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Krautzone – Kosmische Rituale

Krautzone LP (yv) Vorab sei dem Leser oder Hörer gesagt – wie bestimmt anderenorts bereits geschehen – dass man für diese illustre Zusammenkunft von Musikern und dieses Album wohl keinen würdigeren und passenderen Namen hätte finden können.
Wie auf der entsprechenden Facebook-Seite stimmig zu lesen ist, hat die Stilrichtung eine relativ einfache Formel: KRAUTZONE = Krautrock + Kosmische Musik.

Wer es gerne etwas träumerischer und ruhiger mag, wer gerne tief in Musik versinkt und seinen Gedanken freien Lauf lässt, wer sich in Rhythmen verlieren kann, wer sich gerne in den etwas entspannteren Gefilden der Krautrock- und Space-Welt tummelt, dem sei diese auch optisch wunderschöne und aufs Beste gelungene Platte wärmstens empfohlen.
Ein wahrer optischer Leckerbissen, ein Fest für das Ohr und eine anständige Wellness-Behandlung für die zivilisationsgestressten Hirnwindungen.
Solche wunderbaren Alben „passieren“, wenn sich ein Häuflein tief in Musik verwurzelter Menschen trifft, zusammen spielt und dabei wunderbare Bilder, Eindrücke und Landschaften aus Tönen und Rhythmen gebiert.

Im Falle von KOSMISCHE RITUALE fanden sich einige Freunde im sogenannten „Amöbenklangraum“ tief in der hessischen Provinz ein, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen und der gemeinsamen Leidenschaft – der Musik – Raum und Form zu geben.

Krautzone_Bild_Band Sula Bassana aka Dave Schmidt (links)(braucht man eigentlich kaum noch vorzustellen; das Arbeitstier der hiesigen Psychedelic-Rock-Szene, der Mann hinter Sulatron Records und Klangmeister bei Electric Moon, Zone Six, Sula Bassana, …) war diesmal auf die Tasten, Aufnahme und das Abmischen konzentriert
Komet Lulu (links unten)(Lulu Artworks, siehe Album-Cover; Electric Moon, Zone Six) rührte die hypnotischen Schamanen-Trommeln und
Onkel Kaktus (rechts unten) gab mit dem Bass zu den Rhythmen die passende Tiefe hinzu
Modulfix (oben)(Zone Six, Sula Bassana&Modulfix) entlockte seinen Synthesizer-Tasten jede Menge (Atmo-)Sphäre
Rainer Neeff (rechts)(The Pancakes, Zone Six) steuerte per meisterlich beherrschter Gitarre virtuose, metallisch-melodiöse Materie bei und
Baba Lali (nicht im Bild) verlieh der bei der Session gespielten Musik durch Tanz und Mimik den passenden Ausdruck und sorgte sicherlich für adäquate Stimmung vor Ort.
Und im Anfang war
LIEBE (12:44)
Unweigerlich kommen einem Bilder wie aus SpaceNight-Sendungen in den Sinn: gleitende Synthie-Klänge mit einem Herzschlag aus Bass-Vibrationen, geradezu gemacht für bildreiche Tagträume und friedliche Momente.
In der Tiefe des Raumes schafft die Gitarre Substanz, die zunächst verhaltenen Trommeln treten immer weiter in den Vordergrund und Bass und Trommeln vereinigen sich irgendwann schier unmerklich zu etwas organischem, beseeltem.

KOSMISCHE RITUALE (09:06)
Synthies und Gitarre tanzen zum tragenden, hypnotischen Rhythmus von Trommel und Bass. Tiefe, dunkle Schwingungen, durchbrochen von hellen Strahlen aus den Tasten, die zusammen mit der Gitarre mehr und mehr Formen und Farben erscheinen lassen.
Ja, dieses Stück ist wirklich geradezu schamanistisch, die Klänge archaisch, ausdrucksvoll und hypnotisch, die einem da durch den Gehörgang direkt ins Innerste dringen.

ONLY FOOLS RUSH IN(20:40)
„I’m a great one for rushing in where angels fear to tread.“
(Zitat: Captain James T. Kirk in Star Trek VI: Das unentdeckte Land )
Alles an Bord und fertig zum Abflug…
Bei der Suche nach Referenzen für den Songtitel stieß ich auf obiges Zitat in einem schon fast irrwitzig passenden Science Fiction-Kontext.
Nur Narren verfallen in blinden Eifer – so könnte man den Titel wohl frei übersetzen. Dies ist bei dem dargebotenen Stück wirklich nicht zu spüren, nein, es ist ein Schweben, ein Flug durch den Kosmos, abenteuerlich-spacig und dennoch ruhig.
Das Raumschiff KRAUTZONE ist mit dem Wechsel auf die B-Seite der Platte in den Gleitflug übergegangen und Rainers Saiten geben die angesteuerten Koordinaten und die Geschwindigkeit vor.
Keines der Instrumente drängt sich zu sehr auf oder in den Vordergrund, der Session-Charakter der gesamten Platte kommt voll zum Tragen, alle orientieren sich wie in einer Formation aneinander (man hat ja schließlich dasselbe Ziel) und dennoch ist genug Raum für jeden einzelnen.
Gitarrenvirtuosität, tiefe Klangmuster aus der Rhythmus-Fraktion, spacige Raumschiff-Beeps aus den Tasten.
Aneinander orientieren, miteinander etwas er-spielen, zusammen eine ganz spezielle Atmosphäre aufbauen und auf das geneigte Ohr wirken lassen, so muß eine echte Session unter Freunden klingen.

Alles in allem präsentieren KRAUTZONE hier einen Tonträger, bei dem sich einem das Wort „schade“ ganz von selbst ins Gemüt drängt, wenn der letzte Ton verklungen und der Tonarm wieder auf die Ablage zurückgesprungen ist.
Einfach wunderbar. (…Yvonne..)

KRAUTZONE – Kosmische Rituale (LP)
Release vom 13. Dezember 2013
Sulatron Records st1304
Mastered by Eroc
Auf 1000 Stück limitierte Ausgabe, gepresst auf dreifarbig marmoriertem Vinyl

www.sulatron.com
www.soundcloud.com/krautzone
http://www.facebook.com/Krautzone

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