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Glasgow Coma Scale – Apophenia

Glasgow Cover ApopheniaApophänie beschreibt das Erkennen von scheinbaren, aber nicht existenten, Mustern in zufälligen, natürlichen Umgebungen. Ursprünglich wurde der Begriff bei der Beschreibung von Psychosen benutzt. Apropos Bewusstseinsstörungen: Die werden gerne über die Glasgow Coma Scale abgeschätzt… Und wenn sich nun eine Band nach genau dieser Skala benennt und ihr erster Release auf den Titel „Apophenia“ hört, dann folgt daraus logischerweise… fantastischer Postrock!

Die dreiköpfige Band bildet an sich das klassische Rockgespann mit Drums, Bass und Gitarre. Auf Gesang verzichten sie komplett – wie in vielen Bands aus dem Postrock-Bereich bleibt das Mikrofon unbesetzt. Die Sounds sind typisch harmonisch, hintergründig zerrend und verträumt. Was das ganze Album über aber maßlos begeistert, ist der gute Mix. Bass und Gitarre ergänzen sich erhaben, jeder Akkord darf sich voll entfalten und nichts wird vom Schlagzeug geschluckt. Sogar ganz im Gegenteil: Der Trommler verrichtet sehr versiert und auffallend einfallsreich seine Arbeit ohne dabei gekünstelt rüber zu kommen.
Wirklich spannend und auffallend anders ist bei Glasgow Coma Scale aber der Einsatz von elektronischen Elementen in ihrer Musik. Jeder Song hat dabei seine ganz eigenen Elemente, die durchaus eine vordergründige Rolle spielen und nicht nur als Atmosphäre dienen. „Syntagma“ beispielsweise lebt von elektronischen Cymbals und aufsteigenden Skalen, die sich neben der Melodie auffächern und erst beim erhabenen Chorus etwas mehr Platz lassen, um Gitarre und Bass das gewisse Mehr an Wumms zu erlauben. Solche an Glockenspiele erinnernde Sounds finden sich auch in den anderen Tracks, was die Effekte runder und zusammengehöriger erscheinen lässt.
Glasgow-Coma-Scale-Pic2Besonders angetan hat es mir der Song „Urania“, der mit seinem langsamen, fast zögerlichen Anfang einen grandiosen Aufbau über die komplette Instrumentierung hinlegt, um sich dann alles entscheidend nach beinahe der Hälfte des Songs zu öffnen und einen mit dem Sound mitzureißen. Nur um sich noch einmal in die Schüchternheit zurückzuziehen, ehe er einen dann vollständig in die musikalischen Dimensionen spült. (Und die anderen Tracks – „Funkstille“ und „Kids Are Astronauts“ – stehen dem nicht wirklich nach!)

Kurzum: Die EP ist eine gewaltig gute Arbeit, die klar neueren Entwicklungen folgt, aber absolut individuell und faszinierend gut gemacht ist. Die Frankfurter überzeugen auf ganzer Linie mit ihrer eigenen Soundlandschaft, die klar elektronischer klingt, als man es gewohnt ist, dabei aber nie rein synthetisch wird oder den Bereich der Rock Musik verlässt.
Aber etwas ist am Ende dann doch furchtbar schade: Wieso? Wieso, liebe Band, ist „Apophenia“ nur vier Tracks lang? Mehr, bitte!….(Colin)

Glasgow Coma Scale Bandcamp

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