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Keep it Low Festival in München am 17./18.10.2014

kil_2014_flyer_dina6_ymow1(to) Bestes Pils- und Soundgenußwetter ließen mich um kurz vor 15 Uhr, nach einem gemütlichen, etwa 20-minütigen Fussweg aus heimischen Gefilden, erwartungsfroh an den heiligen Feierwerkhallen zum diesjährigen Keep it Low Festival Samstag in München aufschlagen. Dort angekommen, lief ich auch gleich Mastermind Volker in die willigen Begrüßungsarme. Er begrüßte mich sogleich mit den anheimelnden, bedeutungsschwangeren Worten: Heute steht bei mir erst einmal Valley of the Sun auf dem musikalischen Speiseplan! – Danach lasse ich mich einfach gemütlich und genüsslich mit leckerem Dunkelbier hinein-und dahintreiben…oder?!“
Diese anheimelnde Offerte hörte sich in meinen Ohren gleich verdammt gut an und sollte auch am heutigen Tag zum allgemeinen „Wahlspruch“ unseres KiLow Ausflugs werden!
Gesagt – Getan! Schnell das erste Bier geholt, zusammen auf einen schönen erlebnisreichen Tag angestoßen und ab ging’s zum Valley of the Sun Auftritt…jawohl!

Die Kollegen aus dem Sonnental konnten auch gleich ansatzlos die auf Gitarrensound lechzenden noch jungfräulichen Lauscher ordentlich auf Touren bringen!
Ein hervorragender akustischer Einstieg in den heutigen Tag…olè!

5526 RBBS Yvonne, Jens, Tom, Volker

 

 

 

 

RBBS on tour: Yvonne, Jens, Tom + Volker….mit Dank an den unbekannten Photografen

Volkers Senf dazu: Kranhalle, 15 Uhr 30. Aaron Boyer als Dreschflegel und Mister Prügelpeitsch (© Otto Waalkes) unter ihrem Bühnenlogo, Ryan McAllister an den dicken Saiten und Gitarrist und Sänger Ryan Ferrier boten uns einen 45-minütigen Keep It Low Samstagseinstieg der gehobenen Klasse, Stoner Rock mit „Big Balls“. Guter Gesang, bollernder Groove und Zwechfellerschütternde Gitarrenriffs und-licks….wie mit einem Hieb aus Granit gemeißelt. Schweißtreibend, Nackenmalträtierend, Mähnenschüttelnd (bei mir nicht mehr möglich) und immer am Anschlag. Die drei Jungs hatten aber noch mehr im Programm: sie mussten direkt nach diesem Auftritt noch ein paar Meter auf diversen Autobahnen zurücklegen, denn spät am Abend stand noch ein Auftritt im Siegener Vortex an….Respekt!

Und erster Fronteinsatz für Yvonne: THE PICTUREBOOKS – als Ersatz für die krankheitsbedingt abgesagten Samsara Blues Experiment gebuchte, zwei junge Mannen aus deutschen Gefilden, nur Gitarre und Schlagzeug, sehr minimalistisches, staubiges Southern-Rock-Gewitter, wahnsinnig mitreißend. Der Trommler zeigte den wohl größten Körpereinsatz des Festivals, drosch heftigst die Felle, bis sogar die Füße einer Trommel nachgaben und das Ding nur dank Hilfe einer flinken, helfenden Hand aus der ersten Reihe stehen blieb. Das Publikum war begeistert, tobte sich aus und feierte die zwei Herren anständig. Wieder einmal eine Festival-Neuentdeckung, und das neue Vinyl der Band stellte sich beim Hören tags darauf als wunderbar dauerschleifentauglich heraus.

Danach ging es für alle bei beschaulichstem Sonnenwetter erst einmal wieder darum, Volkers eindringlichen „Wahlspruch“ auch würdevoll in die Tat umzusetzen….yep!

Volker war auch schon am Freitag zum KILow Aufwärm Abend vor Ort. In der ausverkauften Hansa 39 Halle schmetterten The Arkanes, The Vintage Caravan und die Blues Pills ihre Musik in die Rocktrunkenen Massen. Drei Stunden Vollbedienung für Gelenke, Seele und den Getränkeumsatz. The Arkanes glühten mit ihrem schnörkellosen Rock Liverpooler Art die Hütte vor, The Vintage Caravan rauchten und krachten und bretterten wie 2010 der Vulkan Eyjafjallajökull auf ihrer Heimatinsel Island durch die sowieso schon gut aufgeheizte Halle. Óskar Logi Ágústsson-Gítarleikari og söngvari (Guitar and vocals) Guðjón Reynisson-Trommuleikari (Drums) und Alexander Örn Númason-Bassaleikari (Bass) sorgen sicherlich auch in Zukunft für unbleierne Bewegung in der Vintage Szene. Zum Abschluß des Abends: Was soll ich noch groß und breit und tief über die Qualität von Elin, Dorian, Zack und André – The Blues Pills – schreiben…..sie sind mittlerweile auch durch ihre zahlreichen Auftritte gestählter und routinierter…..und immer noch sehr sympathisch. Elin kratzt und beißt und röhrt, Dorian haut die Riffs und Licks fast wie ein Altmeister in Grund und Boden und der Groove von André und Zack haut den Devil Man und das High Class Woman mit Black Smoke in die Little Sun.

Als nächste Band stand bei mir IGUANA auf meinem Sound-Wahlspruchzettel!
Da diverse Bandmitglieder in Teilen aus Erfurt sowie Chemnitz, meiner Geburtsstadt, stammen, kam bei mir auch so etwas wie Lokalpatriotismus dazu. Da ist es doch logisch, das ich dort mal ein Öhrchen riskiere, oder?!
Absichtlich mal ganz unvoreingenommen, also sprich vorab ungehört und natürlich auch youTube mäßig ungesehen, schlenderte ich in den Orange Room, wo ich zuletzt am 14.09 die schwer rockenden Norweger Lonely Kamel mit einem ganz starken Auftritt erleben durfte.
Alles ist angerichtet und Punkt 18 Uhr entern IGUANA in der fluffigen Wohnzimmeratmosphäre des Orange Rooms vor einer stattlichen Anzahl von Reinlauschwilligen die Bühne.

Gute 45 Minuten und neun Stücke später, kann ich von meiner Hörerlebnisseite dieser Band einen wirklich gelungenen Auftritt attestieren.
Meiner hörwilligen Wenigkeit hat dazu die Abwechslung zwischen reinen Instrumentalstücken und den Songs mit tragendem, leicht Grunge-lastigem Gesangparts gefallen.
Die besagten Instrumentalnummern haben mir es dabei besonders angetan. Als Liebhaber von Papir, Causa Sui und Radar Men from the Moon Klängen haben mich genau diese Nummern mit der dazugehörigen Live-Spielfreude eingenommen. Schon die erste Nummer „Josiah“, das dritte Stück „Freshly Tranquilizer“ sowie die sechste Nummer im Liveset „A Royal Null Drift“ haben mich direkt in einen Igunana-Livesoundstrudel hinein gesaugt. Aber auch die vorgetragenen Songs inclusive Gesang haben eine lockere Grunge-Stonerlastige QOTSA-Soundgarden Stimmung und wussten auch Angesichts der begeisterten Reaktion des Publikums gut zu gefallen. Ganz klar, das nach dem Auftritt die IGUANA Doppel LP für nur 10 Schleifen inclusive Downloadcode einfach ran musste!

Wie letztes Jahr beim Keep it Low war auch heuer wieder das richtige Timing zwischen Volkers „Getränke-Wahlspruch“ und dem sich überschneidenden, straffen Zeitplan des Festivals zu berücksichtigen!!

Also: Erst mal Wahlsprucherfüllung von Volker verinnerlichen, dazu in die Tat umsetzen und schon ging es auch schon kurz vor 19 Uhr zu meinem persönlichen, heimlichen Headliner des Festivals!
Natürlich konnte jetzt, aus meiner sonnenverglühenden Vereinsbrille betrachtet, bei den obergenialen Glowsun’s sowieso nichts schief gehen!!!
Also Bier- und Erwartungstrunken in die Halle geschlendert, vor die Bühne in vorderster Front geparkt und direkt neben Fräulein Pilzdompteuse (Yvonne) der kommenden Dinge ausgeharrt…
19.00 Uhr! – LICHT AUS! — GLOWSUN AN!!
Jeder, der ein klein wenig meine Begeisterung für diese glühenden Franzosen nachvollziehen kann, wird mir zustimmen, das schon in den ersten Sekunden beim intronalen Opener „Death’s Face“ alle Fasern im bierlastigen Körper lustvoll auf 100% Soundbewegungsenergie umschalten…
Was für ein Einstandsbrett!!! Alles um einen herum gerät in eine Art Trancezustand, man wiegt sich vorab schon wie eine Schlange zur kreisenden Beschwörerflöte im orientalisch anmutenden, flirrenden Introrythmus, nur um dann beim monströs einsetzenden fetten Gittarrengroove völlig durchzudrehen….yeah!
Waaaahh!! Wie bei einer fauchenden Katze, eingespreizt im Soundkamin, stellen sich willkürlich zu jeder lieblich virtuosen wie satt bleischwangeren Soundnote die berühmten Nackenhärchen auf. Ein entzückender Soundschauer jagt den nächsten den Buckel runter und wieder rauf. Alles zuckt nur noch unkontrolliert, aber ryhmisch, am Körper und schreit nach noch mehr Groove. Die letzte noch vorhandene Gehirnwindung wird apokalyptisch zu jedem weiteren treibenden obergeilen Gitarrenpart aus der reizüberfluteten Rübe geschüttelt! Genau so ist es und so muss es auch sein…jawohl!
Ich will jetzt hier gar nicht jeden einzelnen vorgetragenen Song benennen, der hier live in absolut spieltechnischer Höchstform zum Besten gegeben wurde. Es gibt bei dieser Band eh keinen zweitklassigen Song! Wer zudem schon mal die letzte Scheibe „Eternal Season“ komplett gehört hat weiß bestens Bescheid. Zu diesem musikalisch sonnenglühenden Mörderalbum ist alles gesagt und es steht als grandioses Highlight sowieso für sich selbst!
Wie mit einem akustischen Fingerschnipp waren leider diese intensiven 45 min Glowsun Starplaytime schon wieder rum und abgeglüht…heeeuuul!

Ohhh Jaaa!! Was für ein geiler Auftritt dieses sympathischen französischen Trios. Man muss Sie einfach lieben und nach so einer glühenden Vorstellung erst Recht…oui!
Berauscht vom gerade Erlebten, total verschwitzt und dazu verdammt durstig, habe ich erst wieder ein paar Minuten später Fräulein Pilzdompteuse und Meister Volker ebenfalls lächelnd sowie dahintreibend am Bühnenrand wahrgenommen.

Jetzt musste ich erst mal wieder etwas von dieser leidenschaftlich glühenden Gitarrensonne herunterkommen, da kann man nach so einer geilen faszinierenden Soundorgie nicht gleich wieder zur nächsten Band stolpern!
Zu meinem allgemeinen Leidwesen hatte sich sowieso schon Glowsun und die 1000 Mods kräftig überschnitten und bis ich wieder klare Gedanken fassen konnte hatte ich leider die 1000 Mods komplett verpennt….Scheiss Zeitplan!!! Zum Glück haben mir dazu dann auch noch alle Protagonisten, die bei den aufspielenden Helenen zugegen waren, ein „war wirklich geil“ und „da haste was verpasst“ bestätigt….naaa suuuuper!!!
Da habe ich mich kurz schmollend erst mal wieder an Volkers „Tagestrinkwahlspruch“ zurück erinnert und gleich dieses Tagesmotto mit verbesserter Laune sowie besagten interessierten Beteiligten umgesetzt.

Nach einer kleinen, erholungsbedürftigen Zeit, kurz nach 21:30 Uhr, wollte ich auch noch mal kurz bei Mars Red Sky vorbei schauen. Die Hütte war natürlich ziemlich voll, deshalb habe ich den MRS Sound dieses mal nur kurz gestreift. Nach zwei Nummern musste ich die MRS Kollegen auch schon wieder verlassen, da ich unbedingt pünktlich um 22 Uhr zu Monkey 3 am Start sein wollte.

Einwurf Yvonne: MARS RED SKY habe ich leider auch nicht komplett gesehen, und das massive Brett von Glowsun zuvor machte es etwas schwer, sich darauf einzulassen, aber die Combo hat einfach auch was besonderes. Unverkennbar sanfter Gesang, tolle Atmosphären-Arbeit, die man da zu hören und sehen bekommt, sanft und hart muß sich nicht wirklich widersprechen. Ein wunderbares Schweben und Gleiten durch passenderweise rotgefärbte Sphären, ein Schelm würde eventuell „Mädchen-Stoner“ dazu sagen, was aber null negativ gemeint ist. Einfach toll harmonisch und träumerisch und die Live-Qualität überzeugt, wenn man sie wie ich bisher eher von Tonträgern kannte.

Mit frischem Hopfenwasser bestückt hatte ich mich für eine gute akustische Platzwahl in der anderen Halle entschieden um dieser Band gebührend zu huldigen. Wie schon bei Glowsun war auch der Auftritt von Monkey 3 mein viertes Liveerlebnis dieser Bands.

Kollegin Yvonne tauschte die Schweiz gegen die Ukraine und zog vor, sich dem ganz wilden Treiben bei STONED JESUS hinzugeben, die auf dem Festival ihr fünfjähriges Bühnenjubiläum in bekannt frenetischer Partylaune so richtig gediegen feierten. Das Trio enttäuscht eigentlich auch nie, junge Kerls mit ordentlich Pfeffer im Allerwertesten, dazu auch noch talentiert; solche Hits wie Electric Mistress oder I’m The Mountain können einem ja schon mal über Stunden im Ohr kleben bleiben. So war denn die Halle auch proppenvoll, vor der Bühne war es teils „gefährlich“, nur zu schnell kollidieren da mal Schädel im extatischen Geschüttel. Was eine Party! Alles inklusive, Gelegenheit für Stagediver und Crowdsurfer, ihrem Kontaktbedürfnis nachzukommen, heftigste Tanzerei, fliegende Haare ohne Ende, und zum krönenden Abschluß natürlich auch der Spezialeinsatz von Frontmann Igor, der sich rücklinks vom Publikum auf Händen tragen ließ, ohne dabei auch nur im Mindesten von der Gitarre abzulassen. Für mich ein Bomben-Abschluß und neuerliche Bekräftigung, die Jungs bei nächster Gelegenheit wieder feiern zu gehen. Danach war nur noch soziale Interaktion mit Freunden, alten und neuen Bekannten sowie Flüssigkeitszufuhr möglich, die Sättigungsgrenze des Tages erreicht. Danke an alle, die dieses tolle Festival möglich machen! Nächstes Jahr wieder…

Beseelt vom ich weiß nicht wievieltem Tageswahlspruch-Bier, konnte ich mich nun einfach in den restlichen Abend wie „Icarus“ in den vorzüglichen Monkey 3 Sound hineinfallen und dahintreiben lassen…yeah!
Wieder verdammt gut abgerockt, wollte ich nur noch die gesamte schmackhafte Veranstaltung entspannt mit einem genüsslichen Absackerbierchen im Außenbereich ausklingen lassen…..(Tom. Yvonne +Volker kursiv)

Photos: Jens – Vintage Caravan, Blues Pills, Iguana, Glowsun, 1000mods, Mars Red Sky, Monkey3. Yvonne – Picturebooks, Mars Red Sky, Stoned Jesus, Volker – Valley Of The Sun

Dank an den Veranstalter und an alle, die dabei waren, es war uns eine Ehre!

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01PicBooks 02PicBooks 03PicBooks 04PicBooks 05MRS 06MRS 07MRS 08StoJe 09StoJe 10StoJe 11StoJe5507 Aaron Boyer Kopie 5512 Ryan McAllister Kopie 5518 Ryan Ferrier Kopie

 

 

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