rockblog.bluesspot

musikalisches schreibkollektiv

Mammoth Storm – Fornjot

615_MammothStorm_CMYK[1](co) Das Mammut im Bandnamen von „Mammoth Storm“ erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Macht auch Sinn: Groß, schwer, viel Wolle, Kraft und mächtige Stampfer – das lässt sich gut auf Musik übertragen. Für diese Mammuts aus Schweden gilt, dass mit „Fornjot“ jetzt der erste große Release der Band nach Demo und EP ansteht.
Also alles jung und frisch? Nee. Zum Einen klingen Mammoth Storm im Gesamten nach klassischer Doom-Schule der Post-Iommi-Ära und zum Anderen ist mit Daniel Arvidsson ein prägender Geist der Szene aus der Zeitenwende der Neunzigerjahre tätig (Draconian).
Irgendwo zeigt sich „Fornjot“ also schwer und träge in bester Tradition, aber die Betonung liegt doch auf melodiösem Tiefengedröne und weniger auf schleppender Rauheit und Retro-Attitüde. Mit ausreichend rauchiger (aber stets verständlicher Stimme) stellen die Schweden einen gelungenen Gegenpunkt auf, der im Mix zwar manchmal auf etwas verlorenem Posten gegen die massive Wand aus schwirrenden Saiten steht, der Band aber doch ihren sehr eigenen Touch mit auf den Weg gibt.
Aber da gibt es einfach noch mehr an diesen Jungs. Ihr Hang zum Melodiösen und das stetige Abschweifen suchen die selbstbenannte Stilrichtung „Psychedelic Doom Metal“ zu rechtfertigen, wobei die Beilage definitiv „Psychedelic“ ist und „Doom Metal“ das bestellte Mahl bei den meist laufzeitgewaltigen Songs. Und das schlägt sich so in all ihren Songs nieder.

Das stetige Auf und Ab zwischen den langsamen, aber eingängig gehaltenen Riffs und den unterschwelligen Melodien hinterlässt immer wieder einen hypnotischen Eindruck („Vultures Prey“, „Fornjot“, „Hekla“) und ist das verbindende Element über die Platte hinweg gesehen und prägt die meisten Songs fundamental.
Als Gegenspieler hält entweder der Gesang her, der im Eindruck wesentlich mehr im Stoner verwurzelt ist oder Mammoth Storm arbeiten mit einigen hintergründigen Variationen, die in der mächtigen Wand fast schon farbenfroh wirken, die Anmut der Songs aber nicht stört („Augurs Echo“, „Sumerian Cry“). Um dann bei Zeiten noch mehr Druck aufzubauen, bedienen sie sich noch tiefer aus dem Stoner und legen kurze Passagen ein, die sich mit virtuell gesteigertem Tempo und leichter fassbarem Riffing abzeichnen und dem Gesamtwerk einen Hauch freierer Entfaltung einbringt („Horns Of Jura“).

Schwedischer Export ganz ohne den Eindruck der Siebziger; harscher und auf gewisser Ebene brutaler und dann doch eingängig melodiös auf eine langsame und tragende Art. Das tiefe Schmatzen halt lange in den Ohren nach, bewegend und extatisch, wie nur Doom es so schön kann, aber statt vernichtender Traurigkeit bieten die Schweden eine größere Palette und drücken mehr und mehr und mehr.

P.S.: Das ohnehin schon 54 Minuten lange Album ist noch mit einem Bonustrack erhältlich – für das abendfüllende Programm….(colin)

Mammoth Storm

Mammoth Storm

Einsortiert unter:Album Reviews, Rock, ,

November 2015
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Unsere Facebookseite

Link zu unserem You Tube Kanal

SOL präsentiert: The Atomic Bitchwax / Greenleaf / Steak Tour November/Dezember 2017

St.Hell Festival am 27.+28.12. 2017 im Gruenspan/Hamburg

Tonzonen Labelnight in der KuFa Krefeld am 13.04.18

Diese Artikel werden gerade gelesen:

%d Bloggern gefällt das: