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Knall – Knall / The Spacelords – Synapse

LP-Knall-Spacelords(ch + to) Im schönen Monat März werfen noch zwei klanghafte Veröffentlichungen ihre langrilligen Schatten voraus. Knall auf Fall legen hier zwei namhafte Bands ihre akustischen Werke vor, das sämtliche Synapsen in uns in Verzückung geraten. Zum einen steht ein hochknalliges Klangerlebnis in den nadelvibrierenden Startlöchern. Zum anderen kehrt ein längst vergriffener Klassiker in neuem Gewand auf die Vinylbühne zurück, um die Hörerschaft erneut in die Umlaufbahn zu katapultieren. Aber bevor uns die Synapsen glühen geht es erst einmal knallhaftig zur Sache.
Knall – Knall

Das Kölner Knallwunder beschreibt sich selbst als Garagen-Impro-Projekt. Mit viel Groove und psychedelischen Vibes wollen sie ihren Soundteppich zum Fliegen bringen. Bei diesen facettenreichen Klangfarben, durch alle möglichen Zwischenwelten, ist der Abstand wirklich erfrischend, mit dem sich die Knallisten selbst sehen. Brainwash: „Eigentlich spielt’s keine Rolle, ob wir geniale Dilettanten oder dilettantische Genies sind. Man verständigt sich über ein Codewort, Akkordfolgen und Tonart. Es werden keine Songs einstudiert, sondern Muster und Kommunikation eingeübt.“

Seit Ihrer Bandengründung 2005 setzen sie diese Gedanken der Improvisationskunst in ihre ganz eigenen psychedelischen Krautrockgrooves um. Es sind die Konturen des Moments, das gemeinsame Fliegen auf diesem imaginären Klangteppich, der sich dabei auch im Geist der Kult-Kraut-Band Can wieder findet. Diese Reise durch krautig psychedelische Klanglandschaften mit frei schwebender Kommunikation der Instrumente transportiert ihre Musik auch mühelos in die heutige Zeit. Nach „Voll untertitelt“ von 2012 und „Eternity“ von 2013 ist dieses gelungene Knallwerk ihr drittes Album.

Einerseits ist die knallbehaftete Musik der Band so hörenswert, das es eigentlich ein Leichtes wäre darüber zu berichten, andererseits wiederum genau so hörintensiv, das es ziemlich schwer ist, das gerade belauschte in beschreibbare und leserliche Worte zu packen. Es treffen weitläufig sphärische und groovige Passagen, mit hohen Wiedererkennungswert, auf ohrenscheinlich teils irreführende Soundgebilde, deren Klangfarben im weiteren Verlauf aber immer mal wieder wechseln. Daraufhin scheinen sich die gerade erhörten Strukturen, um eine komplett verstrahlte Welt voller vorbeifliegender Wah-Wah Wolken, umher tanzender Bassbälle, und fuzzelige Spielereien zu drehen. Irgendwie ist aber alles wie von Zauberhand in sich geschlossen und miteinander verwoben. Das ergibt am Ende ein griffiges Abbild mit einem unglaublich hörenswerten Soundgefühl, in dem es jederzeit wieder neue Akzente und Nuancen zu entdecken gibt.

Mit Bass-beseelter Zielstrebigkeit geht es ganz ohne abschweifende rumknallerei hinein in den krautrockenden Opener ‘Zongazonga‘. In einem erdig anmutenden Schlagwerkfeeling spielen sich satte Bassläufe und Gitarrenparts die Klangkugeln zu. Auf diese berauschende und rockdurchflutete Nummer folgt ein ziemlich leckeres Süppchen. Diese heiße ‘Kartoffelsuppe‘ wird gleich mal zum Abkühlen in die Atmosphäre geschickt. Sphärisch schwerelose Gitarrenklänge kreuzen sich mit geflügelten Basslinien, und so driftet dieses Groovesüppchen verdammt schmackhaft in unsere Gehörgänge.
Mit ‘Cuddle‘ lassen wir uns in einem sagenhaft grünen Paradis inklusive beschaulichen Strand nieder. Hier macht sich so was von kuscheligem Feeling breit, das man imaginär einfach nur noch mit der dementsprechenden Person, sowie mit Rauchware und leckeren Getränken, auf den glutroten Sonnenuntergang warten oder gleich noch bis zum Sonnenaufgang verweilen möchte. Mit einem jazzig bespielten wohlklingenden Bass, lässig arrangierten, unaufdringlichen Drums und schrägen, verzerrenden Nuancen wird das Stück „800“ in die Tonspuren geschickt.
Bei diesen umher surrenden, allgegenwärtigen Grundgeräuschen zum fluffig aufspielenden Soundgefüge, hat man ständig das Gefühl, das man mitten auf einer mehrspurigen Datenautobahn in einem Triebwagen mit Röhrentechnologie verweilt. Auf der Frontplatine des Soundfahrwerkes kann ich auch irgendwie diese symbolhafte „800“  erkennen.
Zum Schluss gehts mit frisch angeschürten Klangschubdüsen nochmals in die Wolken und dabei durch viele mögliche Notensplitter. ‘Funance‘ setzt einige akustische Spielereien um, aber auch immer mal wieder einen Gleitflug in die Flugbahn.
Mit diesem entspannten Schall durch die Knallmauer kann sich der geneigte Flugmithörer gleich auf einen erneuten Durchlauf freuen.
Jede einzelne Nummer nun noch tiefer bis ins kleinste Detail zu durchleuchten oder beschreibbar zu machen ist sowieso nicht möglich. Deshalb muss nun jeder Einzelne die Improvisationskunst seiner eigenen Gehörgänge ausloten, um sich diesen knalligen Klangstoff reinzuziehen. Denn selber Knall hören macht erst Fett! Dazu geben wir persönlich von unserer Seite eine glatte ‘Drei Punkte Knall‘ – Empfehlung ab. Erstens: Reinhören! – Zweitens: Gehördaumen hoch! – Drittens: Das reinknallende Vinyl besorgen! … Charly & Tom

KnallFoto

Das Album wurde von Krautrock-Legende Eroc (Grobschnitt) gemastert.
Die Veröffentlichung ist am 20. März 2015 und kann exklusiv bei Tonzonen Records vorbestellt sowie ab dem 23 März 2015 käuflich erworben werden.
Limitiert auf 500 Vinyls, 200 Orange, 300 Neon Yellow
Tracklist:
01. Zongazonga [8:20]
02. Kartoffelsuppe [7:11]
03. Cuddle [6:33]
04. 800 [8:46]
05. Furnace [11:14]

Band Members:
Baal Brain – guitar
Slim Nezquik – bass guitar
Jonas – space bass
Christoph Geiger – bass
Chris – drums
Nitro Berno – drums

http://knall1.bandcamp.com/

http://www.tonzonen-shop.de/

The Spacelords – Synapse

Die Herren aus der Raumbasis Reutlingen nehmen ein zweites Mal Kurs Richtung Erde und setzen mit Ihrem frisch aufpolierten, synaptischen Soundschiff zur Landung auf dem heimischen Plattenteller an. Auch bei dieser zweiten großen Reise durch Raum und Zeit bringen die Herren aus dem Space wieder all die großartigen psychedelischen Sounds und treibenden Grooves mit. Obwohl Ihr erster Besuch gerade mal ein gehörtes Lichtjahr her ist, haftet diesem neu aufgelegten Klangkörper schon der Hauch eines Klassikers an.

Erhabenes Spacefeeling, gefühlvolle wie intensive Gitarrensequenzen und gravitationsbefreiende Rhythmen zeichnen das Spectrum aus, mit dem der Langrillenkreuzer der drei Lords durch die Weiten des Raumes rotiert. An den Antriebsdrumwerken auf dem großen Schlagwerkdeck ist Mr. Marcus vielfältig und immer taktbewusst zugegen. Ebenfalls hält er auf dem Electric Moon die takterweiternde Klangfahne hoch. Mit seinen pulsierenden und treibenden Tonpassagen hält Bordbassingenieur Mr. Akee den Kurs der drei Herren stets in der voluminösen und satten Soundspur. Mit seinen darüber hinausfliegenden Melodiekoordinaten steuert Mr. Hazi, auf der filigranen Gitarrenkomandobrücke, die unterschiedlichen akustischen Reiseziele durch das gesamte Universum an.
Natürlich bleibt auch immer ein schwereloser Freiraum, so das sich die Lords in dieser Klangvielfalt spielend untereinander abwechseln. Das erzielt gleich eine unglaublich starke Wirkung, wenn schon beim ersten Titel der A-Seite des gleichnamigen Albums „Synapse“ diese besagte Spielfreude und Power einfließen. Der nachfolgende Song „Sitarguitar“ zeigt dann eine entspannt schwebende und orientalisch angehauchte Seite der Band. Ebenso großartiges, atmosphärisches wie hypnotisches Rhythmusgefühl unterstreicht die Startnummer der B-Seite „No 2“. Schon die ersten drei Stücke sind für jeden geneigten Zuhörer so richtig zum Reinlegen, Schwelgen und Wohlfühlen. Da kommt zum überragenden Schluss noch ein berauschendes „Pyroclastic Monster“ dazu. Mit verzerrter Roboterstimme setzt Mr. Pyroclastic-Markus bei diesem Megamonstersong noch einen oben drauf.

Insgesamt bieten die drei Weltraumherren ein musikalisches Programm, das die Herzen der Lauschgemeinde einfach höher und schwereloser schlagen lässt. Die Band hat das Gespür, dieses alte „Sense of Wonder“ Feeling zu erzeugen. Damit wird dieses Album zu einer Art Eldorado für jeden Spacerock-Fan. Ihre erste Vinyl Edition des Anfang 2014 bei „Sulatron Records“ veröffentlichten „Synapse“ Albums war innerhalb sehr kurzer Zeit ausverkauft. Sehr gute Kritiken in den Medien und Magazinen unterstrichen zudem die Bedeutung dieses vielseitigen Albums. Das ist aber nur die halbe Weltraummiete. Allein die Musikfans und Konzertliebhaber haben hier dieses gewaltige Ausverkauft-Wörtchen gesprochen. Denn nicht nur Ihre Musik, sondern auch die dazugehörige Live Präsentation ist wahrlich überzeugend! Wir können das uneingeschränkt weiterempfehlen. Zudem ist das auch in unserem Erlebnisbericht „The Spacelords 13.12.2014 Live – Club Action (Beim alten Fritz)“ nachzulesen.

Nun erscheint auf Tonzonen Records die zweite Edition von „Synapse“. Freunde und Hörwillige der drei Lords des rockenden Raums können sich hier zusätzlich über ein komplett überarbeitetes Cover freuen, welches in Zusammenarbeit mit Lulu Artwork (Electric Moon), aus der Feder von Drummer Marcus Schnitzler stammt. Wie schon bei der Erstauflage erinnert uns beide das Frontmotiv eigenartigerweise an ein großes, imaginäres Plektrum. Dieses imaginäre Plektrum wird nun aus der runden Mitte heraus von hellen Spacepilzstrahlen erleuchtet. Aber im Endeffekt wird das natürlich jede/r für sich anders deuten. Hauptsache der identische Inhalt zur Erstauflage ist akustisch erleuchtend!

Bei uns ist das spaceblaue Vinyl der ersten Auflage schon ziemlich oft unter der ollen Plattennadel durchvibriert. Dabei musste natürlich besonders der pyroklastische Monstersong der B-Seite ran. Schon rein wegen der Rillenabnutzung sollten wir beide uns einfach vorsichtshalber noch eine unbeschadete Kopie zulegen. Mit dem gelungenen und absolut überzeugendem neuen Artwork besteht dann auch zur Erstauflage keine Verwechslungsgefahr, selbst wenn beide Spacerock – Perlen nebeneinander im Regal erstrahlen. Diejenigen, die noch gar kein erleuchtendes Exemplar Ihr Eigen nennen können, sollten sich nun ranhalten und schleunigst diese Scheibe besorgen. Erstens lohnt es sich sowieso und zweitens wird es nicht sehr lange dauern, bis auch diese neue Auflage wieder vergriffen ist! Also Leute, ran an die Synapsen! …..( Charly & Tom)Spacelords

 

 

 

 

Das Album wurde von Krautrock-Legende Eroc (Grobschnitt) gemastert.
Die Veröffentlichung ist am 20. März 2015 und kann exklusiv bei Tonzonen Records vorbestellt sowie ab dem 23 März 2015 käuflich erworben werden.
Limitiert auf 500 Vinyls, 200 Black, 300 Magenta
Band Members:
Matthias Wettstein – guitar, effects
Akee Kazmaier – bass guitar, effects
Marcus Schnitzler – drums, soundscapes
Tracklist:
01. Synapse [8:41]
02. Sitarguitar [12:02]
03. No 2 [9:29]
04. Pyroclastic Monster [11:04]

http://www.and-the-world-is-next.de/spacelords/
http://www.tonzonen-shop.de/

Spacelords-Knall

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