewohnte Kombination aus altmodischem Doom, modernerem Stoner Rock und eine Prise Heavy Metal. Doom steuert dabei den breiten Klang und das eher langsame Riffing bei. Stoner Rock sorgt für den Groove und die abwechselnde Härte in einzelnen Parts. Heavy Metal macht Soli und Getrommel bis hin zur Doublebass aus. Insgesamt ergibt das einen Sound, der an aktuell kultige Bands aus dem Bereich Occult Rock erinnert, aber keinen großen Rückblick in die Siebziger heranzieht. Nymf zeigen sich klar moderner und härter.

Das Mikrofon ist bei Nymf sehr markant besetzt: Die Stimme fällt auf, die Art zu singen – gepresst, aber hell – , die Verständlichkeit und insbesondere der Mix der Songs sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert. Außer man kennt The Graviators, da klingt es ähnlich, aber weicher. Kein Wunder: Ist ja auch beide Male Niklas Sjöberg! Aber nicht nur der Gesang lässt an die andere Band des Sängers denken. Ruhigere Parts wie in „Lucifer Takes The Crown“ könnten auch den aktuelleren Platten der Graviators entnommen sein. Fans wird das freuen und auch all die, denen die Graviators zu weich erscheinen mögen. Trotzdem sind Nymf eine eigene Institution, die man durch die Verwandtschaft nicht geschmälert finden sollte!

Die Platte startet mit einem ruhigen Intro. Klänge von Akustikgitarre und Natur – dann etwas E-Gitarre und Klavier. Alles nur Stimmungsmache für „Fear Of The Doom“ und die noch folgenden Songs. Schon der erste Song zeigt, dass Nymf keinen Kuschelrock machen, sondern von der kernigen Fraktion sind.

NYMF BILD 2Der dritte Song der Platte (der zweite vollwertige) nennt sich „Possessed“ und überzeugt durch seinen groovigen Charakter mit Double-Bass Einsatz im Refrain. Während alle Parts des Songs mit Ausnahme des Intros durch sehr starke Betonungen und Groove zum langsamen, tiefen Nicken animieren, belebt der Refrain dann die Mitsingmuskulatur im Hals. Das Solo ist prägnant, setzt sich durch und erweitert den Song zu einem Paradebeispiel der Genremixtur, die sich Nymf auf ihrem Werk zusammengerührt haben.

Der obligatorische Schmusesong fehlt auf „From The Dark“ weitestgehend. Bei einer Band wie Nymf, die sich ohnehin in langsamen Tempi auslebt, ist es angenehm, dass sie in Stonertradition auf lange sanfte Parts zurückgreifen, wie es die Klimperstrophen in „Thin Ice“ schön zeigen, die dann im nächsten Part von rüden Gitarren und dumpfen Bässen abgelöst werden.

Für Leute, die noch mehr Material brauchen, spendieren uns die Schweden das Video zu „Lucifer Takes The Crown“. Der Song startet kernig durch und gehört zu denen auf „From The Dark“, die sich eher dem Heavy Metal verschrieben haben. Der Refrain zeigt wieder den Mitsingcharakter, der auch schon in früheren Songs zu hören war und rundet „Lucifer Takes The Crown“ zu einem gelungenen Stück ab.

Am Ende glänzt das Machwerk dann noch mit dem Track „Like a Giant Orange Sun“. Aufbau und Strophenparts halten sich an das, was man von der Band bis hierhin schon gewohnt ist, werden aber nicht langweilig. Spannend sind hier einige Gesangseinlagen, die aus tieferen Schubladen der Metalszene stammen: Kurze Growls oder Shouts zwischen Fuzzeinlagen auf der Gitarre wirken ungemein frech und bilden einen rauen, aber runden Abschluss.

„From The Dark“ wirkt nie unentschlossen und stellt eine wirkliche Vermischung von Musikrichtungen dar, die gerne hintereinanderweg aufgesagt werden, wenn man gefragt wird, was man gerade gerne hört. Nymf schaffen es, ihre Songs über die ganze Platte hinweg ereignisreich und differenziert zu halten, ohne jemals ihre Synthese aus Doom, Stoner und Heavy aufgeben zu müssen. Deshalb macht die Platte von Nymf viel Spaß, auch wenn es leider etwas am Kult fehlt, um sich in die höchsten Höhen der Szene zu schwingen….(Colin)

NYMF

Transubstans Records 

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