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Thorbjørn Risager & The Black Tornado – Too Many Roads

Risager Too Many Roads(hwa) Hier kommt der große weiße Klare aus dem Norden mit der schwärzesten Mucke, die Dänemark (Risager ist Däne) jemals in die Welt „posaunt“ hat.
Auf dem Cover erinnert Risager mit seinem Outfit (schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte und schwarzer Hut) an eine Mischung aus Roger Cicero und Jan Delay.
Auch die kultivieren Coolness und sind bläserorientiert. Aber im direkten Vergleich zu Risager mutieren sie dann doch eher zu adoleszenten Chorknaben.

Denn was Risager mit Black Tornado an Power und Dynamik raushaut, geht auf keine Kuhaut. Selbst mehrere Kuhhäute nebeneinander werden nicht reichen.

Über den Daumen könnte man sagen: Risager verdichtet den Rhythm & Blues, den Rock und den Soul der letzten 50 Jahre zu einer Parademischung mit hohem Wiedererkennungswert. Zudem: Risager macht sie zu seiner eigenen genialen Hausmarke.

Das ist zum einen der unvergleichlichen, rauh-dynamischen Stimme Risagers geschuldet (einer Mischung aus Ray Charles und Bob Seger), zum anderen dem überragenden Soul- und Bluesfeeling der gesamten Band.

Zudem spielt Risager mit kultigen Versatzstücken, die popularhistorisch tief im kollektiven Bewusstsein vergraben sind. Beim Hören macht es mehr wie einmal „klick“!

Der Opener „I You Wanna Leave“ startet mit Status-Quo-affinem Gitarrengeschrammel.
Aber spätestens wenn Risagers Timbre dazwischen funkt und die Bläserfraktion aufdreht, entsteht ein ekstatisches Konglomerat vom Feinsten.

Moreland & Arbuckle kommen einem beim Titeltrack „Too Many Roads“ in den Sinn. Otis Taylor bei „Paradise“ und „China Gate“, einer gänsehauttreibenden Slowbluesnummer.
Track sechs „Backseat Driver“ ist mit einem leicht modifizierten Riff von „Smoke On The Water“ unterfüttert – und es passt!

Der rote Faden von legendären Tupfern aus der Popgeschichte setzt sich fort:
Track sieben „Through The Tears“ erweist Ray Charles sowie dem Memphissoul seine Referenz.
Track acht „High Rolling“ evoziert AC/DC und schwingt sich zu einem Hardrock-Gospel der Extraklasse auf. Ja selbst der häufig nervende Hupfdohlen–Backgroundgesang wird hier harmonisch integriert.
Track neun „Long Forgotten Track“ reminisziert J.J. Cale.
Und bei Track zwölf „Play On“ ahnt man instinktiv: So könnte Little Richard heute klingen, wäre er noch aktiv.

Risager hat es geschafft, mir fast die Sprache zu verschlagen.

Zur Hammerband gehören:
Emil Balsgaard (Piano, Organ, Wurlitzer)
Peter Skjerning (Guitars)
Kasper Wagner (Alto Sax, Tenor Sax, Baritone Sax, Clarinet)
Hans Nybo (Tenor Sax)
Peter W. Kehl (Trumpet, Flügelhorn, Trombone, Sousaphone)
Søren Bøjgaard (Bass) Martin Seidelin (Drums, Percussion)
Lea Thorlann & Pia Trjøgaard (Background Vocals) Last but not least: Thorbjørn Risager (Vocals, Guitars, Dobro)

Dank auch an Thomas Ruf, der sich sicher war, dass Risager ab dieser Scheibe zur Ruf Familie gehören muss.

Also Leute: kauft dieses Scheibe und geniesst bluesgetränkten Soul vom Feinsten.
Risager & The Black Tornado machen im Hinblick auf einen Soundtornado Ernst.
Einfach nur geil!

Das Album erscheint am 28. März 2014.

(Heinz W. Arndt)

Thorbjørn Risager & The Black Tornado „Too Many Roads“
(Ruf / in-akustik)

Thorbjørn Risager & The Black Tornado

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