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Sulatron-Records – Die Neuheiten: Krautzone, Seven That Spells, Giöbia

Sulatron(ch) Sulatron, gegründet 2006, ist das Label/ der Onlineshop des Musikers Sula Bassana, der in den meisten seiner Bands in der Vergangenheit als Dave Schmidt auftauchte. Auf Sulatron veröffentlicht er seine eigene Musik und Alben anderer, toller Acts. Im Versand wird (nach Möglichkeit) alles angeboten, bei dem er mitwirkt, und etliches mehr.
Sulatron Records ist nicht nur die richtige Adresse für Freunde von Psychedelic, Space und Krautrock und für beständig feine Releases bekannt, sondern auch in Sachen Live-Acts eine sichere Bank.
Hier sind drei Neuheiten, die zuletzt bei Sulatron Records erschienen sind:

http://www.sulatron.com/xoshop/
Krautzone-completeKrautzone – The Complete Works
Krautzone hat sich im September 2011 von selbst in einer Mondbasis gegründet. Im passenden Zustand wurden dann an der Abschussrampe die Aggregat-Raketen gezündet, der Aufnahmeknopf gedrückt, mit Mikros als Ausnahmeerscheinung, und einfach drauf los improvisiert. Im Nachhinein empfand man es als eine Art Urlaub von den eigentlichen Bands wie Electric Moon, Zone Six und den Pancakes.
Gerockt wird in seiner ursprünglichen Form, archaisch, trancig, experimentell, kosmisch abgedriftet!
Ob Krautzone weiter machen steht in den Sternen. Da hier „The Complete Works“ versammelt sind, werden logischerweise keine weiteren folgen. Ein kleines Hintertürchen besteht natürlich, wir lassen uns überraschen.
Auf „The Complete Works“ versammeln Krautzone alle ihre bisher auf Vinyl gepressten (oder als Download erhältlichen) Tracks. Das Album enthält somit: Die Stücke der Debüt-LP „Kosmische Rituale“ (2013), die beiden Nummern von „Superkraut“ (2014) und das Material der gerade erst erschienenen dritten, „Spiritual Retreat“. Dazu kommt noch das bisher unveröffentlichte, als Bonustrack bezeichnete „Schwebung“. „Spiritual Retreat“ ist das älteste Stück, hält dieses doch das Geburtstreffen des Projekts aus dem Jahre 2011 fest. „Kosmische Rituale“ entstand dann nicht viel später, während „Superkraut“ im Rahmen der Silvester-Kraut-Feier im Jahr 2013 eingespielt wurde. Wann das Bonusstück entstanden ist, weis nur Kraut-Gott himself. Neo-Krautrock gibt es hier zu hören, wie der Bandnahme „Krautzone“ assoziiert, ein kosmisch-spaciges Gejamme, das meist zischend und knurrend von der E-Gitarre bestimmt wird, immer eingebettet ins elektronische Wabern, Dröhnen, Orgeln und Blubbern, das dynamisch voran getrieben wird. Nachahmen der Urväter kommt nicht in Frage, oder doch ein bisschen vielleicht (Neu!, Ashra Tempel, Amon Düül II, Can, Floyd und Hawkwind).
Hier kommt die Musik ziemlich authentisch rüber. Klar haben sie diese Bands gehört, sie machten es einfach zu gut. Aber in ihren Arbeiten ist mehr Druck als bei den Urahnen des Krautrock, auch in kompositorischer Hinsicht. Es groovt einfach deutlich besser. Es liegt aber auch an der neuen Technik, die sowas möglich macht. Gewisse klangliche und konzeptionelle Abweichungen lassen sich zwischen den einzelnen Stücken ausmachen. „Spiritual Retreat“ ist das kantigste Werk und auch das längste, hat eher Jamcharakter, wirkt spontaner, derber, intensiver und stellenweise repetitiver. Die Nummern von „Kosmische Rituale“ sind schwebender und getragener ausgefallen, gleiten mächtig und voluminös voran. Das gilt auch oder noch mehr für „Schwebung“ (das eigentlich so klingt, als würde es aus denselben Sessions stammen). Die beiden Teile von „Superkraut“ sind flotter gehalten, abwechslungsreich und farbig. Auf „The Complete Works“ ist typischer Retro-Krautrock zu finden, allerdings erstklassiger als solcher. Wer also exzessives kosmisch-spacig-psychedelisches Gerocke hören möchte, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen.
Es gibt jetzt alles, was von Krautzone bisher auf Vinyl erhältlich war, auf einer Doppel-CD! Plus einem Bonustrack! Die Doppel-CD beinhaltet beide LPs (Kosmische Rituale und Spiritual Retreat), die Tracks der Split-LP mit Lamp Of The Universe (Superkraut 1 und 2), sowie den bislang unveröffentlichten Track Schwebung. Gemastert von Krautrock-Legende Eroc

Das Album erschien am 17. Juli 2015 via Sulatron Records als Doppel-CD.

Tracklist:

CD 1:
Liebe (12:44)
Kosmische Rituale (09:06)
Only Fools Rush in (20:40)
Schwebung (06:55)

CD 2:
Superkraut 1 (11:17)
Superkraut 2 (11:01)
Spiritual Retreat (43:40)

Krautzone-Band

 

 

 

 

 

Line up:

Sula Bassana (Electric Moon, Zone Six) – Synthies, Orgel, Recording & Mixing
Komet Lulu (Electric Moon, Zone Six) – Schlagzeug, Design
Modulfix (Zone Six) – Synthies
Onkel Kaktus – Bass, Kalimba
Rainer Neeff (The Pancakes, Zone Six) – Gitarre
Baba Lali – cosmic atmosphere producing and dancing

http://krautzone.bandcamp.com/album/kosmische-rituale

SevenSeven That Spells – Superautobahn

Die Autobahn als Symbol für das ungehinderte Fahren hat die Band „Seven that Spells“ bereits 2012 zur Superautobahn gesteigert und dieses Gefühl in ein psychedelisches Gewand umgesetzt. Nun ist das Album auch auf auch Vinyl veröffentlicht worden. Sie war mehr als überfällig.
Wie auf der CD-Fassung sind es drei lange Stücke, von denen das kürzeste immerhin elf Minuten andauert. Innerhalb dieser Spielzeit wird dann, wie es die Band selber beschreibt, eine „psychedelic wall of sound“ geschaffen. Dabei ist es weniger eine Wand, die sich vor einem aufbaut – eher sind es bunte Farben, fluoresziert mit repetetiven Gitarrensound und schamanischen Gesang unterlegt. Saxophon-Einlagen sind dabei, fügen sich aber locker im Soundgewand ein.
All das sorgt für eine erdrückende Atmosphäre im positiven Sinne: Alles scheint vor dem eigenen Augen zu explodieren und zu transformieren. Dabei haben die Kroaten es geschafft, das sich alles perfekt zusammenfügt, so als würde man mit Vollgas im Mustang GT über Autobahnen preschen. Es entsteht ein psychedelisches Klanggewitter als würde man mit Bitz und Donner zugedeckt bei dem Zombies vor dem Wagen herlaufen. Die Rhythmussektion knurrt mit einem tiefen, bösen Druck, kraftvoll, charismatisch, dynamisch und dreist.
„Seven That Spells“ wurden 2003 von Niko gegründet, ursprünglich als Power-Trio gedacht. Was heraus kam war eine Underground-Kultband mit modernen Psych-Krautrock Charakter. Ihre Events mutieren bis zur Ekstase, dabei schrotteten sie auch schon mal ihre Gitarrenverstärker. Der perfekte Begleiter für Psych-Rock Nerds.
Das Album erschien am 7. August 2015 via Sulatron Records als Vinyl mit 500 Stück.

Tracklist:
01 – The Wall [10:45]
02 – The Pyramid [11:00]
03 – The Colossus [21:43]

Seven-That-Spells

 

 

 

 

 

Line up:

Bruno Motik – Drums
Narantxa – Bass
Kawabata Makoto – Guitar
Lovro Zlopaša – Sax
Michael Ramey – Voc, Piano
Niko Potočnjak – Guitar

http://seventhatspells.bandcamp.com/album/superautobahn

 

Giobia MagnifierGiöbia – Magnifier

„Giöbia“ kommen aus Mailand. Sie zelebrieren authentischen Underground-Psychedelic mit Shoegaze-Anleihen. Neben dem klassischen Rockinstrumentarium kommen Sitars, alte Orgeln und Synthesizer mi vielen Effekten zum Einsatz. Die knackig gespielten Songs strahlen Wärme und Seele aus, sind cool eingespielt, dicht und fetzig. Der Gesang ist oft verfremdet und in die Musik eingebettet. “Magnifier” saugt einen tief in halluzinogene, sinnesverwirrende Zustände. Klanglich diesmal düsterer und schwerer als ihre Vorgängeralben, aber trotzdem mit lichterfüllten Passagen. „Magnifier“ ist die vierte Veröffentlichung der Psychedelic-Rocker seit 2004 und das zweite Album für Sulatron Records. Aufgenommen und gemastert in den Sauna Recording Studios (Varano Borghi – Varese).
Nachdem der Vorgänger auch Coverversionen enthielt, konzentriert man sich nun ausschließlich auf Eigenkompositionen. „Giöbia“ ist mittlerweile eine der angesagten Bands im Psychedelic Rock-Sektor weltweit.
Sie stehen Bands aus England und den USA in nichts nach.
Das Album beginnt mit den Opener „This World Was Being Watched Closely“. Der Rythmus nimmt den Hörer mit auf dieser musikalischen Reise. Durchgehend wird das Stück unterlegt von gesprochenen Worten aus Orson Wells‘ „The War Of The Worlds“. Die ersten fast sechseinhalb Minuten sind der Grundstein und ein sehr guter Einstieg zu diesem tollen Album. Phasenweise dominieren die Verzerrungen und Fuzz. Gut passen dazu auch die verfremdenden Effekte. Ein mächtiges Kaliber an schwerer Psychedelic wird hier geboten. Die Gitarren heben berauschend ab. Stille im Weltraum und Intermezzi der Dynamik machen „Magnifier“ zu einem orbitalen Erlebnis der bekennenden Art. Über groovende Song-Bereiche zu Trance, alles ist hier verpackt. Verzerrungen im hohen Maß, fett und voller Drive mit Spannung im Ablauf.
Auch in relativ kurzen Stücken sind jede Menge Varianten eingeflochten. Die Synthesizer-Sounds der Sechzigerjahre treffen auf Stoner Rock mit Klängen aus der Jetztzeit. Psychedelic Rock und hypnotische Abzweigungen sind keine zwei Welten. Mit Geschick verbindet man diese Komponenten, der seine Wirkung auch mit sparsamen Worten nicht verfehlt. Als wesentliche Gemeinsamkeit lässt sich die Verwendung ungewöhnlicher und neuartiger Klänge sowie der experimentelle Umgang der Songs feststellen. Es schwebt, zieht dich rein in den Kosmos der Band.
Das epische Opus von „Magnifier“ ist die intergalaktische Jamsession „Sun Spectre“. Monströs changiert die Combo zwischen musikalisch verwandten Welten und irisierenden Farbwelten des Stoner-, Psychedelic- und Space Rock. Der Höhepunkt dieser Produktion. Wie ein glühender Asteroid mit einem beachtlichen Feuerschweif bewegt sich der Klang-Koloss auf die Ohren zu, nur um sich dann zu einer Art schwebenden Introspektive der seelischen Wandlungsfähigkeit zu verwandeln. Symbolisch schwankt die Wirkung dieser Nummer zwischen Betablocker und Adrenalin. Sie greifen nicht nur tiefer in die Trickkiste, sondern auch in den Drogentopf und klingen mächtig experimentell. Mit dem Titelstück „The Magnifier“ baut die Gruppe einen vernehmlichen Kontrast zu vorherigen Songs auf. Geradezu von der Melodie geprägte Abschnitte machen die Runde und man ist verblüfft, wie gut auch solche Ausflüge ankommen.
Die Scheibe auflegen und eintauchen! Ein Soundwulst, der Erinnerungen von Hawkwind bis Pink Floyd weckt, in Endlosschleife laufen lassen. Dabei währt solch ein Trip wie vom Mars bis Jupiter, mit Zwischenstop Saturn, von Rauchschwaden umnebelt. Der perfekte Soundtrack für die nächste Weltraum-Party. Kosmisch!

Das Album erschien am 11. September 2015 via Sulatron Records als Cd und in Vinyl 500 Stück in Magenta.

Tracklist:
01 – This World Was Being Watched Closely [6:21]
02 – The Pond [6:05]
03 – The Stain [4:24]
04 – Lentamente la luce svanirà [5:54]
05 – Devil’s Howl [3:12]
06 – Sun Spectre [15:00]
07 – The Magnifier [4:38]

Giöba-Band

 

 

 

 

Line up:
Saffo
Bazu
Detrji
Planetgong

http://hologramskiesrecords.com/album/magnifier

Sulatron-mit

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