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AT DEVIL DIRT – PLAN B: SIN REVOLUCIÓN HAY EVOLUCIÓN

At Devil DirtAls chilenischen Import habe ich in den letzten Monaten lediglich Rotwein aus Carménère-Trauben genießen dürfen, einer Rebsorte, die ursprünglich aus Frankreich stammend, heute fast ausschließlich in Chile angebaut wird. Aus der Carménère-Traube wird ein dunkler, süffiger, nach Schokolade-, Tabak- und Lederaromen schmeckender Rotwein gekeltert. Nun liefern uns die Chilenen mit dem Duo AT DEVIL DIRT in Person auch noch einen passenden Soundtrack dazu.

Das Album mit dem bedeutungsschwangeren spanischen Titel „Plan B: Sin Revolución Hay Evolución“ (Ohne Revolution keine Evolution) ist schon die dritte (in englisch gesungene) Veröffentlichung der Südamerikaner. Bereits im März auf CD und Kassette (Kann die überhaupt noch jemand abspielen in Europa? – ich schon…) veröffentlicht, erscheint das Album nun beim Berliner Label KOZMIK ARTIFACTS zusätzlich als edel aufgemachte, handnummerierte 180g-Vinylversion in purple oder transparent mit Klappcover.

Aber kann der musikalische Export der beiden Herren (guitar, vocals und drums) mit der Qualität der Weine mithalten? Er kann. Schon der Opener „Don’t see you around“ rockt mit breiten und schweren Gitarrenwänden los, zäh wie Lava, der Gesang und die Melancholie erinnern mich unweigerlich ein wenig an ALICE IN CHAINS. Der Wein läuft dazu wie dunkles, schweres und zähes Öl in mein Glas und ist ähnlich gehaltvoll wie die Musik. Er braucht aber noch etwas Zeit zum Atmen um sein ganzes Potenzial zu entfalten. AT DEVIL DIRT lassen während dessen mit „Conscience“ und „People Rise Again“ nichts anbrennen und erhöhen unweigerlich den musikalischen Druck, aber der ist durchaus angenehm und ich lehne mich entspannt zurück und genieße die tief gestimmten Gitarren. Gelegenheit für einen Trinkgenuss gibt mir „Mommy“ – ein Stück, das sich nicht minder heavy, aber doch etwas entspannter in die Gehörgänge schmiegt. Mit „Sin Revolución Hay Evolución“ endet die erste Seite des Albums und hinterlässt in mir die Lust und Neugier auf die B-Seite.

Mit der düsteren These „There is not a God or a Devil“ starten AT DEVIL DIRT ein sperriges Riffmonster mit klagendem Gesang, bei dem sich mir doch tatsächlich Gedanken an die alten CELTIC FROST aufdrängen. Mit „The Caravan Of Death“ und „The Marching Crowd“ bleiben die beiden Herren musikalisch und textlich weiter in düsteren Gefilden. Auch mein „begleitender Wein“ erscheint mir nun schon fast schwarz und wird Stück für Stück gehaltvoller. „Im vorletzten Stück behaupten sie „I Lost My Guide“ – dieses Gefühl kann ich nicht ganz teilen. Auch wenn sich durchaus musikalische Parallelen aufdrängen, zeigen AT DEVIL DIRT einen ersten eigenen Stil und dürften aufgrund ihres Gespürs für gute Melodien eine breite Hörerschaft an Musikliebhabern ansprechen. Mit der entspannten Akustiknummer „Time To Flee“ endet das Album, vor dem man alles andere als fliehen muss. Ich lege noch mal die A-Seite auf. Und mein chilenischer Wein ist merkwürdigerweise auch schon leer….(Jens)

Bandcamp At Devil Dirt

Vinyl At Devil Dirt

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