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Eric Bibb – Jericho Road

eric_bibb_jericho_road(le) Der inzwischen 62 jährige Eric Bibb ist ein durch und durch von Folkmusik beeinflußter Musiker. Odetta, Bob Dylan und Pete Seeger kreuzten früh seinen Weg. Er begann mit sieben Jahren Folk-Fingerpickingguitar zu spielen, sein bisheriges Leben führte ihn von New York, über Paris nach Stockholm, kreuz und quer und wieder zurück. So vielseitig seine Lebensmittelpunkte, so breit gefächert seine musikalischen Quellen: Blues, Folk, Jazz, Gospel, World Music. Blues-Puristen werden hier weniger glücklich, Freunde inspirierter, vielseitiger und spannender Roots-Musik um so mehr. Nach erfolgreichen Live-Auftritten vor allem in Europa Mitte der 1990er wurde Eric Bibb fünfzehn Jahre später auch in den USA kommerziell erfolgreich. Seine Diskographie von 1972 bis heute liest sich beeindruckend, sein größter Erfolg bisher: „Booker’s Guitar“ von 2010, eine Reminiszenz an die Blueslegende Booker T. Washington White. Auf diesem Album ist Eric Bibb fast gänzlich als Solist unterwegs, auf der nun erscheinenden „Jericho Road“ begleiten ihn im Gegensatz dazu mehr als ein Dutzend Musiker.

„Lookin’ at the world“

Der erste Eindruck: 15 Songs, plus 2 Bonus Tracks, alles zusammen fast eine Stunde Spielzeit, die die bei DixieFrog erschienene CD „Jericho Road“ bietet. Im Begleittext des geschmackvoll gestalteten Booklets hebt Mr. Bibb Glen Scott, den Produzenten seines neuen Werkes, sowie Philippe Langlois (Executive Producer) hervor. Und er nennt auch die guten Geister, die ihn bei dieser Produktion begleiteten: Leadbelly, Josh White, Mahalia Jackson und Big Maceo. Im Interview erklärt Eric Bibb wortreich, welche Gedanken ihn zu diesem Album inspirierten: „Lookin’ at the world, looking at the trouble in the world, and want to say something about that.“ So schmücken das Booklet neben Bildern von Gandhi und Harriet Tubman, auch Aussprüche des Dalai Lamas, Martin Luther Kings und anderen. Wer gute Gründe für den Kampf habe, könne genauso gute Gründe für Vergebung finden, so lautet das Credo der CD. Damit wäre der thematische Überbau von „Jericho Road“ ausreichend erklärt: Sehnsucht nach Harmonie und Besinnung auf Gospel und christlicher Ethik. Vielleicht zuviel Toleranz und Gutmensch? Und mit dieser Frage im Gepäck kommen wir zum Wichtigsten, nämlich der Musik von…

Jericho Road

Um es gleich zu Beginn zu sagen: In diesem Album ähnelt kein Song dem anderen, nicht in den Arrangements, nicht in der Art des Vortrags und nicht in der Auswahl der Instrumente. Jedes Stück ein Unikum, einzig die Themen der Songs gleichen sich: Mit Soul und Spirit, Nächstenliebe und Toleranz den Unbill der Welt die Stirn bieten. Das mag naiv klingen, aber wie Mr. Bibb und seine Mitstreiter die musikalischen Umsetzungen betreiben ist allererste Güte. Für Eric Bibbs Verhältnisse ist das eine sehr modern daherkommende Produktion: Nicht selten tritt in den dreizehn Stücken (plus zwei Bonus Tracks) die musikalische Belegschaft mit Hörnern, Trompeten und Klarinetten (Session Horns Sweden), mit Streichern und Wah-Wah Gitarren, afrikanische Instrumenten, Banjo oder Akkordeon auf. Und gleich zu Beginn von „Freedom Train“ wird gar steviewondergleich Kinderlachen eingespielt. All dies wird von Glen Scott in ein geschmackvoll-harmonisches, nie abstraktes oder lebloses Ganzes gegossen. Das ist schon große Klasse, da haben sich offensichtlich zwei Musiker/Produzenten zwecks wechselseitiger Bereicherung gefunden. Einen Favoriten aus den vorgestellten Songs herauszuschälen, ist der Rezensentin unmöglich. Die Scheibe wandert von Soul nach Blues, über Folk nach Gospel, und es gibt immer wieder Neues zu entdecken.  Aber für wen nun ist „Jericho Road“ eine Bereicherung des CD-Regals? Sicherlich für den, der auch die elegantere, offenere Variante des Blues zu schätzen weiß. Ebenso für diejenigen, die mit Musik zwischen Stevie Wonder und Gil Scott Heron (denn auch solche Töne sind zu vernehmen) etwas anfangen können. Stoner, Delta und Barrelhouse Enthusiasten, die auch gern mal über den Tellerrand gucken, sollten hier ebenfalls mal antesten. Und wer die Musik Eric Ribbs eh mag, findet hier ein wunderbares Äquivalent zu der großartigen „Booker’s Guitar“. Jericho Road wird am 11. Oktober veröffentlicht. Kaufempfehlung, ganz klar! (lena)

Es gibt auf Vimeo drei Appetitmacher:

Außerdem:

About the new album

Have a heart

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Oktober 2013
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