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Space Debris – Phonomorphosis

space debris phonomorphosis Kopie(hwa) Offensichtlich hatten die Macher vom 1. Freak Valley Festival in 2012 genau das richtige Näschen. Space Debris waren – ohne die anderen Gruppen schmälern zu wollen – das Sahnehäubchchen des letzten Tages.
Die Band sorgte mit ihren improvisierten Krautrockimpressionen für nachhaltigen Zauber.
Mit „Phonomorphosis“ sind sie nach sechs Jahren Studio-Abstinenz zurück.
Was da auf einen einstürmt, ist atemberaubend.

Während des Hörens von „Phonomorphosis“ stellen sich unzählige Assoziationen und Erinnerungen ein.
Erst recht bei allen, die mit Krautrock und Artverwandtem einschließlich der vorhergehenden Beatära musikalisch sozialisiert und letztlich auch groß geworden sind (Es hat bei mir sogar für knapp zwei Meter gereicht!).

Jedenfalls haben mir die Jungs (und das eine Mädchen) von Space Debris eines klar gemacht: So faszinierend klingt der KRAUTROCK nach seiner Geburt in 1969/1970
bzw. sooo sollte er heutzutage klingen!!!

Dem wohnt ein Zauber inne, der seinesgleichen sucht.

Insgesamt vier Tracks, alle um die 20 Minuten lang, die jeweils intern variieren, sich verbreitern und von daher potenzielle Langeweile erst gar nicht aufkommen lassen.

Spontan fällt mir ein legendärer Werbespot von Chiquita ein.
„Nenn nie Chiquita nur Banane“ hieß der. Umgemünzt auf Space Debris könnte er lauten: „Nenn Space Debris nie nur Rock – aber unbedingt Krautrock.“

Das ist beileibe kein Widerspruch.
Denn Space Debris’ grandiose Mischung speist sich aus vielem: aus Psychedelic, Hardrock und Fusion.
Das sind die Etagen.
Und das Fundament des Hauses?
KRAUTROCK!

Von deutschen Bands durch Integration verschiedenster Einflüsse gewissermaßen „erfunden“ und anfangs in der Welt als „Kraut“ verspottet.
Später kam Neid hinzu, dann Anerkennung und heute ist es quasi Weltmusik.

Egal, ob das Surrogat bei „Phonomorphosis“ mit ausgesucht leckeren Anleihen von „Migranten“ wie Deep Purple, The Doors, May Blitz, Steely Dan, Zappa oder von originären Krautrockbands wie Amon Düül II, Electric Sandwich, Embryo, Can oder Neu! angerührt wird.

Die Mischung macht’s. Und heraus kommt? Ultracoole Mucke!

Genau das kriegt ihr zu hören.
In jeder Hinsicht etwas Hypnotisches.
Auf dem Peak der heutigen Zeit.

Dadurch, dass auf Gesangsspuren (bis auf eine winzige Ausnahme, siehe unten) komplett verzichtet wird, lässt das Album dem Hörer zudem den Raum, sich ohne ablenkenden Text fallen zu lassen und auf seine ganz individuelle Brainreise zu gehen.

Und überhaupt: Improvisieren und Floaten ist ungeschriebenes Space-Debris-Gesetz.

Da geht einem wie mir oder Yvonne oder Volker und den zigtausend anderen Fans einfach nur das Herz auf.

Apropos: Nach circa viereinhalb Minuten bringt sich „Magic Petra“, die auch für die fantastischen Cover Paintings verantwortlich zeichnet, mit betörendem Sirenengesang in Stellung.

Ich musste dabei spontan an den armen Odysseus denken, der in Homers „Odyssee“ vom Gesang der Sirenen hypnotisiert und auf die Felsen (zum Kentern) gelockt werden sollte.
Für alle, die den Ausgang nicht kennen: Odysseus ließ sich am Mast festbinden und verstopfte sich und seiner Crew die Ohren.

Bitte hier keineswegs nachmachen!

Denn Magic Petra hat nichts Böses im Sinn. Im Gegenteil.
Sie lockt um des Lockens willen.

Blöd nur, falls die Band dem Lockruf nicht 150prozentig gerecht würde.

Aber sie wird es – und lässt den Hörer voller Enthusiasmus zurück.

Wichtig: hört diese Scheibe niemals nebenbei, sondern lasst euch intensiv drauf ein!

Also Leute: Dreht die Lautsprecher auf und lauscht einer Band, die euch auf eine betörende Krautrockreise mitzunehmen vermag.

Ultrafetter Sound!

Und wieder staunt die Welt

Überragend!

Zu diesem geilen Album haben beigetragen:

Mitja Besen (Bass)
Tommy Gorny (Guitars)
Christian Jäger (Drums)
Winnie Rimbach-Sator (Keyboards)
Magic Petra (Psycho Vocals und Paintings)
Last but not least: das Ludwig Drumset (mit besonders großen Trommeln aus den 70er Jahren)
Album recording: Jan Dewald

(Heinz W. Arndt)

Space Debris „Phonomorphosis“

Als 2x 140 gr Double Vinyl LP oder CD digipac erhältlich.

Bezug über green-brain-krautrock.de

www.spacedebrisprojekt.de

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